Wissenschaft: Forschung

Esskultur der Zukunft: Künstliche Steaks und Schnitzel aus dem Biotank

Wurstprodukte aus Soja – Was wollen wir wirklich auf unserem Teller haben?
17.01.2012 15:43:44 eingesandt von Alex Mais für OnlineZeitung 24.de

Der Stoff aus dem die Staeks wachsen?
Der Stoff aus dem die Staeks wachsen?
Wussten Sie eigentlich, dass Konrad Adenauer (05.01.1876 – 19.04.1967) nicht nur der erste Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland (1949 – 1963) war, sondern zudem auch ein begnadeter Erfinder? Im Jahre 1916, als das Fleisch knapp geworden war, erfand er beispielsweise neben anderen Dingen eine Sojawurst, die auch unter der Bezeichnung Kölner Wurst bekannt wurde.

Sojawurst – Heute ein alltägliches Massenangebot

Der Patentantrag in Deutschland scheiterte damals wegen eines Formfehlers. Deshalb wurde Adenauers Sojawurst letztendlich nur in England angemeldet. Was vor knapp 100 Jahren eine unglaubliche Sensation war, ist heute nicht nur ausgereifter sondern bereits in vielen Supermärkten alltäglicher Angebotsstandard in vielen Variationen geworden.

Sojawurst gibt es als streichfähigen und festen Wurstaufschnitt in verschiedenen Sorten und Formen und sogar bereits als Grillgut. Die Masse der Soja-Grillbratwurst wird in eine pflanzliche Pelle gepresst. Das Grillen intensiviert den Geschmack, so dass manche meinen es gäbe kaum noch einen geschmacklichen Unterschied zur echten Bratwurst.

Vielfach gilt die Sojawurst auch als Alternative für Vegetarier. Jedenfalls redet uns die Sojawurst herstellende Lebensmittelindustrie dies ein. Doch Ernährungsexperten warnen auch vor zuviel Verzehr von Soja-Produkten. Dies könnte auch Gesundheit gefährdend sein.

Landet bald auch Kunstfleisch auf unseren Tellern?

Immer öfter und immer konkreter sagen Nahrungsmittelexperten voraus, dass zukünftig immer mehr Kunstprodukte, künstlich im Labor hergestellte Lebensmittel, auf unseren Tellern landen werden. Von der Industrie wird dies dann teilweise sogar als Bio dargestellt. Auf der Bio-Welle lässt sich eben gut verdienen und der Verbraucher wird schon wieder einmal mehr auf das Schlagwort Bio hereinfallen.

Die Prognosen für die nächsten Jahre sehen düster aus. Wer in ein paar Jahren ein Schnitzel oder ein Steak bestellt, der wird wohl nicht mehr wissen, was er dann serviert bekommt. Für den Braten der Zukunft, so Forscher und Industrie, braucht kein Tier mehr geschlachtet werden. Krankheitserreger wie Salmonellen oder BSE sind dann ausgeschlossen. Das „Fleisch“, das sich so gesund anhört, wird in riesigen Tanks, sogenannten Bioreaktoren, aus einer – für den Endverbraucher sicherlich undefinierbaren – Nährbrühe gezüchtet.

Jason Matheny, Wissenschaftler an der John Hopkins Universität in Baltimore sagt dazu: „Mit einer einzigen Zelle könnte man theoretisch den Fleischbedarf der Weltbevölkerung decken.“ Und bereits in einem Jahr, so der Wissenschaftler Mark Post von der Universität in Maastricht, könnte man den ersten so gezüchteten „Labor-Burger“ braten.

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