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Politik: Welt

Das Demokratiedefizit des Westens [1]

Volksabstimmungen zu wichtigen Themen wären hilfreich

Offensichtlich misstrauen die westlichen Regierungen ihren Staatsvölkern. Wie anders ist es zu erklären, dass sie sich mit Händen und Füßen gegen Volksabstimmungen wehren. Lediglich in der Schweiz wird das Volk regelmäßig, unter gewissen Voraussetzungen, nach seiner Meinung zu einzelnen Projekten befragt.

Wünschenswert wäre das auch in Deutschland. Themen gäbe es gerade genug.

Hbf Stuttgart
Hbf Stuttgart
Ausnahme Stuttgart 21

In der Hoffnung das Bahnhofsprojekt Stuttgart 21 doch noch, durch die Hintertüre verhindern zu können, hatte sich Winfried Kretschmann, der durch den Fukushimaunfall an die Macht gespülte Grüne Ministerpräsident Baden Württembergs, entschlossen, ausnahmsweise eine Volksabstimmung zu diesem Thema zuzulassen. Das Kalkül ging nicht auf, die Mehrheit stimmte für den Bahnhofsneubau.

HBF Stuttgart
HBF Stuttgart
Wie in diesem Artikel auf OZ24 schon dargelegt, tun sich vor allem die Deutschen schwer damit sich gegen Ihre Obrigkeit aufzulehnen oder besser gesagt, zur Wehr zu setzen. Ansatzweise wurde gezeigt, dass es an den geschichtlichen Besonderheiten, insbesondere wohl an der Kleinstaaterei lag.

Vor knapp 500 Jahren scheiterte die erste deutsche Revolution

Es ist aber nicht so, dass es die Deutschen nicht versucht hätten, meist ist in dem Zusammenhang immer nur von der gescheiterten, halbherzigen Revolution 1848 die Rede.

Dabei hat das Deutsche Volk lange vor der Französischen Revolution 1889 und lange vor dem englischen Bürgerkrieg 1642-49 schon den Versuch unternommen sich etwas mehr Gerechtigkeit und Freiheit zu verschaffen. Die Rede ist von den Bauernkriegen.

Palace of Westminster (Parlament)
Palace of Westminster (Parlament)
(Oliver Cromwell erklärte England am 30. Januar 1649 zur Republik, nachdem der König den Bürgerkrieg verloren hatte und wegen Hochverrates hingerichtet worden war. Die Bauern erhielten in England schon Ende des 15. Jahrhunderts ohne Kampf ihre Freiheit von Leibeigenschaft und Frondienst. Ein Parlament das dem König beratend zur Seite stand gab es sogar schon seit 1295. Es entstand aus dem königlichen Rat, welcher aus Kirchenvertretern, Vertretern der Grafschaften und Adligen zusammengesetzt war.)

Eine Begebenheit ist besonders kennzeichnend und entlarvend für die damalige Obrigkeit auf dem Festland, zeigt sie doch die rücksichtslose Brutalität, Verlogenheit und Hinterhältigkeit der Vorgenannten auf, und eben dadurch auch die Gründe, weshalb die braven und geradlinigen Untertanen nie eine Chance hatten. Deshalb soll dies hier besprochen werden.

Hans Böhm (Pauker von Niklashausen)
Hans Böhm (Pauker von Niklashausen)
Hans Böhm 1476 Märtyrer und Pionier

Im Jahre 1476 hat ein völlig unbedeutender, armer junger Mann im Alter von 18 Jahren die Herrschenden herausgefordert. Innerhalb weniger Monate scharten sich bis zu 70000 Anhänger um ihn in einem kleinen unbedeutenden Kaff in Süddeutschland, in Niklashausen im heutigen Main-Tauber-Kreis (TBB) nahe Würzburg.

