Wissenschaft: Weltraum

Die letzte Gelegenheit einen Venustransit zu beobachten

Der nächste kommt erst am 11.12.2117 wieder
10.01.2012 13:43:25 eingesandt von Alex Mais für OnlineZeitung 24.de

Sonnenaufgang...
Sonnenaufgang...
Es ist ein für menschliche Zeitbegriffe sehr seltenes astronomisches Ereignis: Der Venustransit. Dabei handelt es sich um einen Vorbeizug der Venus zwischen Erde und Sonne und somit visuell von der Erde aus betrachtet vor der Sonnenscheibe vorbei. Ein gleichartiger Vorgang wie bei einer Sonnenfinsternis.

Dunkel wird es nicht

Während sich bei der Sonnenfinsternis der Mond in scheinbar gleicher Größe vor die Sonnenscheibe schiebt und den Himmel verdunkelt, geschieht Vergleichbares beim Venustransit nicht. Die zwar deutlich größere Venus als der Mond ist soweit von uns entfernt, dass der Planet lediglich als kleiner dunkler Punkt vor der Sonnenscheibe erkennbar wird.

In diesem Jahr findet in der Nacht auf den 6. Juni 2012 wieder ein solcher Venustransit statt. Diese kommen immer im Doppel mit einem Abstand von acht Jahren. Dann ist wieder eine Pause von in der Regel mehr als 100 Jahren. Da das letzte solche Ereignis am 8. Juni 2004 stattfand, ist das kommende Ereignis die letzte Chance für wohl alle heute lebenden Personen ein solches Schauspiel beobachten zu können. Der nächste Venustransit findet erst wieder in mehr als 105 Jahren statt.

Mitteleuropa mit schlechten Karten

Während 2004 der Venustransit in voller Länge auch von Mitteleuropa aus gesehen werden konnte, kann man von hier aus den kommenden nur noch bei Sonnenaufgang tief am Nordosthimmel in der Endphase sehen. Am besten sind die Menschen im Pazifikraum dran, die den Vorgang in voller Länge beobachten können.

Übrigens, im ganzen 20. Jahrhundert hat es keinen Venustransit gegeben. Wer das herausragende astronomische Ereignis des Jahres 2012 nicht verpassen will, der sollte unbedingt darauf achten bei der Beobachtung spezielle Filter oder eine Finsternisbrille zu benutzen. Ansonsten könnte es zu extremen Schädigungen der Augen kommen.

Bildnachweis: