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Mit der Wand gegen den Kopf

Erfolg unerwünscht

PatVerü
PatVerü
…11 Jahre ist es her, seitdem ich zusammen mit meiner Frau begonnen habe, mich mit der Thematik zu befassen, was hinter der Maske der Psychiatrie versteckt wurde. Meine, unsere Erkenntnisse darüber, unsere Erfahrungen und als Vorlage: Unser Erfolg bei der Kommunikation mit sog. Schizophrenen, Borderlinern, Autisten, schwer-Depressiven, etc. (es sind keine Krankheiten!), scheint niemanden zu interessieren. Im Gegenteil: Seit der Veröffentlichung unseres Modell-Projektes wird alles Erdenkliche unternommen, dass wir es schnell schließen und tatsächlich mundtot gemacht werden. Alle Bewilligungen, die unsere „Kunden“ von ihren Sozialämtern für ArtBonus erhalten haben, wurden im Eiltempo nach und nach einfach nicht mehr verlängert (von Provokateuren ganz zu schweigen). Jetzt bekommen wir dazu von überall zu hören, dass... unser Erfolg unerwünscht ist.

Rote Lampe
Rote Lampe
„Technisch“ gesehen haben wir „Unheilbares geheilt“ – „Wer heilt – hat Recht!“ – also versuchen wir seit 2008 den anderen diese „gute Botschaft“ zu übermitteln, um endlich Urlaub machen zu können… aber, lustigerweise: Niemand ist daran interessiert. Vor unserer Tür steht keine Schlange von Psychiatrieprofessoren, Doktoren oder anderen „Profis“, keiner fragt wie, wieso und warum? Also: Führen wir einfach unsere kleine “großangelegte Kampagne” fort:

Vor 2 Wochen haben wir begonnen, die „Angehörigen psychisch Kranker“ aller Landesverbände in Deutschland über unseren Erfolg zu informieren. Ruck-zuck wurden ihre Vorstände per E-Mail mit der guten Botschaft versorgt, inklusive Projektvorstellung und unseren Flyer. Und? Nichts passierte… nach einer Woche Stille dann noch einmal per Fax. Damit nichts verloren geht. Und? Wieder nichts… hmm… Sind die Angehörigenverbände etwa nicht daran interessiert, sich selbst eine andere Sichtweise für ihre Kinder zu verpassen, sich ein paar Gedanken zu machen, die sich außerhalb des psychiatrischen Nichtwissens bewegen? Da tauchen welche auf, weisen vor, dass das Leben mit sog. Schizophrenie, etc. ohne psychiatrische Einmischung, Bevormundung und vor allem ohne schädliche Psychosubstanzen möglich ist und nichts? Keine Antwort? Kein Interesse? Lustig-lustig… Wer sind diese Angehörigen und warum melden sie sich nicht?

Angehörigenblog.de
Angehörigenblog.de
Ich griff also zur Klaviatur, googelte nach „Angehörigen“ und erwischte als erstes einen „Angehörigenblog“. Ein völlig pro-psychiatrisch orientiertes Medium mit vielen Informationen zu „psychischen Krankheiten“, die Angehörige und Betroffene einfach irreführen. Nicht einen Ansatz konnte ich dort darüber finden, dass dies alles nicht auf Beweisen, sondern auf Vermutungen basiert und /oder eine Lüge sein könnte. Nun gut. Poste ich einfach was in diesen Angehörigenblog, dachte ich mir und fügte als Kommentar unter einen Artikel zum Thema: „Ohne Medis geht es nicht“ den gleichen Text, den ich an die Angehörigenverbände einige Tage zuvor versendet hatte:

Sehr geehrte Damen und Herren,

ein neueröffnetes Familienprojekt (r)evolutioniert gerade den Umgang mit “psychiatrischen Krankheiten”! Nach 10 Jahren psychiatrieunabhängiger Forschungsarbeit zum Thema:

>>“Schizophrenie”, “Borderline”, “Depression”, etc. ohne Einsatz von Neuroleptika<<

basierend auf 24-stündigem nonstop-Zusammensein mit Betroffenen über 10 Jahre,

freuen wir uns, Ihnen das positive Ergebnis dieser privat geführt und finanzierten Studie, vorstellen zu können. In unserem ArtBonus Pilot-Projekt leben Angehörige mit Betroffenen schon seit 10 Jahren ohne Neuroleptika und psychiatrische Einmischung einvernehmlich zusammen und… es funktioniert wunderbar! Als Familie wurde hier endlich verstanden, was für ein Schatz wir zu Hause bekommen haben.

Soz.-päd. Unterstützung statt Psychiatrie Praktische Phänomenologie statt Therapie

Unter der Bezeichnung „Praktische Phänomenologie“ wird eine Assistenzform für Menschen geboten, die außergewöhnliche Bewusstseinserfahrungen gemacht haben, die – wie sie es nennen – außerhalb der 5 Sinne stattfanden, gerade am Anfang völlig unerklärbar sind und von der Gesellschaft missverstanden, als “psychiatrische Krankheit” begriffen und definiert werden.

Wie schwer die Kommunikation zwischen so genannten “Normalen” und “Betroffenen” ist, weiß wohl jeder und das ist in diesem Sinne kein Wunder, da das allgemein bekannte Vokabular nicht ausreicht, um zu beschreiben, was Betroffene erleben. Vergleichbar ist dies mit einem weiteren Sinn. Einen Geruchs-, Seh-, Geschmacks-, Tast- und Hörsinn haben die meisten Menschen, doch versuchen wir es mit einer Übung für die ganze Familie: Versuchen Sie, jemandem den Geruch von Erdbeeren zu beschreiben, der keine Nase hat. Dies müsste veranschaulichen, warum es Betroffenen so schwer fällt, das Erlebte in präzise Worte zu fassen und es bestenfalls zu umschreiben.

In der heutigen Gesundheitsversorgung wird bei Diagnosen wie „Schizophrenie“ und „Borderline“, leider grundsätzlich mit Neuroleptika „behandelt“. Unser Pilot-Modell konzentriert sich insbesondere auf diese beiden Phänomene, weil jene sozusagen universell sind und fast alle “psychiatrischen Diagnosebilder“ miteinschließen (inklusive sog. rezidivierende Depression). Im Gegensatz zur herkömmlichen Psychiatrie haben wir – ohne Zwang und ohne Neuroleptika – für diese außergewöhnlichen „Zustände“ Erkenntnisse und Erfolge gewonnen und bieten einen konsequent offenen und daher innovativen, vor allem aber pharmakafreien Umgang mit Menschen an, die sich nicht mehr psychiatrisch „betreuen“ oder „behandeln“ lassen wollen.

Dieses psychiatrieunabhängige Modell wird jetzt im deutschsprachigen Raum durch breit angelegte Kampagne verbreitet, wobei wir auf ihr reges Interesse und ihre Unterstützung an der Kampagne hoffen. Daher bitten wir um die Einräumung eines Gesprächstermins, um Ihnen Frage und Antwort stehen und über eventuelle, gemeinsame Einführungs- bzw. Vernetzungsstrategien entscheiden zu können.

Herzliche Grüße usw.

Nach dem „Enter“ erfuhr ich, dass mein „Kommentar“ vor der Veröffentlichung erst moderiert werden müsse. Super, dachte ich, da kümmert sich jemand und wird sich freuen. Mal schauen, was morgen geschieht. So konnte ich helfen, den Garten nach dem überlangen Winter aufzuräumen.

Janine Berg-Peer
Janine Berg-Peer
Am nächsten Tag Überraschung: Es erschien nichts. Ebenso am folgenden Tag. Also greife ich zum Telefon und klinge da mal einfach durch. Eine sympathische Stimme begrüßte mich. Eine weise klingende Dame, die sich als bereits 17 Jahre erfahrene „Mama-Angehörige“ vorstellte, wusste nichts von meinem „Kommentar“, irgendwie könnte das ein technischer Fehler gewesen sein, sie wolle sich das alles noch einmal anschauen, klickt mal da, mal dort und…

- Ach! Da ist es ja! – sagt sie plötzlich und setzt einfach fort: – …Ich muss ihnen aber vorweg sagen, dass ich anderer Meinung bin und dass das Leben ohne Medikamente gar nicht möglich ist. Wir haben es oft genug mit meiner Tochter versucht, jetzt ist sie aber mit ihren Tabletten gut eingestellt und das passt schon.

