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Medien: Leute

Der Dalai Lama auf Deutschlandreise

Das geistige Oberhaupt der Tibeter zieht zig Tausende in seinen Bann

Die Deutschlandreise des Dalai Lama war bereits seit Monaten geplant. Am Sonntag (18.05.) begeisterte er mit seiner Rede rund 7.000 Zuhörer in der ausverkauften Nürnberger Arena. Ein besonderes Anliegen war es ihm, dass die Religionen mit mehr Toleranz untereinander auskämen. Für Montagnachmittag (19.05.) werden für seine Kundgebung am Brandenburger Tor in Berlin bis zu 15.000 Menschen erwartet…

„Die Menschen, die zu meinen Vorträgen kommen, wollen Solidarität für die Sache der Tibeter zeigen. Aber mir sind die Förderung der menschlichen Werte und die religiöse Harmonie wichtiger“, sagte der Dalai Lama. Und so betonte er auch immer, seine Reise nach Deutschland habe keinen politischen Hintergrund.

Doch so ganz unpolitisch konnte und kann sie leider nicht verlaufen, angesichts der Tibetkrise. So sagte der Dalai Lama am Samstag (17.05.) in Mönchengladbach vor rund 2.500 Zuhörern: „Ohne eine einvernehmliche Lösung für das Tibet-Problem ist langfristig mit weiteren Unruhen zu rechnen. Eine Lösung des Problems ist auch im Interesse Chinas, für dessen Ansehen als Großmacht bedarf es auch einer moralischen Autorität.“

Wolfgang Grader, Vorsitzender der Tibet-Initiative-Deutschland, sagte, dass noch immer rund 5.000 Tibeter inhaftiert seien, die meisten völlig unbegründet und unschuldig.

Bei seiner Ankunft in Nürnberg am Samstagnachmittag wurde er von rund 3.000 Menschen begrüßt und nach dem Empfang im Rathaus betete er an der tibetischen Säule in der Straße der Menschenrechte, wo anschließend auch eine Gedenkminute für die Opfer der Erdbebenkatastrophe in China eingelegt wurde.

Für Montagmorgen hat die Entwicklungshilfeministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul ein Treffen mit dem Dalai Lama geplant. Das sorgte insbesondere bei SPD-Chef Kurt Beck für großen Unmut. So zitierte die Welt am Sonntag aus einem Interview mit dem SPD-Landesvorsitzenden Ralf Stegner wie folgt: „Keiner von uns hat gewusst, dass Heidemarie Wieczorek-Zeul den Dalai Lama treffen wollte.“ Als sie dann davon erfuhren, „war der Scheiß ja nicht mehr rückgängig zu machen“

Von Seiten der CDU wurden die Äußerungen schlicht als „einfach unwürdig“ kritisierte und die Grünen warfen der Regierung vor, sie agiere angesichts des Besuches des Dalai Lama chaotisch und hilflos. So wollen die Grünen auch den Dalai Lama am Montagnachmittag empfangen.

Auch, wenn der Dalai Lama bei einem Interview am Samstagabend in den Tagesthemen sagte, sein Besuch sei zwar politisiert worden aber nie als politisch geplant gewesen. Und wie Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) nach einer Spiegel-Meldung erfahren hat, plane die chinesische Regierung in Peking einen Neuanfang in Gesprächen mit dem Dalai Lama. Deshalb lehnte er ein Treffen mit dem Dalai Lama bei dessen derzeitigen Deutschlandbesuch strikt ab.

Auch von Seiten Chinas wird der Besuch mit Skeptik und Misstrauen betrachtet. So kritisierte der chinesische Botschaftsrat Junhui Zhang in der Frankfurter Rundschau den Dalai Lama als politischen Exilant, der unter dem Deckmantel der Religion, der Menschenrechte und der Autonomie separatistische Aktivitäten gegen China im Ausland betreibe...

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Schlüsselwörter: Dalai Lama | Deutschlandreise | Tibet | China | Buddhismus | Menschenrechte
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Kommentare

Kabutoo
am 20.05.2008 08:50:21 (195.230.200.xxx) Link Kommentar melden
Peindlich, wie mächtig China ist, fast kein ranghoher Politiker will China verärgern und so schuld sein, wenn man weniger vom chinesischen Kuchen ab bekommt. Geld hat ja kein Gewissen...

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