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Sonstiges: Kultur & Religion

Kommt man nur in den Himmel wenn man Kirchensteuer zahlt?

Entweder ganz ein Katholik oder gar kein Katholik

Kirchliche Prachtbauten nicht ohne Steuereinnahmen
Kirchliche Prachtbauten nicht ohne Steuereinnahmen
Wer nicht zahlt fliegt raus. – Jetzt wird’s ernst. Entweder ein Katholik ist ein ganzer Katholik oder er ist überhaupt kein Katholik und kommt auch nicht in den Himmel. Zu einem ganzen Katholiken gehört auch, dass er regelmäßig seinen Mitgliedsbeitrag an die Kirche abführt. Und dieser Mitgliedsbeitrag wird in Deutschland vom Staat zwangseingetrieben – per so genannter Kirchensteuer.

Ist man nach einem Kirchenaustritt noch ein Christ?

Die katholische Kirche ist einer der wenigen Vereine, die die Beiträge seiner Mitglieder in Deutschland mit staatlicher Hilfe eintreiben. Dies geschieht seit dem 19. Jahrhundert gewissermaßen als Ausgleichszahlung für die Verstaatlichung kirchlicher Besitztümer. Die Schäfchen bezahlen demnach bis heute noch die Schulden des Staates – oder wie soll man das verstehen?

In der heutigen Zeit, in der auch in Deutschland die Armut (Altersarmut, Kinderarmut…) immer mehr auf dem Vormarsch ist (so lesen wir es doch alle paar Tage in den Medien) treten viele Kirchenmitglieder aus der Kirche aus, um die Zwangsabgabe der Kirchensteuer zu sparen. Davon ist zwar nicht nur die katholische Kirche betroffen, aber diese wehrt sich nun vehement dagegen und belegt ihre offiziell ausgetretenen Mitglieder mit Sanktionen die quasi einer Exkommunizierung gleichkommen.

Nach diesem Gebaren, so muss man jetzt zwangsläufig annehmen, ist man also kein Christ mehr, wenn man aus der Kirche austritt und keine Kirchensteuer mehr bezahlt. Als Nichtchrist kommt man dann sicher auch nicht mehr in den Himmel (wie kleinen Kindern immer erzählt wird um sie in die Kirche zu locken) – im Gegensatz zu den zahlreichen brav zahlenden Priestern, die sich an Kindern vergangen haben – oder was?

Kann man ohne Steuern zu zahlen kein gläubiger Christ sein?

Diese Frage stellt sich gerade derzeit wieder vermehrt. Die Kirche verweigert Nichtmitgliedern (also allen, die keine Kirchensteuer zahlen) praktisch sämtliche kirchlichen Privilegien. Man kann keinem kirchlichen Verein mehr beitreten oder muss aus solchen ausscheiden, kann keinen Job für kirchliche Arbeiten und Aufgaben bekommen, wird nicht gefirmt, kann keine Kommunion empfangen oder Taufpate werden. Eine kirchliche Trauung ist da ebenso unmöglich wie ein christliches Begräbnis das ohne Pastor stattfinden muss.

Dabei spielt es für Untertanen des Papstes keine Rolle ob jemand an Gott glaubt, nach den 10 Geboten lebt und nur Gutes tut oder nicht. Entweder man ist ein ganzer Katholik oder gar keiner. Halbe Katholiken gibt es nicht – wenigstens nicht im gemeinen Volk.

Vom Papst abgesegnet sind diese Sanktionen, die einer Exkommunizierung gleichkommen, per allgemeinem Dekret seit dem 24. September 2012 faktisch Gesetz der katholischen Kirche. Das sorgt seit Bekannt werden wieder für Zoff nicht nur unter den Gläubigen. Worum geht es der Kirche eigentlich? Um den Glauben oder um die Steuergelder? Langsam fragt man sich, wer denn dann dereinst die Himmelspforte durchschreitet und wer nicht. Und wen wundert es noch, wenn die Kirche immer mehr ihrer Schäfchen verliert…

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Schlüsselwörter: Kirchensteuer | Mitgliedsbeitrag | Papst | Vatikan | Exkommunizierung
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