Wem das passt, dem passt das, dachte ich und erwähnte aus meiner Erfahrung, dass es aber doch sehr viele gibt, die es nicht so gut mit der Einstellung finden und doch das Zeug ganz absetzen wollen, weil sie neuroleptikafreies Leben haben möchten und die zwangsweise Verabreichung ablehnen. Ich warf im Allgemeinen den Angehörigen Verrat vor, dass Sie mit den Psychiatern anstatt mit ihren Kindern kooperieren, dass viele sogar mit den Behandelnden Geheimpakte schließen und ihre Kinder heimlich mit Neuroleptika „versorgen“, indem das Zeug entweder in Getränke oder Essen beigemischt wird. Fui! Selbst als Angehöriger konnte ich nie verstehen, warum die Angehörigen immer wieder von ihrer Liebe zu ihren Kindern sprechen, aber fremden Menschen (?) glauben, nur weil sie einen weißen Kittel tragen? Das Kind sagt: “Mama, hör zu! Ich bin nicht krank! Glaub diesen Menschen nicht. Die wollen mich hier kaputtmachen!” Und die Mama sagt: “Ich liebe dich mein Kind” aber glauben tut sie denen, die sagen: “Glauben sie ihrem Kind nicht. Es ist krank. Das ist sog. Paranoia und muss bei uns behandelt werden…”

- Neeeeiiinnnn…. Iiich doch niiiicht – reagieren die meisten Mütter, wie auch diesmal meine Gesprächspartnerin. – Meine Tochter nimmt alles freiwillig und wir haben eine gute Beziehung. Sie hat endlich ihr Leben in Griff. Auch wenn viele Nebenwirkungen nicht übersehbar sind. Aber sie sind im Irrtum, wenn sie meinen, dass wir mit Psychiatern kooperieren. Im Gegenteil. Die wollen mit uns überhaupt nicht arbeiten! Kaum sprechen sie mit uns! Wir kriegen keine Informationen, sie tun uns Gnade, wenn sie uns mal einen Termin geben, usw. Also, es ist nicht so...

- Na das ist doch eine gute Nachricht – freute ich mich! – So merken sie doch deutlich, dass sie die falsche Seite als Vertraute gewählt haben, also wird Ihnen unser Modell sehr gefallen müssen. Ich freue mich schon über eine Veröffentlichung darüber auf Ihrem Blog und reges Interesse seitens Ihrer Mitglieder!

- Ja, ja… Aber wissen sie? Ich bin nur eine Mutter – sagte sie. – Ich gehöre zu keinem Vorstand, aber ich werde es weiter an die Vorstände reichen, werde auch von unserem Telefonat erzählen und melde mich dann bei ihnen…

Vorsichtshalber rief ich auch beim „Landesverband Angehöriger psychisch Kranker e.V.“ in Berlin an. Den gleichen Brief haben sie von mir schon seit einer Woche liegen, also: „Was los beim Hans Kloß?“ – wie die Polen es lächelnd nennen würden… Hier begrüßte mich auch eine sympathische, diesmal etwas jüngere Stimme, wusste nach kurzer Vorstellung meinerseits, worum es bei ArtBonus geht. Sie entschuldigte sich, dass sich noch keiner bei mir meldete, sie staunte selbst etwas, weil sie das schon vor ihrem Kurzurlaub an den Vorstand geschickt hatte und ich solle nicht denken, dass im Verband alle so pro-psychiatrisch seien. Die Meinungen seien sehr geteilt und viele seien „hier“ mit der Psychiatrie nicht zufrieden. Sie selbst hätte auch ihre Erfahrungen gesammelt, sie sei „nur eine Angehörige, die in der Landesstelle eingestellt ist und nicht im Vorstand“.

- Heute Nachmittag treffe ich hier aber sowieso jemanden vom Vorstand – sagte sie nach unserem kurzem Erfahrungsaustausch, was übrigens vor einer Woche passierte. – Ich lege es ihm noch einmal persönlich vor und erzähle von diesem Telefonat, dass sie ihr Modell vorstellen wollen. Da wird sich bestimmt jemand bei ihnen melden. Wir freuen uns, dass es soetwas überhaupt gibt und danken ihnen für diese tolle Arbeit.

