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Politik: Recht & Co.

Gustl Mollath – ein sonderbarer Fall oder doch ein Musterbeispiel?

Zwangsbehandlung in der Psychiatrie
Zwangsbehandlung in der Psychiatrie
Irgendetwas ist skurril am Fall Gustl Mollath, finden Sie nicht auch? Die weitgreifenden öffentlichen Debatten und insbesondere die unterschwelligen Botschaften, die den Eindruck erwecken, es gäbe eindeutige Kriterien, anhand denen zwischen vermeintlich Gesunden und ,,psychisch Kranken” zu unterscheiden wäre.

Ja, Gustl Mollath sei möglicherweise einer von diesen seltenen Fällen, bei denen ein ,,Normaler” zu Unrecht in die Maschinerie des psychiatrischen Zwangsapparates gelangte und nun aufgrund eines Systemfehlers hinter Schloss und Riegel saß. Doch nein, Gustl Mollath ist kein Einzelfall, sondern das typische Schema einer psychiatrischen Einweisung:

Eine Person, die von Außenstehenden als nicht glaubwürdig eingestuft wurde, einer von Unzähligen als ,,unzurechnungsfähig” abgestempelten Menschen, der für seine Rechte kämpft und dabei das Glück hatte, dass sich seine Erlebnisse belegbar und für die Mehrheit der Menschen plausibel erklären lassen. Was ansonsten um Menschen herum passiert, die etwas Ähnliches erleben und nicht beweisen können, weil sie 1. sowieso niemand unvoreingenommen anhört und 2., weil sich manche Dinge im Leben einfach nicht wissenschaftlich und oft nicht einmal rational nachvollziehen lassen, möchte man sich nicht mal in seinen kühnsten Träumen vorstellen. Die Psychiatrie zieht aus dem Lebenszustand (Zustand= vorübergehend) eines Menschen eine völlig falsche Prämisse, die jeglicher Logik entbehren würde, verstünde man nicht die geschichtlichen Zusammenhänge und Kontinuitäten der Psychiatrie.

„Der Begriff der 'Geisteskrankheit' ist unsinnig, ein semantischer Fehler. Die beiden Worte können nicht zusammen gehen, außer metaphorisch; man kann also nicht mehr eine ‘psychische Krankheit’ haben, als man eine lila Idee oder einen klugen Raum haben kann. Ebenso kann es nicht mehr eine ,,Geisteskrankheit” geben, als es eine ,,moralische Krankheit“ geben kann. Die Worte ,,Geist” und ,,Krankheit” passen nicht logisch zusammen. Geistige ,,Krankheit” gibt es nicht, ebenso wenig, wie es geistige Gesundheit gibt. Diese Begriffe sind lediglich Ausdruck der Zustimmung oder Ablehnung von bestimmten Aspekten der Denkweise/Mentalität einer Person (Denken, Emotionen, oder Verhalten). Psychiater E. Fuller Torrey, in “The Death of Psychiatry” (Der Tod der Psychiatrie), 1974“

Wem also die geschichtlichen Fakten bis dato vorenthalten wurden oder wer sich mit dieser Thematik noch nicht bzw. nur unzureichend beschäftigt hat, sollte dringend das neuerschienene E-Book (PDF) oder E-Pub , Made in Auschwitz. Psychiatrie: Der unsichtbare Krieg 2013 aufmerksam lesen. In diesem Buch wird nicht nur mittels eindeutiger Fakten aufgezeigt, dass die Psychiatrie ein gut organisiertes, verbrecherisches Monstrum ist, es enthält auch eine Vielzahl von Informationen sowie Quellangaben, die alle Mitdenkenden, welche die Psychiatrie bis jetzt als Wissenschaft anerkannten, erschüttern lässt. Hinter der Maske der Heilung werden heute Menschen mit Nerven lähmenden Substanzen auf ein motorisches Niveau herabreduziert und in „REHA-Arbeit“ für 1,53 €/h als willenlose Arbeitskräfte eingesetzt. Oftmals bis zum Ende ihres Lebens, weil sie aufgrund der hohen Mortalitätsrate von Neuroleptika, die 26-34 Jahre beträgt, meist noch vor Erreichen des Rentenalters sterben.

Wie ist diese Übermacht entstanden?

