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Sonstiges: Tierschutz

Kennen Sie eine Nutztier-Arche?

– oder: Was ist die Steigerungsform von tot?

Kontakt hautnah. Bauernmarkt Halveraner Herbst.
Kontakt hautnah. Bauernmarkt Halveraner Herbst.
Tot – toter – am totesten… Sorry, das ist natürlich absoluter Blödsinn. Es gibt keine Steigerungsform von „tot“! – Oder doch? Was aber könnte „toter“ als tot sein? Die Antwort auf diese Frage fand ich rein zufällig auf dem Bauernmarkt des Halveraner Herbstes am vergangenen Sonntag. Sie lautet: „AUSGESTORBEN!“

Ausgestorben – Für immer verloren

Lt. Wikipedia sind seit historischer Zeit (also, die prähistorische Zeit der Dinosaurier nicht mitgezählt) etwa 500.000.000 Tierarten ausgestorben. Für die meisten davon ist der Mensch direkt oder indirekt verantwortlich. Bei den Pflanzen verhält es sich ähnlich. Ungeheure Ressourcen, gerade für die medizinische Forschung sind bereits verloren oder stehen kurz vor dem Aussterben.

„Neuste Erhebungen gehen davon aus, dass die derzeitige Aussterberate von 3 bis 130 Arten pro Tag um den Faktor 1.000 bis 10.000 über dem natürlichen Prozess der Evolution liegt.“ (Zitatquelle: WWF)

Daran kann auch das Washingtoner Artenschutzabkommen nicht viel ändern, wenn nicht wir alle bereit sind etwas gegen das Aussterben der Arten zu tun! Wir sollten uns nicht darauf verlassen, eines Tages alles wieder rückgängig machen zu können im Stile eines modernen „Jurassic Parks“.

Auch Nutztierarten sind vom Aussterben bedroht

Denkt man ans Aussterben, so denkt man in der Regel zuerst an alle möglichen Exoten und meint: „Das betrifft uns doch gar nicht“ oder „Um diese Art ist es doch nicht schade“. Letzteres, wenn man sich davor ekelt (vielleicht Spinne, Maus oder ähnliches) oder man davor Angst hat (z.B. Weißer Hai, Krokodil etc.).

Aber wussten Sie auch, dass bereits heute viele alte Nutztierarten kurz vor dem Aussterben stehen und es bereits eine „Rote Liste“ für diese gibt? Früher gab es viele regional unterschiedliche Nutztierrassen in der Landwirtschaft. Sie waren an das regionale Klima und die Umwelt nahezu perfekt angepasst. Doch immer mehr Menschen benötigen immer mehr Nahrung und so wurden die alten Nutztierarten in der Landwirtschaft durch einige wenige Hochleistungsrassen ersetzt. Anders war es vielfach aus wirtschaftlichen Gründen auch gar nicht möglich.

Doch heute, wo sich bereits viele Menschen eines Besseren besinnen und Schlagworte wie „Bio“ in und Begriffe wie „Massentierhaltung“ out sind, besinnt man sich glücklicherweise wieder der „guten alten Zeit“ und den alten Nutztierarten.

Die Nutztier-Archen

Lamm-Rezeptbüchlein und Info-Flyer aus Dahlhausen.
Lamm-Rezeptbüchlein und Info-Flyer aus Dahlhausen.
Nutztier-Archen sind Bauernhöfe oder Zuchtbetriebe, die mindestens eine der alten und gefährdeten Nutztierrassen züchten. Prinzipiell kann jeder, der so eine Tierart züchtet, eine Nutztier-Arche aufmachen. Allerdings darf man sich nicht einfach so nennen, denn es gibt da den Dachverband VIEH (Vielfältige Initiative zur Erhaltung gefährdeter Haustierrassen). Durch diese Nutztier-Archen sollen die alten Arten erhalten bleiben.

Auf dem Bauernmarkt des Halveraner Herbst präsentierte sich jetzt eine dieser Nutztier-Archen in der Region, die Nutztier-Arche Dahlhausen aus Halver. Sie hat sich spezialisiert auf die Züchtung von Waldschafen. Die stammen ursprünglich aus dem österreichischen Waldviertel, von woher sie ihren Namen haben. In der Dahlhauser Nutztier-Arche leben sie das ganze Jahr über in luftigen Offenställen, die von den Tieren jederzeit verlassen werden können. Zudem haben sie freien Zugang zu den Weideflächen. Als Produkt bietet die Nutztier-Arche Dahlhausen insbesondere schmackhaftes Lammfleisch aus eigener Züchtung an. Dazu wurde eigens auch ein Rezeptbüchlein mit leckeren Lammgerichten entworfen.

Bildnachweis:
  • Kontakt hautnah. Bauernmarkt Halveraner Herbst.: Foto: © Axel Ertelt (Unterliegt dem Urheberrecht!)
  • Lamm-Rezeptbüchlein und Info-Flyer aus Dahlhausen.: Foto: © Axel Ertelt (Unterliegt dem Urheberrecht.)

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Schlüsselwörter: Nutztier-Arche | Waldschafe | Lammfleisch | Nutztierrassen | Artensterben
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Kommentare

Philipp Dienst
am 27.04.2013 08:43:12 (79.240.194.xxx) Link Kommentar melden
Nutztier-Archen sind Bauernhöfe oder Zuchtbetriebe, die mindestens eine der alten und gefährdeten Nutztierrassen züchten.
Eine gute Möglichkeit, die Vielfalt des Artenbestandes zu erhalten und zu sichern. Vielerorts gibt es in der naturnahen Landwirtschaft solche Bestrebungen, nicht nur für Tiere, sondern auch für Pflanzen!
Kay Lorey
am 28.04.2013 22:18:49 (93.216.75.xxx) Link Kommentar melden
Möglicherweise werden die EUdSSR mithilfe ihrer Brüsseler Bürokraten genau das aber kriminalisieren. Man sollte es nicht glauben, aber es ist so - die sind völlig krank:
EU will Anbau von Obst und Gemüse in Gärten regulieren

Deutsche Wirtschafts Nachrichten | Veröffentlicht: 23.04.13, 00:27 | Aktualisiert: 25.04.13, 11:42 | 1.933 Kommentare

Die Europäische Kommission will den Landwirten und Gärtnern in Zukunft die Verwendung von Einheits-Saatgut vorschreiben. Alte und seltene Sorten haben kaum Chancen auf eine Zulassung, ihr Anbau wird strafbar - auch wenn er im privaten Garten erfolgt.
http://deutsche-w...verbieten/

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