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Wissenschaft: Forschung

Esskultur der Zukunft: Künstliche Steaks und Schnitzel aus dem Biotank

Wurstprodukte aus Soja – Was wollen wir wirklich auf unserem Teller haben?

Der Stoff aus dem die Staeks wachsen?
Der Stoff aus dem die Staeks wachsen?
Wussten Sie eigentlich, dass Konrad Adenauer (05.01.1876 – 19.04.1967) nicht nur der erste Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland (1949 – 1963) war, sondern zudem auch ein begnadeter Erfinder? Im Jahre 1916, als das Fleisch knapp geworden war, erfand er beispielsweise neben anderen Dingen eine Sojawurst, die auch unter der Bezeichnung Kölner Wurst bekannt wurde.

Sojawurst – Heute ein alltägliches Massenangebot

Der Patentantrag in Deutschland scheiterte damals wegen eines Formfehlers. Deshalb wurde Adenauers Sojawurst letztendlich nur in England angemeldet. Was vor knapp 100 Jahren eine unglaubliche Sensation war, ist heute nicht nur ausgereifter sondern bereits in vielen Supermärkten alltäglicher Angebotsstandard in vielen Variationen geworden.

Sojawurst gibt es als streichfähigen und festen Wurstaufschnitt in verschiedenen Sorten und Formen und sogar bereits als Grillgut. Die Masse der Soja-Grillbratwurst wird in eine pflanzliche Pelle gepresst. Das Grillen intensiviert den Geschmack, so dass manche meinen es gäbe kaum noch einen geschmacklichen Unterschied zur echten Bratwurst.

Vielfach gilt die Sojawurst auch als Alternative für Vegetarier. Jedenfalls redet uns die Sojawurst herstellende Lebensmittelindustrie dies ein. Doch Ernährungsexperten warnen auch vor zuviel Verzehr von Soja-Produkten. Dies könnte auch Gesundheit gefährdend sein.

Landet bald auch Kunstfleisch auf unseren Tellern?

Immer öfter und immer konkreter sagen Nahrungsmittelexperten voraus, dass zukünftig immer mehr Kunstprodukte, künstlich im Labor hergestellte Lebensmittel, auf unseren Tellern landen werden. Von der Industrie wird dies dann teilweise sogar als Bio dargestellt. Auf der Bio-Welle lässt sich eben gut verdienen und der Verbraucher wird schon wieder einmal mehr auf das Schlagwort Bio hereinfallen.

Die Prognosen für die nächsten Jahre sehen düster aus. Wer in ein paar Jahren ein Schnitzel oder ein Steak bestellt, der wird wohl nicht mehr wissen, was er dann serviert bekommt. Für den Braten der Zukunft, so Forscher und Industrie, braucht kein Tier mehr geschlachtet werden. Krankheitserreger wie Salmonellen oder BSE sind dann ausgeschlossen. Das „Fleisch“, das sich so gesund anhört, wird in riesigen Tanks, sogenannten Bioreaktoren, aus einer – für den Endverbraucher sicherlich undefinierbaren – Nährbrühe gezüchtet.

Jason Matheny, Wissenschaftler an der John Hopkins Universität in Baltimore sagt dazu: „Mit einer einzigen Zelle könnte man theoretisch den Fleischbedarf der Weltbevölkerung decken.“ Und bereits in einem Jahr, so der Wissenschaftler Mark Post von der Universität in Maastricht, könnte man den ersten so gezüchteten „Labor-Burger“ braten.

Bildnachweis:
  • Der Stoff aus dem die Staeks wachsen?: Rolf van Melis, Pixelio.de. (Redaktionelle Nutzung mit eingeschränktem Bearbeitungsrecht gem. den Pixelio-Bestimmungen.)

