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Wissenschaft: Umwelt & Naturschutz

Weltbankinitiative - Schluss mit der Verschwendung von Erdgas

Bis zu 170 Milliarden Kubikmeter Erdgas werden jährlich bei der Erdölförderung einfach abgefackelt, da sehr oft die zur weiteren Verarbeitung notwendige Infrastruktur nicht vorhanden ist. Das Erdgas fällt bei der Erdölförderung als Nebenprodukt an. Schätzungen gehen davon aus, dass bei dieser sinnlosen Erdgasverbrennung rund 400 Millionen Tonnen CO2 freigesetzt werden. Diese 400 Millionen Tonnen entsprechen ca. 1/7 der Menge an CO2, dass die Industrieländer nach dem Protokoll von Kyoto einsparen wollen.

Gegen diese sinnlose Energieverschwendung und Umweltverschmutzung setzt sich eine Initiative der Weltbank unter Leitung des US-Amerikaners Robert Lesnick zur Wehr. Diese Initiative wurde vor einigen Jahren ins Leben gerufen. Bisher war von dieser Initiative nicht viel zu hören doch langsam kommt das Ganze in Schwung. Die ersten größeren Demonstrationen laufen in Indonesien, Nigeria und auch in Russland. Auch auf der Kölner Fachmesse "Carbon Expo" wird die Werbetrommel für das Projekt kräftig gerührt.

In der ersten Phase des Projektes wurde versucht, das Ausmaß der Abfackelung von Erdgas bei der Erdölförderung abzuschätzen. Dazu wurden Satelliten zur Überwachung der Erdölfelder eingesetzt. Diese Phase ist nun abgeschlossen und in Phase 2 soll mit den Regierungen der Welt verhandelt werden, welche ökonomischen und politischen Anreize geschaffen werden können, um die Verschwendung zu stoppen.

Eine Idee die momentan stark voran getrieben wird, ist die Möglichkeit Projekte die die weitere Verarbeitung des bei der Erdölförderung anfallenden Erdgases beinhalten, als offizielle Klimaschutzmaßnahme gemäß den Regeln von Kyoto anerkannt werden. Die dann vergebenen frei handelbaren Emissionszertifikate würden einen finanziellen Anreiz für die Erdölindustrie darstellen, um in die zur Gasgewinnung und Verarbeitung notwendige Infrastruktur zu investieren.

Diese Lösung hat für mich einen bitteren Nachgeschmack. 1. benötigt die Erdölindustrie wirklich noch finanzielle Anreize? Bei Ölpreisen jenseits von 120 Dollar je Barrel sollten die Gewinne ja hoch genug sein um ein wenig für den Umweltschutz zu tun. 2. Selbst wenn das Erdgas nicht sinnlos abgefackelt wird, entstehen in jedem Fall bei der weiteren Verwendung ebenfalls Emissionen. Es ist also fraglich ob es klimatechnisch überhaupt etwas bringt. Viel wichtiger sehe ich den Umstand an, dass wir es uns nicht erlauben können unsere begrenzten fossilen Ressourcen so zu verschwenden.

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Schlüsselwörter: Erdöl | Erdgas | abfackeln | Weltbank | Umwelt | Kyoto | Protokoll | CO2
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