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Wirtschaft & Finanzen: Deutschland

Das Geschäft der Kommunen mit dem Altpapier

Kommunale Monopole drängen Privatunternehmer in die Insolvenz

Berge von Altpapier = Bares Geld...
Berge von Altpapier = Bares Geld...
Mit Altpapier kann man gut verdienen. Das Wissen auch die Kommunen. Immer mehr von ihnen versuchen damit ihren Haushalt aufzubessern. Damit dies auch reibungslos funktioniert wird es gleich zum Monopol gemacht und das Geschäft mit dem Altpapier für Privatunternehmer einfach verboten.

Negativbeispiel Görlitz

In einem Bericht vom 10. Juni 2012 berichtete das ZDF, dass die Stadt Görlitz jetzt ins Altpapiergeschäft eingestiegen sei. Wo bisher ein Privatunternehmen das Altpapier an der Wohnungstür einsammelte, hat nun die Stadt Görlitz zum Leidwesen seiner – vor allem älteren und behinderten – Bewohner Wertstofftonnen mit blauem Deckel eingeführt, in die das Altpapier jetzt eingelegt werden muss. Der seit vielen Jahren tätigen Privatfirma wurde das Einsammeln von Altpapier kurzerhand verboten.

2.500 Euro Strafe soll die Firma zahlen wenn sie trotzdem sammelt. Das Verbot bedeutet das Aus für den mittelständischen Unternehmer und die Arbeitslosigkeit für dessen Mitarbeiter. Ein Einzelfall? Mitnichten! Das Geschäft mit dem Altpapier boomt.

Zu wenig Volumen für Altpapier

In der sauerländischen Kleinstadt Halver ist das kommunale Müllentsorgungssystem nach Ausschreibung in der Hand des großen Entsorgungsbetriebes Lobbe, das dort das Monopol mit Hilfe der Stadt hält. Altpapier wird dort alle vier Wochen einmal per grüne Tonne, die jeder Haushalt hat, abgeholt. Entsprechend voll sind die grünen Tonnen dann immer, denn die Massenflut der Prospekte großer Firmen, die manchmal 50 Kilometer oder mehr entfernt sind, mit denen die Bürger heute regelrecht zugeschüttet werden und die tagtäglich die Briefkästen blockieren – egal ob Werbung erwünscht oder nicht – benötigt schon das laufende Tonnenvolumen von mindestens 25 %. Wehe dem, der auch noch eine Tageszeitung abonniert hat. Der hat dann meistens keinen Platz mehr für anderen Papierabfall. Und den dann entsorgen ist in Halver fast unmöglich – und die Stadt scheint’s nicht zu interessieren.

Anders in der Nachbarstadt Lüdenscheid, wo es ein städtisches Müllentsorgungssystem gibt. Dort kann man sein Altpapier zum Entsorgungsbetrieb bringen – egal wie viel. Natürlich nehmen die auch das Altpapier aus anderen Gemeinden an, denn schließlich ist damit viel Geld zu verdienen. Und dies wahrlich in zweifacher Hinsicht, denn die Zulieferer von außerhalb müssen dabei noch draufzahlen. Es kostet bis zu 20 Euro pro Anlieferung. Kontrolliert wird das Ganze per Ausweis des Zulieferers.

Kommunale Monopole statt freier Marktwirtschaft

Der Altpapierhandel mit dem sich heute sehr gut verdienen lässt wird immer mehr zum Monopol der Kommunen oder einiger Großunternehmen. Mittelständische Betriebe haben erst keine Chance oder werden per kommunale Verbote in den Ruin, in die Insolvenz getrieben. Ein paar Hartz-IV-Empfänger mehr – was spielt das schon für eine Rolle angesichts der finanziellen Gewinne aus dem Geschäft mit dem Altpapier. Auf der Strecke bleibt wieder einmal mehr der kleine Bürger und natürlich die freie Marktwirtschaft…

Bildnachweis:
  • Berge von Altpapier = Bares Geld...: stummi123, Pxelio.de. (Freigabe redaktionell mit eingeschränktem Bearbeitungsrecht.)

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Schlüsselwörter: Altpapier | Monopol | Marktwirtschaft | Müllentsorgung | Recycling
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Kommentare

ecco-john
am 12.02.2013 01:42:42 (95.91.49.xxx) Link Kommentar melden
Mein Gott, liebe Bürger, dann gebt doch nach und praktiziert Selbsthilfe.

Einfach nach Großvaters Art:

Also:

1.) Zeitung lesen,

2.) Selbige für den nächsten Toilettengang nutzen / nutzen lassen,

3.) ab damit zur OB Abt. Altpapier

sinnvollerweise nun aber bitte nicht in die blaue Tonne, sondern sich im Rathaus erkundigen, ob´s nicht vielleicht Sondermüll ist, und nun sofort in der Verwaltung fachgerecht entsorgen.

So wird nun auch aus eventuell "illigal zu städtischem Eigentum deklariertem Diebesgut" dennoch was sinnvolles. Der Haushalt spart zumindest am Toilettenpapier, und der OB macht stinkendes Taschengeld.

Aber, beiden ist geholfen. Das nennt man logische Konsequenz - glaub ich mal!

Rechtlich jedenfalls gehört mir mein Altpapier solange, bis ich meinen Eigentumsanspruch aufgebe. Typisch überhebliche Mafia Methoden vieler Kommunen aufgrund selbstgestrickter " Ver-un-ordnungen".

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