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Politik: Welt

Was ist los im Iran?

Die Europäische Union hat zum 19. Mal Sanktionspaket gegen Iran beschlossen. Die neuen Strafmaßnahmen zielen besonders auf die iranische Finanzbranche sowie den Energie- und Handelssektor des Landes. Die Sanktionen werden sehr schmerzhaft für die Mullahs sein. Die Zeit läuft gegen die Mullahs und ihre Macht in der Region auch. Ihre Probleme sind unlösbar geworden und die Unterdrückung hat ihre Grenze erreicht.

Die Mullahs haben immer davon profitiert, dass der Westen sie „beschwichtigen“ wollte. Mit einem „kritischen Dialog“, wie die Politik des Westens in den achtziger Jahren hieß, die bis vor kurzem faktisch weiter betrieben wurde, ist den Mullahs im Iran die Möglichkeit gegeben worden, ihre Macht im Nahen und Mittleren Osten zu festigen und zu erweitern. Die langen Arme der Mullahs im Libanon, die Hisbollah und das Assad-Regime in Syrien, haben seit mehr als 30 Jahren dieser Politik mehr Gewicht gegeben.

Die ernsthafte Opposition im Iran, die Organisation der Volksmudschahedin, wurde als Zeichen des guten Willens gegenüber Khatami von den USA und von der EU auf die Liste ausländischer Terrororganisationen gesetzt. Was war die Grundlage dieser Maßnahme in der Wirklichkeit? Man hat es nie erfahren. Die Volksmudschahedin haben rechtliche Schritte unternommen, haben die Staaten, die sie als Terroristen geächtet hatten, verklagt und alle Verfahren gewonnen. Den letzten Triumph errangen sie am 28. September 2012 in den USA, als sie von der Terrorliste des Landes gestrichen wurden, wodurch sie vollen Spielraum zu politischem Handeln erhielten. Die EU hatte sie schon vor drei Jahren von ihrer Terrorliste gestrichen.

Die Rehabilitierung der Volksmudschahedin ist eine sehr ernsthafte Niederlage für die Mullahs.

Die Volksmudschahedin werden nach ihrem jüngsten Erfolg den Mullahs größere Schwierigkeiten bereiten. Das wissen die Mullahs wohl. Sehr wichtig für die Macht und Position der Mullahs ist zweitens die Lage in Syrien. Man bezeichnet dieses Land als Hof des Hauses Iran, während der Irak mit dem mullahfreundlichen Premierminister Nuri Almaleki der Garten dieses Hauses genannt wird. Ohne Assad und Syrien würden die Mullahs im Nahen Osten keine erhebliche Rolle spielen.

Ein dritter wichtiger Faktor, der auf die Situation einwirkt, ist die miserable wirtschaftliche Lage des Regimes. Die Sanktionen zeigen ihre Zähne im Körper der Mullahs.

Allein in vier Monaten ist der Wert der iranischen Währung, des Rial, viermal gefallen. Die Inflation hat die Grenze von 50% erreicht.

In den letzten zwölf Monaten waren fast 60% weniger Schiffe zum Iran oder aus dem Lande unterwegs als im Jahr davor.

Für die Menschen im Iran wird das Leben immer schwieriger. So kann es nicht lange weitergehen.

Ein vierter Faktor besteht in den Auseinandersetzungen zwischen den verschiedenen Flügeln des Regimes.

Der vom religiösen Diktator Khamenei geführte Flügel will die um Rafzanjani gesammelten Kräfte neutralisieren. Bazar und Wirtschaft gehören zum Flügel Rafzanjani. Seine Tochter und seine Söhne sind bereits verhaftet worden. Das Ziel der Aktionen ist der Vater.

Khamenei will auch dem national-faschistischen religiösen Flügel von Ahmadinedjad die Macht nehmen. Aber dieser Flügel, der sich „Anhänger des Zwölften Imam Mehdi“ nennt, ist nach wie vor sehr stark im Lande.

Die Zeit läuft wirklich nicht gut für die Mullahs im Iran.

Mohammad Moshiri

Deutsch-Iranischer Schriftsteller in Berlin

www.diezeitbruecke.de

15.10.2012

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Schlüsselwörter: Iran | Mullahs
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Kommentare

