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Der Mönch von Heisterbach – Heimkehr nach 300 Jahren?

Unglaubliche Geschichten über die Zeit

Die Chorruine des Kloster Heisterbach.
Die Chorruine des Kloster Heisterbach.
Die Zeit, das unbekannte Wesen – könnte man sagen. Was ist Zeit? Ist Zeit ein fester Faktor? Kann es unterschiedliche Zeiten gleichzeitig geben? Kann man die Zeit überlisten und in die Vergangenheit oder gar Zukunft reisen? Fragen, auf die es bis heute keine befriedigende Antworten gibt. Und doch gibt es immer wieder Berichte, die darauf hindeuten könnten, dass es bereits gelungen ist die Zeit zu überlisten.

Das Kloster Heisterbach

Im Heisterbachtal, zwischen Oberdollendorf und Heisterbacherrott, unweit von Bonn und in unmittelbarer Nähe von Königswinter am Rhein, befindet sich die Klosterruine Heisterbach. Es handelt sich dabei um eine ehemalige Zisterzienserabtei im Siebengebirge, die im Jahre 1192 gegründet wurde. Der Umzug der Mönche nach hier dauerte noch bis ins Jahr 1202, in dem dann auch endlich der Grundstein der neuen Klosteranlage gelegt werden konnte.

Das Kloster bestand bis zu Anfang des 19. Jahrhunderts und wurde in den Jahren ab ca. 1804 abgerissen. Steine der Klosterbauten wurden unter anderem zum Bau des Nordkanals zwischen Venlo und Neuss sowie für die Festung Ehrenbreitstein bei Koblenz verwandt. Erst 1818 wurde der weitere Abriss durch Verbot weiterer Sprengungen vom Oberpräsidenten der Rheinprovinz unterbunden. So konnte die Chorruine erhalten bleiben. Sie ist bis heute eines der wenigen Relikte, die vom ehemaligen Kloster Heisterbach übrig geblieben sind.

Der zweifelnde Mönch

Im Kloster Heisterbach, so wird erzählt, lebte einst der große, gelehrte Mönch Ivo. Er war zu der Zeit ins Kloster eingetreten, als Engelbert von Berg der Erzbischof von Köln war (29.02.1216 bis 07.11.1225). Diese Zeitangabe ist die vermutlich genaueste Angabe für den Zeitpunkt, an dem sich die nachfolgende Geschichte ereignet haben soll.

Seine intensive Beschäftigung mit der Bibel und den Wissenschaften ließ schließlich immer größere Zweifel an Gottes Wort in ihm aufkommen. So grübelte er eines Tages auch über Vers 4 in Psalm 90 nach, wo da geschrieben steht: „Denn tausend Jahre sind vor dir (gemeint ist hier Gott) wie der Tag, der gestern vergangen ist, und wie eine Nachtwache.“ Tief in seine Gedanken versunken ging er aus dem Kloster hinaus tief in den Wald hinein, wo er sich schließlich niedersetzte und über sein Grübeln einschlief.

Als er wieder aufwachte sah er sich verwirrt um und versuchte seine Gedanken zu ordnen. Was war geschehen? Es war schon spät und es wurde Zeit ins Kloster zurückzukehren.

Unbekannte Brüder

An der Klosterpforte angekommen öffnete ihm ein Mönch, den Ivo noch nie zuvor gesehen hatte. Und auch der Klostergarten sah so ganz anders aus als er ihn kannte. Als er sich schließlich zum Abendessen an den Tisch setzen wollte war sein Platz von einem anderen Mönch belegt, den er genau sowenig kannte wie all die anderen Brüder, die ihn ebenso verwundert ansahen.

Die anderen Mönche fragten nun nach seinem Namen und schauten noch verwunderter drein als zuvor. Als Ivo dann noch sagte, dass er doch hier im Kloster lebte, war die Verwirrung perfekt. Nun schaute man in den Klosterchroniken nach und fand wirklich dort einen Mönch namens Ivo, der zu Zeiten des Erzbischofs Engelbert von Köln hier gelebt hatte. Doch dieser war damals in den Wald gegangen und nicht mehr zurückgekommen. Das Ganze war vor 300 Jahren geschehen.

Als Ivo dies hörte erschrak er und sein Haar wurde grau. Zusehends alterte er und starb wenige Minuten später als alter Mann.

Dieser Sage widmete auch der Dichter Wolfgang Müller von Königswinter (1816–1873) ein Gedicht.

Bildnachweis:
  • Die Chorruine des Kloster Heisterbach.: Tohma, via Wikipedia (CC-Lizenz.)

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Schlüsselwörter: Heisterbach | Mönch | Zeit | Zeitverschiebung
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