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Wissenschaft: Umwelt & Naturschutz

Vom Kampf ums Überleben der Arten

Das Artensterben geht weiter und Regierungen geben Tiere zum Abschuss frei

Es ist fünf vor zwölf und höchste Zeit zum Handeln! Darauf wiesen Ahmed Djoghlaf, Chef der UN-Konvention über die biologische Vielfalt, und der Bundesumweltminister Sigmar Gabriel von der SPD zum Auftakt der Naturschutzkonferenz in Bonn am 19. Mai hin. Alle reden und diskutieren, doch niemand handelt ernsthaft genug um die Zerstörung der Natur und das Aussterben der Arten zu verhindern. Und es geht dabei nicht nur um große Tiere, die jeder kennt, auch viele Pflanzen sind bereits für immer von unserem Planeten verschwunden…

Daran kann auch das Washingtoner Artenschutzabkommen nichts – oder nur wenig ändern. Trotz internationaler Verbote über das Handeln mit bedrohten Arten, egal ob Tiere oder Pflanzen, blüht das Geschäft damit gerade in den Ländern der Dritten Welt. Und hier reizt es die Touristen immer wieder Produkte davon zu kaufen. So werden beispielsweise in Südostasien viele Produkte aus Elefanten (Bürsten aus Elefantenhaar, Schachfiguren aus Elfenbein, Hocker aus Elefantenfüßen), Krokodilen (Taschen, Schuhe) und Schlangen (Gürtel, Etuis) an jeder Straßenecke angeboten. Auch zweifelhafte Bilderrahmen mit Insekten aller Arten (Spinnen, Tausendfüßler, Skorpione, Käfer usw.) finden sich nicht nur im Repertoire der Straßenhändler sondern zum Teil auch in den modernen Supermärkten.

Solange diese zweifelhaften Produkte gekauft werden, solange ändert sich nichts an der Misere. Schließlich sind es in den Entwicklungsländern häufig die Ärmsten der Armen, die mit dem Verkauf dieser Produkte ihren Lebensunterhalt bestreiten. Und manchen Touristen reizt es auch, etwas Verbotenes mit nach Hause zu nehmen. Das böse Erwachen kommt häufig bei der Rückreise am Deutschen Zoll, wo all diese Produkte genauso beschlagnahmt werden wie die illegalen Raubkopien bekannter Markenprodukte wie Cartier, Rolex, Lacoste oder einschlägiger Software und anderer Dinge.

Dabei bietet gerade die Flora unseres Planeten mit ihren vielfach noch unentdeckten Schätzen in den wenigen noch unberührten Regenwäldern ein ungeahntes Potential, das auch für neue Heilmittel wertvolle Zukunftsperspektiven eröffnet. Anstelle die Natur zu zerstören sollten wir die natürlichen Ressourcen und Schätze hüten wie unseren Augapfel. Aber derzeit wird die Rote Liste der bedrohten Arten täglich länger und viele Arten sind bereits für immer verschwunden. Von weltweit 40.000 von der Weltnaturschutzorganisation IUCN untersuchten Tiere, Pflanzen und Pilze sind 16.000 bedroht.

Angesichts der dramatischen Entwicklungen scheint es ein Hohn zu sein, wenn in Afrika wieder Elefanten und in Australien Kängurus hochoffiziell zum Abschuss freigegeben werden. Aber auch dies soll Naturschutz sein, weil es einfach zu viele davon an den betroffenen Orten gibt und diese die Umwelt, und damit das Gleichgewicht der Natur, zerstören. Eine verrückte Welt, in der wir da leben…

Ich möchte mit einem Zitat schließen, das ich dieser Tage las und dem ich nur voll zustimmen kann: Wir dürfen nicht das von der Festplatte der Natur löschen, was unsere Kinder und Enkel als Daten brauchen, um ihr Leben gestalten zu können. (Sigmar Gabriel, SPD, Bundesumweltminister)

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Schlüsselwörter: Umwelt | Umweltschutz | Naturschutz | Artenschutz | Artensterben
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