V. Amini
am 16.10.2012 18:18:18 (195.94.74.xxx) Link Kommentar melden
Die verschärften EU-Sanktionen gegen das Regime im Iran sind sicher zu begrüßen. Ich stimme aber dem Inhalt dieses Artikels, dass die Sanktionen wirklich mit einem politischen Ziel verbunden sein sollen. Die primäre Gefahr der religiösen Diktatur richtet sich gegen die eingene Bevölkerung, die das Regiem als seine Feinde sieht. Daher eine Anerkennung der inzwischen rehabilierten Opposition der iranischen Volksmudschahedin kann sowohl den Menschen im Iran aber sicher auch der Sicherheit und Stabilität in der Region zugute kommen.
majid
am 16.10.2012 22:33:19 (188.195.170.xxx) Link Kommentar melden
der Autor hat die Fakten richtig aus gezählt. weiter so.
Toni
am 17.10.2012 08:03:03 (79.201.108.xxx) Link Kommentar melden
4 Faktoren nennen Moshiri um zu beweisen, dass die Lage der Mullahs im Iran nicht stabil ist. Das stimmt 100%. Ich lese oft die Artikel von Herrn Moshiri in seiner Homepage. sie sind immer zutreffend und informativ. Ich wünsche mir, dass diesmal er mit diesen 4 Faktoren Recht hat. Auch die Volksmudschahedin sind jetzt befreit von allen Hindernisse. Das ist auch eine Hoffnung für Demokratie im Iran.
don
am 17.10.2012 09:35:57 (178.203.76.xxx) Link Kommentar melden
Es ist überfällig, dass endlich den Mullahs die Grenzen aufgezeigt werden. Dies kann nur geschehen, wenn man sie aus der Weltgemeinschaft ausschließt und ihre Opposition offensiv unterstützt. Bestes Beispiel ist Südafrika. Diese ganze Mauschelei und inoffizielle und offizielle Anerkennung von solchen Regimen ist Unsinn, ebenso wie deren Zerbomben und einen Einmarsch in Regionen und Mentalitäten, die der Westen nicht verstehen kann.

Das iranische Volk muß es regeln und wir sollten mit allen Kräften die unterstützen, die dort Demokratie einführen wollen, egal was ihre Vergangenheit oder Schmähkampagnen der Mullahs und seiner Handlanger sagen.
Hossein
am 17.10.2012 20:34:46 (77.2.244.xxx) Link Kommentar melden
Endlich eine plausible Analyse der politischen Entwicklung im Iran.
Ich stimme dem Autor voll und ganz zu. Die Beschwichtigungspolitik hat nur dazu geführt, dass die Mullahs ihr ambitioniertes Atomprogramm vorangetrieben haben und nun zu einer Bedrohung für die gesamte Region geworden sind.
Eine vernünftige Politik, die übrigens auch im Interesse des Westens ist, ist der Sturz des klerikalen Regimes in seiner Gestammtheit. Selbstverständlich gibt es keine andere politische Kraft als die Volksmojahedin, die diese Aufgabe erledigen könnte. Deshalb ist Lösung sehr einfach: Entweder ein Regime-Wechsel mit dem iranischen Volk und dessen organisierten Widerstand oder das Unheil des reaktionären und brutalen Mullah-Regimes im Iran.
Der Westen ist nun am Zug!
Sohrab
am 17.10.2012 21:26:02 (82.83.199.xxx) Link Kommentar melden
Das neue Embargo der EU gegen das Mullahs-Regime ist zu begrüßen. Ich meine, dass es eine wirksame Maßnahme gegen eventuelle militärische Aktionen ist. Die klerikale faschistische Herrschart der Mullahs steht kurz vor ihrem Zusammenbruch und solche Bestimmung unterstützen uns auf dem Weg unsere Heimat zu befreien. Dieser Artikel ist sachlich und hat die Öffentlichkeit sehr genau informiert.
Mit freundlichen Grüßen.
Sohrab
Masoud.a
am 18.10.2012 09:42:17 (77.20.26.xxx) Link Kommentar melden
Eine sehr gut geschrieben Artikel.Dei ganze könnte vor paar Jahren,wenn die westen nicht damals an Khatami geglaubt hatten!Aber jetzt ist auch nicht zuspät.
Die westen hat die richtige schritte genommen und jetzt müß fest daran glauben und weiter machen, die weitere richtige schritte wären,daß die Muhllah ernsthafte gegner die NCRI anerkennen und die dabei zu unterstützen für eine Wandel im Iran.Eine Freie iran.
Amir
am 18.10.2012 10:53:55 (84.129.57.xxx) Link Kommentar melden
Wenn man aus der Mullahs Lobbyisten Sicht die Sache betrachtet, natürlich ist Man mit der Inhalt der Artikel nicht einverstanden. Aber Fakt ist, dass die religiös faschistisches Regime im Iran eine unmenschliches Regime ist. Man muss sich diese einfache Frage stellen, warum seit die Mullah im Iran an der Macht sind, über Millionen Iranerinnen und Iraner das Land verlassen hatten und sogar jetzt gibt viele menschen, die das Land liebe Heute als Morgen verlassen wollen. Das bedeutet nicht, dass diese Menschen ihre Heimat nicht mögen, sondern weil sie die Mullahs Macht nicht mehr tolerieren wollen. Ich als ein Iraner voll mit der Inhalt diese Artikel einverstanden bin und sage mach so weiter. Übrigens gibt sogar deutsche Lobbyisten, die mit der Taleban sympathisieren. (Am 17.10.12 um 21:45 bei Anne will im ersten.) muss man sich nicht Schemen?

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