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Politik: Welt

Zwangspsychiatrie- Der unsichtbare Krieg

Society
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Es gibt Kriege, die laufen im Geheimen ab. Und diejenigen die davon betroffen sind, halten sich entweder selbst für das Problem oder haben zu viel Angst, dagegen anzugehen. Unsere Zeit ist geprägt von einem unsichtbaren Medium, dessen sich alle bedienen. Der Mensch sieht nur, was er sehen will/muss. Es sei denn, es involviert ihn selbst.

Doch muss es erst dazu kommen? Die meisten Kriege werden wegen Geld geführt, oder Macht. In diesem geht es um beides. Und um Rationalität. Uns kommt die mögliche Wiedereinführung des psychiatrischen Zwanges vielleicht wie ein kleiner Schritt vor, doch jedes Verbrechen, jede Machtübernahme agiert erst im Verborgenen und im Regelfall möchte niemand daran glauben. Dafür sorgen zweifelsohne oft grotesk übertriebene mediale Theorien, die verstreut werden, um die Wahrheit ins Lächerliche zu ziehen.

Wie viele Dutzend Menschen haben das Fantasiebuch Harry Potter gelesen. Es ist ein Kinder- und Jugendbuch, gleichwohl jedoch spiegelt es viel von der menschlichen Art und Weise zu handeln wider. Den Unterschied macht nicht das, was wir erlebten, sondern wofür wir uns entscheiden. Und wie verzweifelt manche Menschen versuchen zu verdrängen, was sie nicht sehen und hören wollen, selbst wenn es an die eigene Türe klopft. Und das ist scheinbar so gewünscht. Denn viele Informationen sind nur schwer zugänglich und werden nur selten von den allgemeinen Medien publik gemacht. Oder das in einer Form, die nur schwer verständlich bis nahezu kryptisch ist.

der Teich unter der Oberfläche
der Teich unter der Oberfläche
Sinn und Zweck eines demokratischen Staates ist es, den BürgerInnen Sicherheit und Schutz zu geben. Das Individuum gibt seine natürliche Freiheit im gewissen Sinne auf, damit der Staat eben diese vermeintliche Freiheit, Leben und Eigentum schützt. An sich klingt das schon widersprüchlich. Doch aus Angst, die von Medien und Autoritätspersonen beständig geschürt wird, unterwerfen wir uns der staatlichen Gewalt. In dem Fall jedoch, in dem ein Staat seine BürgerInnen nicht mehr schützt, erfüllt er auch seinen Zweck nicht mehr! Logik, Vernunft: Wir sollen uns ihrer bedienen, also tun wir es. Die wenigsten Menschen wollen selbst lesen, sie wollen es gezeigt bekommen, also seht:

In einem Staat, in dem jeder Bürger willkürlich als psychisch krank abgestempelt werden kann und zwangsbehandelt wird, erfüllt die staatliche Institution ihren Zweck nicht mehr. Im Namen einer sog. Sicherheitsmaßnahme wird jeder Einzelne der Willkür einer Macht- und Geldorientierten Institution preisgegeben. Ohne Menschlichkeit und ohne Moral. Dafür mit außergewöhnlich hoher Sterberate: 10.000 Todesfälle in der Psychiatrie z.B. 2010.

Die meisten tun es als übertrieben ab, die heutige Zwangspsychiatrisierung mit der systematischen Vernichtung der als „Geisteskranke“ abgestempelten Menschen im Dritten Reich zu vergleichen. Das war auch meine Ansicht. Vergleicht man jedoch die Todeszahlen in der Psychiatrie aus der Arbeit Faulstich´s (aus der Zeit 1945-1949), in der noch systematisch gemordet wurde, kommt man auf ein erschreckendes Ergebnis.

Noch erschreckender mag in diesem Zusammenhang die Tatsache erscheinen, dass die Gegenwart noch immer auf demselben Lehrmaterial basiert, das damals zum Holocaust führte. Niemand gibt heutzutage kund, dass in der Psychiatrie - trotz Ende des Krieges - bis 1949 weiter systematisch gemordet wurde. Daher empfehle ich dringend „Hungersterben in der Psychiatrie 1914-1949“ http://www.amazon...1237046378 zu lesen, um einer Wiederholung der Geschichte vorzubeugen.

Society 2
Society 2
Am 15. 11. 2012 fand in Berlin eine Konferenz der JustizministerInnen statt, die - trotz Proteste verschiedener Menschenrechtsorganisationen - beschlossen hat, die Zwangsbehandlung innerhalb der Psychiatrie wiedereinführen zu wollen. Wenn man dieses nun als ersten Schritt bezeichnen kann, so streben sie noch zusätzlich an, auch die ambulante Zwangsbehandlung durchzusetzen. Doch was folgt darauf? Wir wollen es uns gar nicht vorstellen und doch werden wir es bald erfahren, wenn nichts dagegen unternommen wird, bzw. wenn wir als Menschen nichts dagegen unternehmen. Denn oftmals ist die Oberfläche schöner, als der Teich darunter.

Caroline Thongsan

Bildnachweis:
  • der Teich unter der Oberfläche: Caroline Thongsan
  • Society: Caroline Thongsan
  • Society 2: Caroline Thongsan

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Schlüsselwörter: Zwangspsychiatrie | Psychiatrie | psychiatrischer Zwang | Diagnosen
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