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Sonstiges: Kultur & Religion

Zurück ins Mittelalter

Kath. Kirche bestätigt: In NRW wird offiziell Exorzismus betrieben

Zeichnung: Axel Ertelt
Zeichnung: Axel Ertelt
Das Erzbistum Paderborn hat jetzt ganz offiziell bestätigt: In Nordrhein-Westfalen wird Exorzismus betrieben! Unter dem Zeichen des Heiligen Kreuzes hat es in den vergangenen acht Jahren drei von der Kirche begleitende und zugegebene Fälle von Exorzismus in NRW gegeben. Damit wurde das Tabu, das seit dem Tod der Anneliese Michel im Jahre 1976 über das Thema herrschte erstmals wieder öffentlich aufgehoben…

Während die Öffentlichkeit den Exorzismus weitgehend für abgeschafft hielt, müssen wir nun erkennen, dass dies offensichtlich nicht der Fall ist – und vermutlich von der kath. Kirche auch nie geplant war. Ägidius Engel, ein Sprecher des Bistums bezeichnete die Betroffenen in den nun bekannt gewordenen Fällen als „seelisch höchst Not leidende Menschen“ und den Vorgang des Exorzismus selbst als einen normalen, aber seltenen Vorgang und „eine Bitte an Gott um Hilfe“.

Der Vorgang des Exorzismus läuft, wie bestätigt wurde, so ab: Nach der Prüfung eines Falles von vermeintlicher Besessenheit durch erfahrene Seelsorger erstellen anschließend so genannte Pastoralpsychologen und Psychiater ein Gutachten. Wenn diese keine psychische Störung diagnostizieren, dann gibt der Erzbischof die so genannte Liturgie der Befreiung in Auftrag. Das ist dann der Exorzismus, die Austreibung des Bösen. Dies findet nach den Behauptungen der Kirche grundsätzlich unter medizinischer Aufsicht statt.

So gab die Kirche nun ebenfalls bekannt, dass es seit 1999 im Erzbistum Paderborn insgesamt 18 ernstzunehmende Anfragen von Menschen gegeben habe, die glaubten vom Teufel besessen zu sein. Eine erschreckende Anzahl im doch so aufgeklärten 21. Jahrhundert, wo man öffentlich doch allgemein glaubte den Exorzismus gäbe es hierzulande nicht mehr.

In unseren Nachbarländern Frankreich und Italien ist der Exorzismus immer noch deutlich existent und weiter verbreitet als in Deutschland. Die Hochburgen dieser mittelalterlichen Praktiken sind jedoch Lateinamerika und Afrika. Ägidius Engel betonte zudem: „Die Befreiung vom Bösen gehört seit 2000 Jahren zur Kirche.“

Eine der drei nun zugegebenen Teufelsaustreibungen wurde von einem bayerischen Exorzisten gemacht. Da erinnert man sich ganz schnell wieder an den Fall der 23jährigen Anneliese Michel aus einem kleinen bayerischen Ort, die nach monatelangem Exorzismus zweier katholischer Geistlicher an den Folgen durch Unterernährung starb.

Und da dachten wir immer, das Mittelalter wäre schon lange vorbei…

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Schlüsselwörter: Exorzismus | Teufelsaustreibung | Besessenheit | Kath. Kirche
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