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Schlüsselwörter: Soja | Sojawurst | Sojaprodukte | Kunstfleisch | Bio
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Kommentare

Gata Linda
am 17.01.2012 22:17:22 (81.36.7.xxx) Link Kommentar melden
ein hochinteressantes Thema, Alex Mais, und ein durchweg lesenswerter Artikel. Ich würde gern in die inhaltliche Diskussion einsteigen und zu dem Thema ein paar Ansichten zu bedenken geben, die aufgrund der vorgegebenen Länge des Artikels natürlich keinen Platz finden konnten, die aber, wie ich meine, durchaus erwähnenswert sein dürften:
http://www.myspac...g/43708198

Wem das nicht genügt, um vom vermeintlichen "Bio-Genuss" die Nase voll zu haben, der kann ja mal die "natürlichen"Produkte von Mc und Co "genissen":YouTube Video
Insofern denke ich, dass essen heutzutage ohnehin durchsetzt ist von "Künstlichem", von im Labor hergestellten Zusätzen, Glutamat und Farbstoffen, Bleichmitteln und anderem. So gesehen wäre das künstliche Laborfleisch doch weder besser noch schlechter, nur der Gednake, dass kein Tier mehr sterben müsste, hat schon etwas sehr reizvolles...

Was meinst du als Autor dazu, Alex Mais? LG!
Alex Mais
am 19.01.2012 12:53:00 (205.188.116.xxx) Link Kommentar melden
Eine Diskussion zu diesem Thema – auch rein sachlich – kann ins Bodenlose führen, denn das Thema ist viel zu komplex.

Ist doch erst einmal allein die Frage was ist „Bio“ bzw. was versteht man darunter. Selbst da gibt es unterschiedliche Ansichten – auch ohne Berücksichtigung die der Hersteller solcher „Bio-Produkte“.

Unter Bio-Lebensmitteln verstehe ich selbst solche Produkte, die ausschließlich natürliche Produkte sind, die zudem auch nicht mit chemischen Mitteln behandelt wurden (auch nicht auf dem Feld). Bei tierischen Produkten kommt noch eine vernünftige, artgerechte Haltung dazu.

Aus Soja produzierte Fleisch-Ersatzprodukte mögen vielleicht interessant für Vegetarier sein. Doch wenn ich eine Bratwurst essen möchte, will ich keine Sojawurst vorgesetzt bekommen. Aber ist eine Sojawurst nun „Bio“ weil die Bohnen vielleicht rein biologisch angebaut wurden. Haben wir dann eine „Bio-Bratwurst“? Das ist für mein Verständnis absoluter Blödsinn. Ebenso wäre es Blödsinn die aus einer (undefinierbaren Biomasse) im Labor gezüchteten Steaks der Zukunft als biologisch bzw. „Bio“ zu betiteln.

Das ist, kurz angerissen, die eine Seite. Selbst das sogenannte Formfleisch besteht ja zu 5 bis 10 % aus einer chemisch aufgearbeiteten Masse, die ganz einfach zugesetzt werden muss, damit die Fleischreste (= eigentlich Fleischabfälle) überhaupt zusammenbleiben (genauer gesagt zusammenkleben) und dem Schinken (Kochschinken ist vielfach aus solchem Formfleisch hergestellt) oder Schnitzel seine Form geben und behalten lassen.

Die andere Seite des Themas sind sicherlich die Tiere. Hier ist aber die Frage, inwieweit man das „aus einer Zelle“ gezüchtete Steak überhaupt noch als Fleisch bezeichnen kann. Wenn ich allein die kontroversen Diskussionen über Gen-Gemüse betrachte ist dass mit dem gezüchteten Steak doch auch nicht besser – oder schlechter.

Sollte es soweit kommen, was passiert dann mit der Viehzucht und der Landwirtschaft weltweit? Diese wird dann womöglich überflüssig und weltweit haben wir nicht nur zig Millionen Arbeitslose mehr sondern auch (krass gesagt) „Nutzvieh“, dass niemand mehr braucht und haben will.

Nunja, Noch ist es ja nicht soweit und es bleibt abzuwarten, wieweit sich das verwirklichen und dann auch noch durchsetzen lässt…

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