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Politik: Soziales & Bildung

Der gemeinnützige Verein „Home of Joy e.V.“ - unkompliziert Gutes tun

Ein kleiner aber feiner Verein unterstützt auf direktem Weg ein Waisenhaus in Südafrika

Vereinslogo „Home of Joy e.V.“
Vereinslogo „Home of Joy e.V.“
Im Mai 2006 kamen in der Gaststätte "Domherrenhof" in Essenheim bei Mainz sechzehn Personen zusammen, um die Gründung eines Vereins mit dem Namen „Home of Joy“ zu beschließen. Zusätzlich waren telefonisch zwei der Gründungsmitglieder aus Südafrika zugeschaltet. Es wurde ausführlich erläutert und diskutiert, weshalb an diesem Abend der Verein „Home of Joy“ gegründet werden soll. Alleiniger Zweck des Vereins sollte die Unterstützung eines Waisenhauses in Südafrika sein.

Wie kam es zur Idee zu dieser Vereinsgründung?

Das Gründungsmitglied Roland Rott wurde Mitte 2005 von seinem Arbeitgeber nach Südafrika entsandt. Seine neue Arbeitsstätte befindet sich in Rosslyn bei Tshwane (Pretoria) in der Provinz „Gauteng“ in Südafrika. Gefolgt sind ihm seine Ehefrau Esther, Tochter Marlen und Enkeltochter Svea.

Nach kurzer Zeit wurde klar, dass man als „Entsandter“ hier in Südafrika nahezu das Paradies vorfindet! Gründe dafür sind unter anderem die Gastfreundlichkeit und absolut positive Lebenseinstellung der südafrikanischen Bevölkerung, die Kinderfreundlichkeit, die Landschaft, dann natürlich auch das Klima und die vergleichsweise niedrigen Lebenshaltungskosten, die es erlauben, es sich richtig gut gehen zu lassen! Was wünscht man sich mehr??

Nichts, sollte man meinen, wäre da nicht die unbeschreibliche Armut der farbigen südafrikanischen Bevölkerung und die damit in direktem Zusammenhang stehende hohe Kriminalitätsrate, speziell in der Region Johannesburg/Tshwane.

Soziale Probleme

So kommt es, dass einkommensstärkere Südafrikaner (farbige und weiße) sowie auch speziell expatriots (nach Südafrika entsandte Ausländer) in außergewöhnlich gut gesicherten „estates“ (Siedlungen) leben. Um einen kleinen Eindruck der installierten Sicherheitsmaßnahmen zu vermitteln: das gesamte Estate ist von einer 3 Meter hohen Steinmauer umgeben, die zusätzlich mit Stacheldraht und Hochspannung gekrönt ist!

Und dann, zwei Kilometer weiter, die erste „township“ (eine Armensiedlung, bestehend aus Holzbretterverschlägen und Wellblechbaracken) in der die einheimische farbige Bevölkerung unter miserablen Verhältnissen, meist ohne Wasser und Strom, ihr Zuhause hat. Nur wenige dort haben Arbeit und Einkommen; an eine staatliche Unterstützung von Hilfsbedürftigen wie im Sozialstaat Deutschland ist hier nicht zu denken.

Diese Townships findet man hier überall. Auch Soshanguve ist eine solche Siedlung in der Nähe von Tshwane (Pretoria).

Das AIDS-Problem

Das AIDS-Problem Südafrikas ist weltweit bekannt, auch wenn die südafrikanische Regierung gerne den Mantel des Schweigens darüber deckt! Verlässliche offizielle Zahlen gibt es deshalb auch nicht, aber glaubhaften Quellen zufolge liegt gerade in den Townships der Anteil der HIV-Infizierten bei über 50%!

Die Folge davon ist eine unglaublich hohe Sterberate und letztendlich eine große Anzahl von AIDS-Waisen – die Ärmsten unter den Armen! Kinder die Hunger und Durst haben, ohne Zuhause, ohne Schutz, ohne Perspektiven – ganz zu schweigen von den für unsere Kinder so selbstverständlichen Spielsachen oder adäquater Kleidung.

Ist hier nicht eine gute Gelegenheit einen sozialen Beitrag zu leisten? Durch Sach- und Geldspenden, durch Besuche und Betreuung kann man hier helfen, den Kindern eine Perspektive für die Zukunft zu schaffen.

Dieser Gedanke ließ uns nicht mehr los und wir wurden auch bald darauf fündig! Eine weiße südafrikanische Kollegin von Roland nahm uns mit nach Soshanguve ins „IKHAYA LENJABULA“ (Home of Joy oder Heim der Freude) und machte uns mit Thobile – der Leiterin dieses Waisenhauses - bekannt.

Das Waisenhaus „Home of Joy“

Nachdem wir die Geschichte von Thobile und dem Waisenhaus gehört und den aktuellen Stand der finanziellen Mittel und der Anzahl der zu versorgenden Kinder erfahren hatten, stand für uns fest: hier werden wir gebraucht!

Während unseres Heimaturlaubs im Dezember 2005 berichteten wir unseren Verwandten und Bekannten in Deutschland von unseren Eindrücken und unserem Vorhaben. Gleich wollten sich alle diesem Projekt anschließen und das Waisenhaus unterstützen, allen voran unsere „daheim gebliebene“ Tochter Katrin. Sofort wurden Sammelaktionen für Kinderkleidung und Spielsachen, Bettwäsche, Geschirr u.s.w. geplant.

Allerdings kamen bald viele „kinderlose“ Freunde auf uns zu die gerne Geld spenden wollten, da sie keine entsprechenden Sachspenden beisteuern können. Finanziell aber würden sie gerne helfen, zumal durch die Anwesenheit von bekannten Personen vor Ort wirklich sicher gestellt ist, dass die Hilfsgüter und das Geld auch wirklich dort ankommen, wo sie hin sollen.

Der Ordnung halber: ein gemeinnütziger Verein

Spätestens jetzt wurde uns bewusst, dass wir das nicht mehr als Privatpersonen handhaben können oder wollen, sondern einen gemeinnützigen Verein gründen müssen. Dadurch soll die ganze Sache einen offiziellen Charakter bekommen, mit penibler und kontrollierter Buchführung, der Einrichtung eines Spendenkontos, der Möglichkeit Spendenquittungen auszustellen, und nicht zuletzt: um ein Forum für möglichst viele Gleichgesinnte zu schaffen.

Und so war es dann am 12. Mai 2006 endlich soweit. Die Gründungsversammlung des Vereins „Home of Joy e.V.“ fand statt; es wurde ein Vorstand gewählt, Pläne für die ersten Aktivitäten und Projekte geschmiedet und es konnten noch am selben Abend die ersten 18 Vereinsmitglieder begrüßt werden.

(Fortsetzung folgt)

Bildnachweis:
  • Vereinslogo „Home of Joy e.V.“: Homepage des Vereins „Home of Joy e.V.“ (Eigenes Bild)

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Schlüsselwörter: Home of Joy e.V. | AIDS-Waisen | Waisenhaus | Geldspenden | Sachspenden
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Kommentare

Kay Lorey
am 18.08.2013 20:28:49 (217.212.230.xxx) Link Kommentar melden
...würden sie gerne helfen, zumal durch die Anwesenheit von bekannten Personen vor Ort wirklich sicher gestellt ist, dass die Hilfsgüter und das Geld auch wirklich dort ankommen, wo sie hin sollen.
Das ist der springende Punkt. Viele Menschen haben einfach keine Lust mehr, riesige unüberschaubare Verwaltungsapparate von aufgeblähten "Hilfsorganisationen" zu finanzieren.

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