Das Buch „Made in Auschwitz“ kündigt bereits den 2. Teil einer mehrteiligen Bücherreihe an: „Made in Vatikan“ mit dem markanten Untertitel: „Von der Inquisition bis zur Psychiatrie – unwillkommene Wahrheit“. Sucht man Informationsmaterial zu diesem Thema in der Bibliothek bzw. im Internet, stößt man unweigerlich auf langwierige und eindeutig belegte Parallelen zur Inquisition (=Psychiatrie), die ihre geschichtliche Kontinuität sichtbar machen: Ebenso wie die Kriterien für eine Diagnose im DSM oder ICD (Psychiater-Bibel) willkürlich gewählt werden und wurden, verfuhren die Inquisitoren damals mit ihrem ‘Hexenhammer’, bei dessen Anwendung das Eingeständnis zur vorgeschriebenen Rolle der als Hexe (in der heutigen Zeit zum ,,Geisteskranken”) verleumdeten Person zum Status quo gehörte. Diese Menschen werden praktisch (und faktisch) dazu überredet, nicht normal zu sein, krank, ein Problem für die Allgemeinheit. Dabei gibt es keinerlei Statistiken, die belegen würden, dass als “psychisch krank” stigmatisierte Personen eine größere Gewaltbereitschaft hätten als andere. Bei allen gegenteiligen Aussagen handelt es sich um ziel- und mundgerechte Propaganda. Die einen schenken der Hypnose der Psychiater, ebenso wie ihrem Umfeld, irgendwann Glauben, weil es ihnen u.a. von Menschen eingeredet wird, denen sie vertrauen, die anderen wehren sich – und werden verfolgt!

Womit wir beim psychiatrischen Zwang wären

Während sich die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf einen Gustl Mollath richtet, werden hinter den Kulissen in mehreren deutschen Bundesländern Zwangsgesetze verabschiedet, die kaum bemerkt durch unsere Aufmerksamkeitslücken schlüpfen und daher nicht ernsthaft angefochten werden. Bis dato interessieren sich die wenigsten ernsthaft für dieses Thema, weil alles im Subtilen abläuft: Hinter Mauern, Panzerglas und Gitterstäben, die von außen kaum Einlass gewähren. Die Psychiatrie behauptet, dies alles geschähe ,,zum Schutz” der Betroffenen, doch die Wirklichkeit entspricht dem exakten Gegenteil. Die Menschen werden einfach isoliert, mit Psychopharmaka so behandelt, dass sie sich nicht mehr wehren wollen und mit der Zeit auch nicht mehr können. Dermaßen lahmgelegt erfüllen sie irgendwann die Kriterien der prophezeiten Diagnose und die Psychiater sagen: ,,Seht ihr, haben wir doch gleich gesagt.” Dass die meisten ,,Symptome der Krankheit” auf die Psychopharmaka zurückzuführen sind und der restliche Anteil auf natürliche Lebensumstände des Menschen, der schon stigmatisiert wird, verschweigt man vorsorglich.

Ihre Caroline Thongsan

Bildnachweis:
  • Zwangsbehandlung in der Psychiatrie: Caroline Thongsan (eigens Werk)

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Schlüsselwörter: Gustl Mollath | Zwangspsychiatrie | psychiatrische Unterbringung | Betreuung | Psychiatrie
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Kommentare

Leseratte
am 22.08.2013 19:45:24 (178.13.8.xxx) Link Kommentar melden
Es läuft bestimmt nicht überall alles richtig in der Psychatrie, dennoch das gesamte System so schlecht darzustellen ist verkehrt. Es gibt bestimmt genug Menschen den das vorhandene System geholfen hat, die mir da zustimmen würden. Veränderungen ja, Abschaffen nein!
Kay Lorey
am 09.09.2013 19:05:52 (87.157.203.xxx) Link Kommentar melden
Vielleicht wäre es sinnvoll, nicht alle Themen zu vermischen.

a) Psychiatrie an sich ist sinnvoll, nützlich, notwendig.
b) Justiz ist ein Teil einer zivilisierten Gesellschaft.

Natürlich gibt es Fehldiagnosen, Fehlurteile, Fehlbehandlungen.
  • Geändert von OZ24 am 11.09.2013 18:52:34.

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