Sehr gut. So habe ich mir das vorgestellt. Aber… Leider hat sich bis heute noch keiner vom Vorstand gemeldet, dafür die „weise Dame“, die den Angehörigenblog FÜR ANGEHÖRIGE leitet. Die Antwort haue ich hier (wegen erhöhter Transparenz bei ArtBonus :D) einfach so rein, weil diese Frau sich irgendwie selbst der Weisheit beraubte und meiner Ansicht nach ziemlich gefährlich klingt. Einerseits sagte sie, dass die Psychiater die Angehörigen ablehnen, mit ihnen nicht sprechen wollen, überheblich und unzugänglich sind, aber andererseits… glaubt sie ihnen und will doch auf der psychiatrischen Schiene weiterfahren? „Was ist da los beim Hans Kloß?“ :D Jetzt die Antwort:

Liebe Frau Skulski, lieber Herr Skulski,

ich habe Ihre Mail an den Vorstand des ApK weitergegeben und auch von unserem Telefonat berichtet. Leider sehen wir uns zur Zeit nicht in der Lage, Sie zu unterstützen.

Ich persönlich sagte Ihnen ja bereits am Telefon, dass ich Ihr Engagement sehr begrüße und hoffe, dass Sie weiterhin damit Erfolg haben werden. Allerdings vertrete ich einen etwas anderen Ansatz. Meine Tochter und ich verstehen durchaus die Kritik an der herrschenden Psychiatrie und sind der Meinung, dass noch viel verbessert werden kann und muss.

Allerdings haben wir auch sehr gute Erfahrung mit engagierten Ärzten gemacht und ebenfalls mit der positiven Wirkung von Tabletten. Sicher sind uns auch die schlimmen Nebenwirkungen bewußt, allerdings haben wir persönlich und auch im Umkreis von Betroffenen sehr, sehr schlechte Erfahrung mit dem Absetzen von Tabletten gemacht.

Es gibt noch keine wirklich für jeden Betroffenen gute Therapie, denke ich, jeder Betroffene muss für sich mit seinem Psychiater und Therapeuten entscheiden, was er möchte und was für ihn gut ist. Wenn Betroffene dabei von einem Freundeskreis und auch Angehörigen unterstützt werden, dann halte ich das für sehr gut.

Herzliche Grüße usw.

Na vielen Dank für die „herzliche“ Absage einer Mutter, die in keinem Vorstand dabei ist. Umso auffälliger fand ich eine Auflistung in ihrer Signatur, in der steht, als würde sie im Namen mehrerer Organisationen sprechen!? Und diese Liste ist beachtlich:

  • Verband der Angehörigen psychisch Kranker – ApK Berlin e.V.
  • Bundesverband der Angehörigen psychisch Kranker – BApK e.V.
  • bipolaris – Selbsthilfevereinigung Berlin-Brandenburg e.V.
  • EUFAMI – European Federation of Associations of Families of People with Mental Illness

Andis Maultaschen...
Andis Maultaschen...
Na gut. Es war an einem Herrentag. Eigentlich sauften jetzt die meisten dieser Gattung in Deutschland. Auf unserer "Raumstation" wird dieser Tag mehr mit Wasser und Mehl “gefeiert” und dem, was uns der Wald über die Herbstmonate an Pilzen brachte. Also mache ich wohl richtig leckere Maultaschen für die Mädels. Mit Pilzfüllung. Vielleicht können wir Euch beim nächsten Mal über “Halluzinationen” berichten ;)

Bildnachweis:
  • Angehörigenblog.de: Fot. A. Skulski (Free)
  • Janine Berg-Peer: Fot. A. Skulski
  • Rote Lampe: Fot. A. Skulski (Free)
  • Andis Maultaschen...: Fot. J. Skulski (Free)
  • PatVerü: http://www.patverfue.de/werbung (frei)

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Schlüsselwörter: ArtBonus | Psychiatrie | Schizophrenie | Borderline | Menschenrechte
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