Sein Name: Hans Böhm ("Der Pauker von Niklashausen")

(...)Im Frühjahr 1476 rief der bis dahin unbedeutende Viehhirte Hans Böhm die Menschen zur Wallfahrt nach Niklashausen auf. Er versprach den Wallfahrern im Namen der Jungfrau Maria vollkommenen Ablass von ihren Sünden. Außerdem verkündete er die soziale Gleichheit der Menschen, Gemeineigentum und Gottes Strafgericht über die Eitelkeit und unersättliche Gier der Fürsten und hohen Geistlichkeit. Seine Predigten trafen die Seelenlage des Volkes, so dass ihn begeisterte Zuhörer als „Heiligen Jüngling“ und „Propheten“ verehrten. Im kurzen Zeitraum von drei Monaten soll er mehr als 70.000 Anhänger gewonnen haben. (…)

Quelle: http://de.wikiped...shausen%29

Die weiteren Einzelheiten zu den Geschehnissen sind in obigem Wikipediaartikel ausführlich dargestellt, sie werden daher im Folgenden noch stichpunktartig aufgeführt.

Auch auf diesen Webseiten kann das Geschehen nachgelesen werden:

http://www.histor...ikel_45226

http://www.deutsc...ge-72.html

http://www.bauern...herBK.html

Es handelt sich also keinesfalls um eine Legende, Hans Böhm, die Wallfahrt und das Vorgehen der Obrigkeit ist historisch belegt.

Eben deshalb ist es ein so wertvoller Beleg, wie niederträchtig das Vorgehen von „weltlicher“ und kirchlicher Obrigkeit war.

Rudolf II. von Scherenberg
Rudolf II. von Scherenberg
Der Würzburger Bischof Rudolf II. von Scherenberg konstruierte aus den Predigten Hans Böhms, und der daraus resultierenden Wallfahrt, schon wegen den nachfolgenden Aussagen und Forderungen:

- Der Habgier des Adels und der hohen Geistlichkeit drohen Strafen Gottes.

-Jeder solle seinen Lebensunterhalt mit eigener Hände Arbeit verdienen und mit Bedürftigen teilen.

-Standesunterschiede, Abgaben und Frondienste seien abzuschaffen.

-Der hoheitliche Besitz an Feldern, Wiesen, Wäldern und Gewässern sei der Allgemeinheit zu übereignen.

... einen vermeintlichen Aufruhr, obwohl die Niklashäuser Wallfahrt friedlich ablief. Es wurden Gerüchte über anrückende kriegerische schweizer Bauernverbände verbreitet, um Stadträte und Landesherrn von der Gefährlichkeit der Niklashäuser Wallfahrt zu überzeugen.

Hans Böhm sowie der ihn beratende Mönch wurden kurzerhand verhaftet. Dazu kamen in der Nacht zum 13. Juli, von den meisten Wallfahrern unbemerkt, 34 bischöfliche Reiter nach Niklashausen und nahmen die Beiden heimlich gefangen. Unbemerkt durch die Masse der Wallfahrer wurde Hans Böhm auf die Würzburger Festung verschleppt und der Mönch aus Zuständigkeitsgründen nach Aschaffenburg. Erst im Laufe des folgenden Tages verbreitete sich die Nachricht, dass Hans Böhm im Würzburger Schloss gefangen gehalten wird. Bis zum Abend sammelten sich rund 16.000 Wallfahrer und marschierten, christliche Lieder singend, nach Würzburg.

Die Wallfahrer waren unbewaffnet. Als sie vor Würzburg eintrafen, begab sich Konrad von Hutten als Abgeordneter des Fürstbischofs zu ihnen. Er erklärte, dass Rudolf von Scherenberg sich lediglich die Botschaft des jungen Predigers anhören wolle und dieser weiter nichts zu befürchten habe.

Nach diesen beruhigenden Worten entspannte sich die Lage unterhalb des Schlosses, die Menge löste sich in kleinere Gruppen auf und zog ab. Nach Rückkehr Konrad von Huttens ins Schloss, wurde von der hochgelegen Festung aus mit Kanonen das Feuer auf die abziehenden Menschen eröffnet, die darauf hin in Panik flüchteten.

Anschließend nahmen bischöfliche Reiter die Verfolgung auf und massakrierten, z.B. im Büttelbrunner Kirchhof, Pilger, die dort Schutz gesucht hatten. Insgesamt kamen wohl Dutzende ums Leben.

Bei der Vernehmung des Mönchs in Aschaffenburg, stellte sich heraus, dass es sich um den „Heiligen Vater des Barfüßerordens“ Johannes Capistranus, handelte. Er war schon 1451 von Papst Nikolaus V. nach Böhmen geschickt worden, wo er große Teile der dortigen Bevölkerung zum Katholischen Glauben bekehrte, mit exakt den Methoden, die der Pauker von Niklashausen anwandte.

1476 Adel und Klerus Heuchler und Mörder

Rudolf von Scherenberg, erkannte sofort seinen Irrtum und dass weder von der Wallfahrt noch von Hans Böhm irgend eine direkte Gefahr aus ging, aber auch, dass er sich sowohl vor dem Mainzer und Würzburger Klerus, als auch bei den umliegenden Landesherren völlig lächerlich gemacht hätte, wenn das heraus käme.

Festung Marienberg
Festung Marienberg
Deshalb wurde umgehend ein Urteil über den „Pauker von Niklashausen“ gesprochen: Tod durch Verbrennen auf dem Scheiterhaufen. Den Würzburger Bürgern wurde bekannt gemacht, dass die Niklashäuser Wallfahrt und der Massenauflauf, den sie vor drei Tagen vor der Stadt erlebt hatten, Teufelswerk waren.

Hans Böhm sei ein Diener des Teufels und daher am Freitag, dem 19. Juli, öffentlich auf dem Scheiterhaufen zu verbrennen, wegen Ketzerei. Um Böhm das Ausmaß seiner Schuld vor Augen zu führen, musste er der Enthauptung zweier willkürlich gefasster Teilnehmer an der Wallfahrt zusehen, bevor der fassungslose junge Mann auf den Scheiterhaufen geführt wurde. Noch in den Flammen, soll er mit heller Knabenstimme Marienlieder gesungen haben, bis ihn der Schmerz übermannte. Seine Asche wurde in den Main gestreut, aus Angst es könne eine Pilgerstätte an seinem Grab entstehen. Sofort nach Böhms Hinrichtung wurden vom Würzburger Fürstbischof Desinformationskampagnen gestartet die das Ziel hatten, den Ruf des aufrichtigen Predigers zu diskreditieren.

1524-26 Deutscher Bauernkrieg

Erst 48 Jahre später kam es dann nach unzähligen zaghaften Versuchen mehr Rechte zu bekommen, zum Deutschen Bauernkrieg von 1524-26. Wie bekannt verloren die Bauern, Bürger und niedrigen Adeligen auf der ganzen Linie.

Ein Zitat aus obiger Webseite zum Bauernkrieg:

"Bei jedem Kampf hatten die Bauern eine friedliche Alternative vorgeschlagen! Die Anerkennung ihrer Rechte hätte eine gesellschaftliche Entwicklung gestattet, die mit realem ökonomischem Wachstum einhergegangen wäre. Allein die primitive Habgier und unfähige Herrschsucht der Fürsten und der Kirche ließen eine humane Entwicklung nicht zu. So kostete die blutige Niederschlagung der Bauernaufstände und Revolten wahrscheinlich über 130 000 Bauern das Leben. Die Rachsucht der Sieger ließ Landstriche für Jahre veröden und große Gebiete wirtschaftlich für lange Zeit rückständig bleiben. Statt mit kluger Hand die wirtschaftlichen Geschicke ihrer Frongebiete zu steuern, brachten die Unterwerfungsstrategien der Herrschenden politischen, wirtschaftlichen und sozialen Rückschritt, der letztendlich hundert Jahre später die Katastrophe des Dreißigjährigen Krieges herbeiführen wird!"

Denkmal in Würzburg:

Auf der Tafel steht folgender Text (in Großbuchstaben) geschrieben:

Zum Gedenken an den Bauernkrieg von 1525

Im Mai 1525 scheiterte unter grossen Verlusten der Sturm der Bauern auf die Festung Marienberg. Dieser Fehlschlag leitete die vernichtenden Niederlagen der Bauernhaufen in den folgenden Wochen ein. In blutigen Strafgerichten nahmen die Landesfürsten Rache an den Bauern und unterdrückten deren in 12 Artikeln zusammengefassten Forderungen nach persönlicher Freiheit und Mässigungen bei den herrschaftlichen Steuer- und Fronforderungen

Quelle: http://www.bauern...herBK.html

Wer die Festung Marienberg in Würzburg kennt wundert sich nicht, dass die Bauern keine Chance hatten - ein gigantisches Bollwerk.

Reichstag Berlin
Reichstag Berlin
2011 auch heute fürchten die Machthaber das Volk Damals wie heute fürchten die Machthaber das gemeine Volk und verstecken sich hinter dicken Mauern, schwer bewaffneten Leibwächtern und selbstgemachten bzw. zu eigenen Gunsten interpretierten Gesetzen. Es ist also gute alte Tradition die Meinung und den Willen der Untertanen zu ignorieren, lediglich die Methoden wurden verfeinert. Bloß keine Volksabstimmungen, bloß keine Volksentscheide, wo bliebe da die Macht der Mächtigen.

Der viel strapazierte Begriff Demokratie und Demokraten für die etablierten Parteien ist nichts weiter als Blendwerk. Mit Volksherrschaft hat das Kreuzchen machen alle vier Jahre herzlich wenig zu tun. Im besten Fall, wenn es mit rechten Dingen zugeht, werden dadurch Parteien an die Macht gebracht die dann aus ihrer Mitte die Machthaber und Obrigkeit für die nächsten vier Jahre bestimmen.

Das Volk ist der Souverän

Laut Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland Art 20 Abs (2) geht alle Staatsgewalt vom Volke aus. Sie wird vom Volke in Wahlen und Abstimmungen und durch besondere Organe der Gesetzgebung, der vollziehenden Gewalt und der Rechtsprechung ausgeübt.

...Sie (die Staatsgewalt) wird vom Volke in Wahlen und Abstimmungen... … ausgeübt.

Der Passus „ und durch besondere Organe der Gesetzgebung, der vollziehenden Gewalt und der Rechtsprechung“ ist mit dem Wort „und“ eingefügt.

- Die „besonderen Organe der Gesetzgebung“ sind (Legislative), also Bundestag und Bundesrat - Die „vollziehenden Gewalt“ sind (Exekutive), Regierungen, Verwaltung und Polizei - Die „ Rechtsprechung“ ist die (Judikative), also alle Gerichte

Zusätzlich zur Staatsgewalt, die durch das Volk in Wahlen und Abstimmungen ausgeübt wird, gibt es also noch drei andere Organe und nicht an Stelle des Volkes.

Somit gibt es also vier Organe die die Staatsgewalt ausüben:

1. Das Volk selbst

2. Die vom Volk gewählte Legislative

3. Die vom Volk indirekt gewählte Regierung

4. Die unabhängigen, dem Gesetz verpflichteten, Gerichte

Parlament, Regierung und Justiz haben sich nach dem Volkswillen zu richten

In Anbetracht der unsäglichen Fehlentscheidungen, dem Handeln gegen das Wohl des Staatsvolkes und einseitiger Bevorzugung lobbyistischer Gruppen, ist es an der Zeit, für das Volk das Heft selbst in die Hand zu nehmen.

Wer die Berichte zum Pauker von Niklashausen und zu den Bauernkriegen aufmerksam gelesen hat, dem müssen unweigerlich Parallelen zur heutigen Zeit aufgefallen sein. Lediglich die Mühsal die das Leben der kleinen Leute vor 550 Jahren prägte verschwand durch die Industrialisierung und Mechanisierung, die Methoden zur Herrschaft und Machterhaltung wurden zwar verfeinert (man köpft, vierteilt und verbrennt heute nicht mehr seine Kritiker), aber lügen, betrügen, bespitzeln, falsch beschuldigen, desinformieren, verhaften, teilweise foltern, ruinieren, falsch und fadenscheinig aburteilen und wegsperren, zählen auch heute noch zum Standart-Repertoire der Machthaber.

Eine Demokratie, die diesen Namen verdient, hält jegliche Form verbaler Kritik und jede friedliche Form der Opposition aus. Schon deshalb, weil es ein grundlegender Wesenszug des Demokratiegedankens ist.

Bildnachweis:
  • HBF Stuttgart: http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Stuttgart21luft.jpg&filetimestamp=20100908135428 (Original uploader was The weaver at de.wikipedia Genehmigung (Weiternutzung dieser Datei) Siehe unten Lizenz [Bearbeiten] Ich, der Urheber dieses Werkes, veröffentliche es unter der folgenden Lizenz: w:de:Creative Commons Namensnennung Weiterga)
  • Hbf Stuttgart: http://de.wikipedia.org/wiki/Stuttgart_Hauptbahnhof ( Enslin date: 04.09.2004 Lizenz [Bearbeiten] GNU head Es ist erlaubt, die Datei unter den Bedingungen der GNU-Lizenz für freie Dokumentation, Version 1.2 oder einer späteren Version, veröffentlicht von der Free Software Foundation, zu kopiere)
  • Palace of Westminster (Parlament): http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Palace_of_Westminster_eye.jpg&filetimestamp=20070803090510 (Palace of Westminster Datum 27. Mai 2007, 21:51 Quelle [1] Urheber David Hunt from Warwickshire, UK Genehmigung (Weiternutzung dieser Datei) Siehe unten Lizenz [Bearbeiten] w:de:Creative Commons Namensnennung Diese Datei ist u)
  • Hans Böhm (Pauker von Niklashausen): http://de.wikipedia.org/wiki/Hans_B%C3%B6hm_%28Pauker_von_Niklashausen%29 ( Diese Bild- oder Mediendatei ist gemeinfrei, weil ihre urheberrechtliche Schutzfrist abgelaufen ist. Dies gilt für die Europäische Union, die Vereinigten Staaten, Australien und alle weiteren Staaten mit einer gesetzlichen Schutzfrist von 70 Jahren na)
  • Festung Marienberg: http://de.wikipedia.org/wiki/Festung_Marienberg (Festung Marienberg oberhalb Würzburgs in Unterfranken, Bayern. Datum 13. September 2009 Quelle Eigenes Werk Urheber Sven Teschke Genehmigung (Weiternutzung dieser Datei) w:de:Creative Commons Namensnennung Weitergabe unter gleichen)
  • Rudolf II. von Scherenberg: http://de.wikipedia.org/wiki/Rudolf_II._von_Scherenberg (Detail of face of Rudolf von Scherenberg by Tilman Riemenscheider Datum 17. Juli 2011 Quelle Eigenes Werk Urheber CSvBibra Genehmigung (Weiternutzung dieser Datei) Siehe unten |Description= Ausschnitt aus dem Epitaphaltar des R)
  • Reichstag Berlin: http://de.wikipedia.org/wiki/Reichstagsgeb%C3%A4ude (Datum 4. November 2007 Quelle Eigenes Werk (JMatern_071104_8454-8458_WC.jpg) Urheber Jürgen Matern ch, der Urheber dieses Werkes, veröffentliche es unter der folgenden Lizenz: w:de:Creative Commons Namensnennung Weitergabe unter glei)

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Schlüsselwörter: Demokratiedefizit | Stuttgart 21 | Volksabstimmung | Revolution | Staatsgewalt
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Kommentare

Gata Linda
am 16.12.2011 13:54:16 (83.57.204.xxx) Link Kommentar melden
Lieber Amschel, ein sehr komplexes Thema ist die Frage nach der "Vorzeigedemokratie".
Deinen Artikel habe ich mit grossem Interesse gelesen, da auch ich gerade an diesem Thema arbeite, ich werde evt. auf deine Sichtweise zurückkommen.
Dennoch habe ich erschreckende Parallelen festgestellt, was die demokratischen Strukturen und die Verfolgung von Menschen betrifft, die sich nicht einordnen lassen in das Gefüge von Unterwerfung, Mittäterschaft und Kumpanei.
Allerbestes Beispiel ist der gerade ablaufende Prozess einer couragierten Professorin, die auf die Häufigkeit von Todesfällen in einer Uniklinik hingewiesen hat und nunmehr seit 4 Jahren seitens der Justiz mittels Millionenklagen mundtot gemacht wird.

Derlei ist in Deutschland kein Einzelfall, im gleichen Fall wurden Presseorgane seitens dieser Klinik mittels millionenschwerer Abmahnungen in ihrer Pressefreiheit behindert, bezahlen muss dies alles der Steuerzahler.
http://www.online...ticle/4342

Solange die Justiz solche Vorgänge nicht nur toleriert, sondern sogar unterstützt, sind wir dem Mittelalter noch keinen Schritt entkommen, nur die Methoden der Vernichtung wurden verfeinert, das System ist geblieben.
Peter Maier
am 16.12.2011 19:17:04 (93.219.151.xxx) Link Kommentar melden
Hallo Amschel und Gata Linda,

auch ich haben diesen Artikel - wie alle von Amschel - mit großem Interesse gelesen und kann nur zum wiederholten Male betonen, dass er unbedingt weiter seiner Autorentätigkeit hier auf OZ24 nachgehen sollte. Ich habe selten eine so gute Recherche lesen dürfen und bedanke mich bei dir, Amschel. Oft bringst du mich erstens zum Nachdenken, und zweitens habe ich bereits eine Menge "gelernt". Weiter so!
Amschel
am 17.12.2011 04:24:32 (49.228.112.xxx) Link Kommentar melden
Hallo, Gata Linda,

