Rund um OZ24

Suchen

Unterstütze OZ24

Sport: Sonstiges

DDR Dopingopfer erhalten Entschädigung

167 DDR-Dopingopfer erhalten ein Schmerzensgeld von 9250 Euro. Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) und vier Rechtsvertreter von DDR-Dopingopfern unterzeichneten in Berlin eine entsprechende Vereinbarung.

Die Opfer hatten die Rechtsanwälte zur Durchsetzung ihrer Ansprüche beauftragt. Bis Ende Februar 2007 wird die Entschädigung ausgezahlt. Der Bund beteiligt sich am Gesamtvolumen von 1,55 Millionen Euro mit einem Anteil von 1,07 Millionen Euro, der aus nicht verbrauchten Mitteln für das Kulturprogramm zur Fußball-Weltmeisterschaft bereitgestellt werden soll.

Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble begrüßte die Vereinbarung zwischen dem DOSB und den Opferanwälten. «Sportlerinnen und Sportler aus der ehemaligen DDR haben teilweise erhebliche Gesundheitsschäden durch staatliches Zwangsdoping erlitten», sagte der CDU-Politiker. Eine Entschädigung für seelische und körperliches Leiden insgesamt sei allerdings kaum möglich. Der Pharmahersteller Jenapharm kündigte Vergleichsgespräche mit den Opfern des DDR-Dopingsystems an.

DOSB-Generaldirektor Michael Vesper erklärte bei der Unterzeichnung, der deutsche Sport stelle sich nunmehr seiner moralischen Verantwortung. «Wir haben diese Vereinbarung mit den Anwälten gesucht, um drohende Prozesse abzuwenden oder zu erledigen», sagte Vesper. Die Liste der Anspruchsberechtigten sei mit den vier beteiligten Rechtsanwälten sehr sorgfältig ausgearbeitet worden. Dabei seien auch Geschädigte der zweiten Generation enthalten, also Kinder von ehemaligen DDR-Leistungssportlern. Namen der Empfänger der Sonderzahlung werden aus datenschutzrechtlichen Gründen nicht bekannt gegeben.

Der Heidelberger Rechtsanwalt Michael Lehner begrüßte den Vergleich: «Rechtsansprüche gehören jetzt der Vergangenheit an, die Leiden der Opfer aber nicht. Es sei positiv, dass die Ansprüche nun nicht mehr in mehreren Gerichtsinstanzen ausgestritten werden müssen. Lehner forderte Jenapharm auf, sich ebenfalls in einer Vereinbarung mit den DDR-Dopingopfern auf die Zahlung von Entschädigungen zu verpflichten. Das Unternehmen als Rechtsnachfolger des VEB Jenapharm hatte vor der Wende für den DDR-Sport anabole Steroide und speziell entwickelte Wirkstoffe geliefert.

Die Geschäftsführung der Jenapharm GmbH & Co. KG reagierte mit der Mitteilung, zügig auf freiwilliger Basis Sondierungsgespräche mit den betroffenen Sportlern führen zu wollen. «Mit Hilfe eines Vergleichs sollen die auch für die Sportler belastenden Verfahren beendet und im Interesse aller Beteiligten ein dauerhafter Rechtsfrieden herbeigeführt werden», heißt es in einer Pressemitteilung. Zugleich verwies das Unternehmen aber auf seine Auffassung, dass es keine Grundlage für eine rechtliche Verantwortung von Jenapharm an den Folgeschäden des staatlichen Dopingsystems der DDR bei ehemaligen Hochleistungssportlern gibt.

Bereits vor vier Jahren hatte der Bund ein Dopingopfer-Hilfegesetz verabschiedet und einen Hilfsfonds mit zwei Millionen Euro eingerichtet. 194 Antragsteller erhielten jeweils einen Betrag von 10 439 Euro. Das Nationale Olympische Komitee (NOK) für Deutschland hatte seit 2000 mehrfach die Zahlung von Schmerzensgeld abgelehnt. Im November letzten Jahres hatte der damalige NOK-Generalsekretär Bernhard Schwank erste Verhandlungen mit einer Vertreterin der Opferinitiativen aufgenommen.

uploaded

Der Inhalt des vorstehenden Artikels gibt nicht die Meinung der Redaktion von Onlinezeitung24 wieder. Für den Inhalt ist allein der Autor des Beitrages verantwortlich!
Drucken Empfehlen
Schlüsselwörter: Doping | DDR | Dopingopfer | Entschädigung | DDR-Dopingsystem
Sie wollen selber einen Artikel schreiben. Kein Problem, einfach registrieren!

Kommentare

Es wurden noch keine Kommentare geschrieben

Einen Kommentar schreiben







Kommentare von Nichtmitgliedern der Seite Onlinezeitung24.de müssen durch einen Bestätigungslink per E-Mail freigeschaltet werden, für Mitglieder entfällt diese Bestätigung. Diese Maßnahme dient der Diskussionskultur und soll die Kommentarfunktion vor Spam schützen. Wir bitten um Ihr Verständis für diese Maßnahme.

Seitenaufbau: 0.04 Sekunden
39,375,419 eindeutige Besuche