Rund um OZ24

Suchen

Unterstütze OZ24

Sonstiges: Gesundheit

Notfallsanitätergesetz - Rettungsfachpersonal oder doch nur Barfußmediziner ?

Sanitäter
Sanitäter
Der Gesetzesentwurf für den neuen Beruf des Notfallsanitäters steht, und schon kommen wie im Übrigen erwartet alte Themen zur Diskussion. Das nun schon seit Jahren bekannte Reizthema „Notkompetenz“ scheint auf Missfallen zu stoßen. Die Durchführung heilkundlicher (ärztlicher) Maßnahmen ist nach Aussagen der Bundesvereinigung der Arbeitsgemeinschaften der Notärzte Deutschlands e.v. nicht logisch und sollte daher dringend wieder geändert werden. Die BAND bezieht sich hierbei auf die Formulierung „In Fällen in denen der Arzt nicht rechtzeitig anwesend ist, übernimmt der Notfallsanitäter die Aufgabe das zu tun, was notwendig ist, um das Leben der Patienten zu retten, oder wesentlichen Folgeschäden vorzubeugen, die durch Verzögerungen von Hilfeleistungen drohen.

Es ist unstrittig, dass sich invasive Maßnahmen, wie z.B. die eigenständige Anwendung einer Narkoseeinleitung, die Thoraxtrainage und auch die Koniotomie durch Rettungsfachpersonal, nicht in wenigen Stunden oder Schnellkursen erlernen lassen. Das betrifft insbesondere auch den Sachverhalt erforderlicher invasiver Gegenmaßnahmen bei Entgleisung bereits ergriffener Maßnahmen.

Unstrittig ist aber auch der Sachverhalt, dass in den letzten Jahrzehnten, durch „Überschreitung“ der Kompetenzen in „Ausnahmelagen“, von erfahrenem Rettungsfachpersonal zahlreichen Menschen das Leben gerettet, oder eine Manifestierung gesundheitlicher Dauerschädigungen vermieden wurde.

Auffällig ist in diesem Zusammenhang stets die Formulierung Notkompetenz. Ich kenne in der deutschen Gesetzgebung keine Paragraphen die diesen Sachverhalt fixieren.

Die Ausübung ärztlicher Maßnahmen durch Rettungsfachpersonal in Ausnahmelagen, kann sich bestenfalls unter den Deckmantel des § 34 STGB Rechtfertigender Notstand stellen. Und nur gesetzliche Grundlagen ermöglichen in entsprechenden Situationen, ein der Erfordernis und dem Geschehen angemessenes Handeln.

Auf die erforderlichen Voraussetzungen zur Anwendung bestimmter Maßnahmen möchte ich hier nicht eingehen.

Auffällig ist der Sachverhalt, dass namhafte Mediziner, nach subjektivem Empfinden, auffällig bemüht sind die Aufwertung eines Berufsbildes zu verhindern.

Das war schon vor Jahren so. Von einer Übertragung diverser Aufgaben auf Rettungsassistenten hält ein bekannter Arzt nichts. Angesichts einer nur zweijährigen Ausbildung handle es sich bei Rettungsassistenten/Innen lediglich um „Barfußmediziner“. So die Aussagen des Ulmer Notfallmediziners in einer Pressemeldung aus 2007 .

Seit Veröffentlichung des Gesetzes über den Beruf des Notfallsanitäters/Notfallsanitäterin in 2012, häufen sich die Stellungsnahmen ärztlicher Verbände und Organisationen. Allesamt könnten geeignet sein, dass ohnehin nicht übermäßig hohe Ansehen dieser Berufsgruppe weiterhin zu schmälern.

Abschließend möchte ich zum Ausdruck bringen, dass ich nicht glaube, dass Rettungsfachpersonal zu den gegebenen Bedingungen gewillt ist, regelmäßig die Aufgaben der Notärzte zu übernehmen.

Die nicht zu unterschätzende Verantwortung, bei dieser gefahrengeneigten Aufgabenstellung in der Notfallmedizin, steht in keiner Relation zu den Möglichkeiten beruflicher Entwicklung und Entlohnung.

Ich wiederspreche aber entschieden jeder abgenickten Zustimmung. Differenzierende Unterscheidung, und eigenverantwortliches Handeln mit ethischen Maßstäben sind mehr denn je, und gerade auch in diesem Bereich notwendig.

eingesandt von:

Alfred Brandner

Bildnachweis:

uploaded

Der Inhalt des vorstehenden Artikels gibt nicht die Meinung der Redaktion von Onlinezeitung24 wieder. Für den Inhalt ist allein der Autor des Beitrages verantwortlich!
Drucken Empfehlen
Schlüsselwörter: Notfallsanitätergesetz | Sanitäter | Gesetzesentwurf
Sie wollen selber einen Artikel schreiben. Kein Problem, einfach registrieren!

Kommentare

Es wurden noch keine Kommentare geschrieben

Einen Kommentar schreiben







Kommentare von Nichtmitgliedern der Seite Onlinezeitung24.de müssen durch einen Bestätigungslink per E-Mail freigeschaltet werden, für Mitglieder entfällt diese Bestätigung. Diese Maßnahme dient der Diskussionskultur und soll die Kommentarfunktion vor Spam schützen. Wir bitten um Ihr Verständis für diese Maßnahme.

Seitenaufbau: 0.04 Sekunden
40,115,336 eindeutige Besuche