„Vorzeigedemokratie“ ! Ich bin schon kritisch was Worte und Ausdrücke betrifft! Wem denn vorzeigen?
Die Menschen müssen das für sich selber tun. Sie müssen endlich erkennen, dass keiner für sie etwas ohne Hintergedanken oder verdeckte eigene Interessen tut. Selbst religiöse Mönche und Nonnen erwarten, dass die, denen sie helfen, dann wenigstens sich zur gleichen Religion und zum gleichen Gott bekennen.

In der Politik ist selbstloses Handeln so gut wie ausgeschlossen, in der freien Wirtschaft sowieso. Zumindest erwartet der Spender/Investor/Politiker eine Steigerung seines Ansehens oder wenn er religiös ist einen Platz im Himmel.

Mann muss immer die Natur des Menschen (wie die aller Lebewesen) im Hinterkopf haben, Überlebenswillen und -drang bedeutet auch egoistisches Handeln und Denken. Das ist nichts Böses, das ist natürlich. Und das eben auch für die Familie, Gruppe, Gemeinde, Volk, Staat.

Alle Ideologien die das nicht berücksichtigen sind letztlich gezwungen mit Zwangsmaßnahmen diesen natürlichen Drang zu unterdrücken.

Im von Dir geschilderten Fall (und heutzutage ständig), passiert folgendes: Man tut öffentlich und politisch so, als wäre selbstloses Handeln die Regel und normal, als sei der Vorsatz erst die Gemeinschaft dann Ich und die Meinen, der Normalfall => wenn in der Realität, zumindest verdeckt, dann etwas anderes egoistisches abläuft, empört man sich und stellt es als etwas böses dar.

Dabei ist dies der Normalfall und das freiwillige, selbstlose Handeln die Ausnahme. Auch das ganze Stiftungswesen verlangt zwar formell eine gewisse Gemeinnützigkeit aber verdeckt kommt auch der Eigennutz nicht zu kurz.

Der (Obrigkeits)Staat ist letztlich seit seiner „Erfindung“ in der Levante vor 8 bis 12.000 Jahren, (je nach Sichtweise) nie etwas anders gewesen wie ein gigantisches Unterdrückungssystem. Der Einzelne und seine natürlichen egoistischen Bestrebungen wird/werden unterdrückt zugunsten eines Herrschaftshauses oder Herrschaftssystemes, welches dann die abgepressten Mittel, für sich, für seinen Repressionsapparat (Militär, Justiz, Polizei), für Klientel Begünstigung (früher Lehen, heute Lobbyisten und „Sozial“ Alimentierung), für Bespitzelung aber natürlich auch für Infrastruktur und Allgemeinwohl verwendet.

Wenn ein normales, von Fremdmächten und verdeckten Lobbyisten unbeeinflusstes Volk Entscheidungen für seine Zukunft durch Volksabstimmung trifft (z.B. AKW ja/nein, Endlager wo und wie, Militäreinsatz/Krieg ja/nein, usw. usw.), sollte dabei eher etwas vernünftiges herauskommen als wenn dies abgehobene Fürsten, Könige, Diktatoren oder Berufspolitiker tun.
Amschel
am 17.12.2011 13:30:18 (49.229.208.xxx) Link Kommentar melden
Hallo, Peter Maier,

"auch ich haben diesen Artikel - wie alle von Amschel - mit großem Interesse gelesen und kann nur zum wiederholten Male betonen, dass er unbedingt weiter seiner Autorentätigkeit hier auf OZ24 nachgehen sollte. Ich habe selten eine so gute Recherche lesen dürfen und bedanke mich bei dir, Amschel. Oft bringst du mich erstens zum Nachdenken, und zweitens habe ich bereits eine Menge "gelernt". Weiter so!"

