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Wissenschaft: Sonstiges

Psychiatrie – subtile Hypnose

Fixierung
Fixierung
Worte sind mächtige Waffen, das hatte man schon im dritten Reich verstanden, als Hitler das Wort ans gemeine Volk richtete. Und noch heute verstehen es Politiker, Ärzte, Priester und Psychiater aufs Vortrefflichste, sie gezielt und zum eigenen Vorteil einzusetzen um Massen damit (praktisch und faktisch) zu hypnotisieren.

Der Einzelne ist sich dessen kaum bewusst und nur wenige hinterfragen, was ihnen in der Therapie, im Fernsehen und in der Psychiatrie an vermeintlichem Fachwissen zugespielt wird. Nein, heutzutage geht es schon so weit, dass sich diese “Fachwörter” ins Bildungssystem und insbesondere in der Mundpropaganda soweit etabliert haben, dass fast niemand mehr deren Glaubwürdigkeit anzweifelt. Im Gegenteil: Einmal von deren Existenz überzeugt, tragen die nun “krank” gewordenen Personen, den neu erworbenen Wortschatz weiter, wodurch eine tragfähige Kette von gegenseitiger Hypnose entsteht, die nicht nur die Kassen der Pharmaindustrie füllt. Allein wenn man die enormen Summen berechnet, die für Psychiatrieaufenthalte, Therapien und Psychopharmaka von den Krankenkassen, sowie den einzelnen Menschen aufgewendet werden, müsste man sich rein logisch fragen, warum denn bislang keine Ergebnisse erzielt wurden, sondern alles immer noch auf Hypothesen beruht, die das Reich der Fantasie mehr als überschreiten. Denn dort gibt es gewiss kein Land, in dem über die Hälfte der Gesellschaft krank und Tablettenabhängig ist.

Um nun zurück zum Wort zu kommen. Fast jedes Land hat seine eigene Sprache und so verhält es sich auch mit den einzelnen Welten, innerhalb denen wir uns bewegen. Denn kaum jemand hat die Zeit und die Muße sich mit allen vertraut zu machen. Ein “Ungelernter” wird sich schwer tun, hinter den Vorhang des allgemeinen Psychiatriejargons zu blicken, jeder der neu damit konfrontiert wird schreckt erst einmal zurück, es sei denn das Misstrauen macht dem angelernten Vertrauen gegenüber Autoritätspersonen Platz, wie es uns von Kindheit an und allgemein von den Medien propagiert wird. Nicht umsonst sprengen Polizei- und Krankenhausserien den üblichen Sendungsrahmen. Über Psychiatrie muss man derweilen kaum Verfilmungen machen, es genügt schon, Filme über “verrückte” Serienmörder zu zeigen oder hin und wieder eine Serienfolge einzublenden, die nur Klischee und keiner überschaubaren Realität entspricht. Die Sprache der Psychiatrie ist sehr subtil, professionell, wie ihre Angestellten. Und wie kann man das beispielhafte Wort “professionell” übersetzen? Kalt, distanziert- in Wahrheit: Desinteressiert. Es ist eine Sache, wenn Professionelle in einer Elektroberatungsstelle sitzen, eine ganz andere, wenn sie unter dem Namen einer sogenannten “Sozialpsychiatrie” Menschen dazu überreden, dass sie “krank” sind, ein Problem für die Gesellschaft darstellen und gefährlich sind. Leicht lassen sich Menschen, die Angst haben, Schlimmes erlebten, einsam sind oder in unserer zweideutigen Gesellschaft verwirrt wurden, dazu bringen, sich mit einer vermeintlichen Krankheit zu identifizieren. Krankheiten aus einem Krankheitskatalog, z.B. der DSM oder ICD10. Wir leben in einer Konsumgesellschaft, der Kapitalismus herrscht vor, doch ist das in diesem Fall nicht wie bei IKEA und man kann den Fall in die Kategorie einer “psychischen Erkrankung” nicht mit dem Kauf eines Gartenstuhls vergleichen. Der hat immerhin eine Garantie und ein Rückgaberecht. Das sieht im Fall der Psychiatriesierung anders aus. Oder hat Ihnen schon einmal jemand ein Etikett auf die Stirn geklebt, das Sie nicht haben wollten und sie mussten auch noch dafür bezahlen? Und das nicht in finanzieller Hinsicht.

Auf das Mittelalter folgten Renaissance und Aufklärung. Und heutzutage sind wir alle so “aufgeklärt”, dass wir alles mit wissenschaftlichen Augen betrachten, obwohl wir mit der Wissenschaft eine Form der Analyse betreiben, die so tief geht, dass wir dabei das große Ganze aus den Augen verlieren. Um es zu veranschaulichen: Schaut man sich ein Foto auf dem Computer an und zoomt es ganz dicht heran, sieht man zwar die einzelnen Pixel, aber vom eigentlichen Bildinhalt, hat der Betrachtende keine Ahnung mehr. Es gab eine Zeit, in der die Kirche herrschte; nun herrscht die Wissenschaft. Doch wollen wir uns von abstrakten Institutionen beherrschen lassen? Wollen wir nicht selbst entscheiden, was Wahrheit ist? Anstatt Analyse und Perfektionierung bis zum Mauerfall voranzutreiben? Die Ursachen für menschliches Leiden mögen tiefgründig und vielschichtig sein, aber es ist keine Krankheit. Und wenn man diese Ursachen schon im Reich der Fantasie sucht, dann doch lieber in einem, das ein bisschen Hoffnung zu bieten hat.

Caroline Thongsan

Bildnachweis:
  • Fixierung: Caroline Thongsan (Caroline Thongsan)

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Schlüsselwörter: Hypnose | Psychiatrie | Psychologie | Psychopharmaka | Stigmatisierung
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