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Dialektik - Die Kunst der Kommunikation

Überzeugung ausüben ist keine Hexerei

Berührungspunkt
Berührungspunkt
Dialektik ist nicht Show, nicht Theater (wenn auch manche schlecht geleiteten Kurse den Eindruck vermitteln möchten), sondern zähes Bemühen, andere zu überzeugen. Voraussetzung zum geordneten und optimalem Hinzulernen ist eine permanente Selbstkontrolle.

Was man unbedingt vermeiden sollte

Für die Kunst der Dialektik gibt es keine Patentrezepte, allenfalls statistisch gültige Regeln, was man vermeiden sollte.

Schlecht sind Eröffnungen wie:

  • Ich komme zu Ihnen, um …
  • Ich brauche dringend …
  • Ich bin der Ansicht, dass …

Dagegen kann man - ohne zu übertreiben - Sie-Anreden verwenden.

  • Sie vermuteten …
  • Sie unterstellten …
  • Sie behaupteten …
  • Sie fragten …

Denn diese Eröffnungen zeigen, dass man den Partner ernst nimmt ohne ihn zu bedrängen und auf eine Meinung zu fixieren.

Argumentieren aus der Gegenposition (e contrario)

Die Widerlegung einer Nicht-Meinung sollte optimal sein, man sollte also die besten Gründe einsetzen. Sie verhindern, dass diese Nicht-Meinung aufgegriffen wird. Man behält Gesprächs- oder Diskussions-Dominanz.

In dialektischen Auseinandersetzungen mögliche Einwände vorweg nehmen

Es ist klug, auch die Schwächen der eigenen Position zu bemerken. Sollte man feststellen, dass das Publikum plötzlich unruhig wird, kann man davon ausgehen, dass man entweder zu langatmig, zu leise oder zu wenig überzeugend spricht.

In dieser Situation kommen oft (noch nicht formulierte aber formulierbare) Gegenargumente zustande..

Man sollte versuchen sie zu erfassen und zu artikulieren. Es könnte dabei folgende Form gewählt werden:

  • Es lässt sich hier natürlich einwenden …
  • Nun höre ich schon einige unter Ihnen fragen …
  • Zurecht muss an dieser Stelle gefragt werden …

Eleganter ist jedoch - vor allem in der Rede - die implizierte Form:

Man stellt eine unterschiedliche These auf, prüft sie kritisch (mit Gründen und Gegengründen) und weist sie entweder zurück, oder (die bessere Variante) man modifiziert die These in der Formulierung so, dass sie als Synthese zwischen Ausgangs- und Gegenthese erscheint (dialektischen Argumentation).

Man stellt also eine Meinung, ein Interesse des Partners fest, aktualisiert es und sorgt gleichzeitig für eine positive Stimmung. Man suggeriert damit dem Gesprächspartner eine genehme Variante seiner Meinung, seiner Interessen.

Den Partner emotional ansprechen

Die meisten Menschen orientieren sich stärker an Gefühlen, als sie es selbst wissen.

Man sollte deshalb - in Grenzen - emotionsbesetzte Worte wählen, spontan und nicht strategisch wirken.

Der Partner soll nicht den Eindruck haben, manipuliert zu werden. Er muss merken, dass ihm ein Mensch und kein Gehirn oder Computer gegenübersitzt. Man sollte deshalb die Regeln des positiven Ausdruckes anwenden. Das Gegenüber muss überzeugt sein, dass man das, was man sagt, auch so meint.

Nur so wird das Gegenüber den Redner akzeptieren, gesprächsbereit sein und sich selbst öffnen.

Man sollte so eine emotionale Öffnung niemals zu seinem eigenen Nutzen missbrauchen. Das ist hochgradig unfair und bricht jedes Vertrauen. Der Partner möchte ebenfalls ernst genommen werden mit seinen Bedürfnissen, Meinungen und Interessen.

Wirkt man gelangweilt, desinteressiert oder reserviert im Ausdruck, erzeugt man Ablehnung und Abwehr.

Wirkt man dagegen interessiert und zeigt dass man den Partner annimmt, wird man auch selber angenommen.

Gleichberechtigt, nicht überlegen. Improvisierend, statt formalistisch.

Man sollte es vermeiden, moralische Qualifikationen an das Gegenüber auszuteilen

Die Ansicht eines Gesprächspartners kann sachlich schlechter sein als die Eigene, ist es aber selten vom moralischen Standpunkt aus. Dies ist nicht als unmoralisch zu werten. Stellt man dennoch diese Qualifizierung in den Raum, wird sich der Partner zurückziehen, weil er sich aufgefordert fühlt, sein Verhalten - nicht seine Meinung - zu ändern.

Nichts ist so stabil wie eine Antipathie.

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(Fortsetzung folgt …)

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Schlüsselwörter: Dialektik | Kommunikation | Gesprächspartner | Selbstkontrolle | Publikum
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