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Internet: Rund ums Internet

Der teuerste Leserbrief Deutschlands?

Jetzt kostet er schon 8157,52 Euro

Jetzt soll er schon 8 157,52 Euro kosten: Hat die Wilhelmshavener Internet-Zeitung www.2sechs3acht4.de am 2. April 2008 den teuersten Leserbrief Deutschlands veröffentlicht? Verfasst wurde dieser Beitrag von Markus S. Heese, Unternehmensberater und FDP-Mitglied aus Holzwickede. Thema war der in Wilhelmshaven geplante JadeWeserPort.

Die erste Anwaltspost bekam 2sechs3acht4-Herausgeber Heinz-Peter Tjaden am 23. April 2008. Die Anwältin Patricia Morgenthal forderte im Namen des Unternehmensberaters 1 000 Euro Schadenersatz für die „Verletzung von Persönlichkeitsrechten“, dazu ein Honorar von 320 Euro, zahlbar bis zum 9. Mai 2008. Sonst werde sie die Summe „beitreiben“.

Die Forderung begründete die Anwältin so: Markus S. Heese sei regelmäßiger Empfänger des Newsletters der Wilhelmshavener FDP. Als solcher habe er seinen Beitrag geschrieben, gedacht gewesen sei er nur für die Empfänger des Newsletters, keinesfalls aber für eine breitere Öffentlichkeit.

„Tolle Idee“, dachte sich Tjaden, einen Leserbrief an eine Internet-Zeitung schicken, darauf warten, dass dieser Brief veröffentlicht wird und dann auf der Bezahlmal-Matte stehen. Einen Warnhinweis trug der per Mail verschickte Beitrag jedenfalls nicht. Also machte der 2sechs3acht4-Herausgeber die Idee von Markus S. Heese im Netz und auf in Wilhelmshaven verteilten Flugblättern publik.

Das führte per 15. Mai 2008 zu zwei weiteren Schreiben der Anwältin. Wieder sah sie die Persönlichkeitsrechte ihres Mandanten verletzt, dieses Mal auch noch ihre eigenen. Die waren dem Unternehmensberater und ihr jeweils 3 000 Euro wert, außerdem ein Honorar in Höhe von 837,52 Euro, zahlbar innerhalb einer Woche.

Tjaden wurde aber nicht zur Zahlung aufgefordert, sondern auch zur Abgabe von Unterlassungserklärungen, zur „Beseitigung“ der Folgen seiner Veröffentlichungen und zur Bekanntgabe aller, die von der Idee des Unternehmensberaters Kenntnis bekommen hatten.

Zur Antwort bekam die Anwältin vom 2sechs3acht4-Herausgeber: „Woher hat Markus S. Heese eigentlich meine Mail-Adresse? Verschickt die Wilhelmshavener FDP ihren Newsletter mit offenen Empfängeradressen? Muss deshalb jeder Empfänger damit rechnen, dass ihm passieren kann, was mir passieren soll?“

Wie teuer diese Fragen sind, weiß Heinz-Peter Tjaden noch nicht…

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Schlüsselwörter: Leserbrief | JadeWeserPort | FDP
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