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Seltene Pflanze: 100 jähriges Immergrün im Frauenmuseum Bonn

Führungen, Konzert, Kunstaktion während „Semper Verde“ des Düsseldorfer Künstlerinnen e.V. im Januar

Plastik E.A.Sturm Bettin "Im Wandel"
Plastik E.A.Sturm Bettin "Im Wandel"
Seltene Pflanze: 100 jähriges Immergrün im Frauenmuseum Bonn Führungen, Konzert, Kunstaktion während der „Semper Verde“ Ausstellung des Düsseldorfer Künstlerinnen e.V.

Kurzweilig-launisch wird die Geschichte des 100 Jahre jungen Düsseldorfer Künstlerinnen e.V. in der Jubiläumsschrift „ART100“ von Hans Georg Woköck erzählt. Erst einmal werden wir aus dem Zeitalter der i-pods, Weltraum-satelliten, mails, sms, Massentourismus und schnellen Autos, die bereits in einem Jahr wieder veraltet sind, zurück geführt auf die Wahrnehmungen der Menschen im Jahr 1911:

Textauszug:

„Humpelröcke, der Untergang der Titanic und die erstmalige Erreichung des Südpols haben mit dem Beginn der Düsseldorfer Künstlerinnen e.V. gemein, dass sie zeitgleich stattfanden.

Humpelröcke, so genannt, weil sie besonders eng geschnitten waren und nur kleinste Schritte erlaubten, waren die Frauenrockmode des Jahres 1911, 1912, wurde der erste BH serienmäßig produziert.

Den Südpol erreichte am 15.12. Asmundsen als erster Mensch und damit erst nach der Gründung der „Vereinigung Düsseldorfer Künstlerinnen und Kunstfreundinnen“, die auf den Oktober datiert wird…Die legendäre Begegnung mit dem Eisberg hatte die Titanic im April 1912.

Aber auch sonst war die Zeit vor dem 1.Weltkrieg reich an Ereignissen, gilt sie doch als Zeit des Trubels, der Erwartungen, von Aufbruchstimmung, Aufgewühlt- und Angespanntheit. „Nervosität“ ist die Krankheit des Jahres und Sigmund Freud entwickelt die Psychoanalyse. Deutschland schickt Kriegsschiffe nach Agadir und beschwört die Weltkriegsgefahr, Bleriot überfliegt als erster Mensch den Kanal und Textilarbeiter verlieren ihren Kampf um den 10-Stunden Tag. 1910 malt Kandinsky das erste abstrakte Bild und 1911 wird die Künstlergruppe „Der Blaue Reiter“ gegründet, am 08.März wird der erste internationale Frauentag begangen, Marie Sklodowska-Curie erhält den Chemie-Nobelpreis für die Entdeckung des Radiums…Asta Nielsen wird Filmschauspielerin und Gerhart Hauptmann erhält 1912 den Literaturnobelpreis.“

Der Autor, wird am Sonntag um 16 Uhr eine Einführung in die Geschichte des Vereins geben. Dass dies kein Vortrag vom Rednerpult wird, ergibt sich bereits aus dem örtlichen Zusammenhang, stellt der Düsseldorfer Künstlerinnen e.V. doch zum Abschluss seines Jubiläumsjahres im Frauenmuseum Bonn unter dem Motto „Semper Verde“ aus. Die viel beachtete Ausstellung wurde am 04.12. vorigen Jahres eröffnet und wird bis Ende Januar andauern. Begleitet werden die Sonntage von Führungen, klassischem Konzert und Lyrik-Lesung, aus Texten von 5 Künstlerinnen des Vereins, sowie einer Fluxus-Aktion am Tage der Finissage.

Als nächstes wird am Sonntag, den 15.01. um 15 Uhr zur diesmal öffentlichen Doppel-Führung in das Frauenmuseum geladen. Die Kunsthistorikerin Frau Roschanzamir, die nicht nur aus dem Frauenmuseum in Bonn bekannt ist, wird in die Geschichte des Hauses einführen und im Anschluss daran durch die drei aktuellen Ausstellungen gewohnt kenntnisreich einen Weg bahnen. Am Beginn wird die Ausstellung über Palästinenserinnen und ihre aktuelle Lebenssituation stehen, in Bekleidungsattributen (Schuhe) und Zitaten kommen die Frauen selbst zu Wort. Danach wird es im 2.Stock einiges Einweisende von Frau Roschanzamir zu der Ausstellung der Spinner-Frauen mit ihren durchwegs farbkräftigen weitestgehend Tafelbildern geben, bevor sie sich der vielgestaltigen Arbeiten der 31 Mitglieder des Düsseldorfer Künstlerinnen e.V. im 1.Stock des Hauses annimmt. Daran anschließend wird Herr Woköck im Rahmen der angegliederten historischen Ausstellung, mit Texten, Plakaten, Schriften, aber auch Originalarbeiten der früheren Künstlerinnen seit den 10er Jahren des 20. Jahrhunderts, anhand einiger Beispielbiographien einen Eindruck vom Verein zu geben versuchen. Er zeichnet für diesen Teil der Schau verantwortlich, hat er dies doch selbst zusammengestellt, ausgewählt und dem Verein für das Jubiläumsjahr zur Verfügung gestellt. „Anhand einzelner etwas genauer gezeichneten Lebenswege von Vereinsfrauen aus den zurückliegenden 100 Jahren“, sagt Woköck, „sollte durch einen persönlicheren Eindruck von Künstlerinnen-Leben, angeregt sein, sich selbst mit konkreteren Umständen zu befassen.“

Das Jubiläumsmagazin ART100 ist gegen ein Schutzgebühr von 2,00 € beim Verein, sowie im Frauenmuseum erhältlich. Die Ausstellung „Semper Verde“ wird von einem Katalog begleitet, der für 10,00 € beim Frauenmuseum erworben werden kann

Nächste Termine sind:

Führung, Frau Roschanzamir, Herr Woköck: Sonntag, den 15.01. ab 15 Uhr Klassisches Konzert mit lyrischen Texten: Die Feinsliebchen, Vokalensemble aus Berlin, Sonntag, den 22.01., 16 Uhr

Finissage mit Fluxus-Aktion, Sonntag, den 29.01. 15 Uhr

Öffnungszeiten:

Di – Sa 14 – 18 Uhr So 11 – 18 Uhr

Frauenmuseum Bonn, Im Krausfeld 10, 53111 Bonn, Tel: 0228-691344, mail: info@frauenmuseum.de

Eintrittspreise:

Für EinzelbesucherInnen: normal 4,50 € / ermäßigt 3,00 € Für Gruppen ab 5 Personen: 3,00 € bzw. 2,30 € für Schüler, Studenten

Bildnachweis:
  • Plastik E.A.Sturm Bettin "Im Wandel": Semper Verde Ausstellung, Frauenmuseum Bonn ((c) Woköck)

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Schlüsselwörter: Frauenmuseum | Bonn | Düsseldorferkünstlerinnen | Roschanzamir | Semperverde
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