Danke für die Komplimente.
Leider schleichen sich immer wieder Fehler ein. Z.B. wurde meine letzte Endkorrektur vom System zunächst akzeptiert und die korrigierte Fassung angezeigt. (es müsste z.B. heißen "Wer die Festung Marienberg in Würzburg kennt wundert sich nicht"... "und nicht wer die Marienberg kennt"...(ein Fehler im Hyperlink)) Beim Veröffentlichen war es dann aber doch plötzlich die vorletzte unkorrigierte Fassung. Muss mal mit den Admins mailen woran das liegen kann.
Peter Maier
am 20.12.2011 13:30:47 (93.219.165.xxx) Link Kommentar melden
Hallo Amschel, wie du selber siehst, hast du sogar meinen eigenen Schreibfehler mit eingebaut in deine Antwort - dazu Folgendes:

Solange es inhaltlich (!) keinen Unterschied zu derjenigen Aussage macht, die man treffen möchte, bleibt es völlig egal, ob jemand wie du, der hier ansonsten tadellose Recherchen abliefert, kleine Details übersieht. Es spielt in meinen Augen keine Rolle, solange der Leser weiß, was der Autor herüberbringen möchte.

Solltest du mit den Admins bislang noch keine Rücksprache gehalten haben, so möchte ich dir anraten, sie nochmals auf die Möglichkeit zu verweisen, ein Rechtschreibprogramm - wenigstens für uns Autoren - einzubauen.

Denn: Auch der Herausgeber einer Zeitung sollte wirklich daran interessiert sein, dass bei Veröffentlichung von allen - vor allem von brisanten - Artikeln Sauberkeit herrscht.

Sollten wir nichts mehr voneinander lesen, wünsche ich ganz besonders dir alles erdenklich Gute und eine wunderschöne Weihnachtszeit! Peter
Gata Linda
am 22.12.2011 04:39:40 (83.54.189.xxx) Link Kommentar melden
Leider schleichen sich immer wieder Fehler ein. Z.B. wurde meine letzte Endkorrektur vom System zunächst akzeptiert und die korrigierte Fassung angezeigt. (es müsste z.B. heißen "Wer die Festung Marienberg in Würzburg kennt wundert sich nicht"... "und nicht wer die Marienberg kennt"...(ein Fehler im Hyperlink)) Beim Veröffentlichen war es dann aber doch plötzlich die vorletzte unkorrigierte Fassung. Muss mal mit den Admins mailen woran das liegen kann.


Hallo Amschel,
das liegt daran, dass vor dem Einreichen des Artikels die neue Version nicht abgespeichert wurde.
Fehler wurde manuell behoben.


Solltest du mit den Admins bislang noch keine Rücksprache gehalten haben, so möchte ich dir anraten, sie nochmals auf die Möglichkeit zu verweisen, ein Rechtschreibprogramm - wenigstens für uns Autoren - einzubauen.


Hallo Peter,
fehlende - nicht eingetragene oder abgespeicherte - Worte findet auch kein Rechtschreibkorrekturprogramm. Alles weitere zu diesem Thema wurde hinreichend im internen Rahmen erläutert und gehört auch nicht in die Kommentarfunktion.
Amschel
am 25.12.2011 04:31:56 (110.49.241.xxx) Link Kommentar melden
@ Gata Linda/Peter Maier

das liegt daran, dass vor dem Einreichen des Artikels die neue Version nicht abgespeichert wurde.


Hab ich mir mittlerweile auch so gedacht, obwohl ich schwören könnte abgespeichert zu haben und danach sogar per Vorschau die korrekte Version aufgerufen und gesehen zu haben.
Als dritte Möglichkeit habe ich noch bemerkt, dass ein zweites geöffnetes Windowsfenster (Tap) der Übeltäter sein könnte. Wenn dort die alte Version noch angezeigt wird und man drückt versehentlich oder fälschlich hier nochmal auf speichern, so hat man die korrigierte, korrekte Endfassung wieder "verhunzt".

Du hast recht Gata Linda, eigentlich sind das technische Internas die im Autorenforum diskutiert werden sollten. Da es aber schön aufzeigt wie leicht man doch eigene Fehler oder Unzulänglichkeiten übersieht, für ausgeschlossen hält oder auch nicht war haben will und es hier die Meinen betrifft, mache ich sie hiermit öffentlich.
Auch als Aufruf: Steht zu euren Schwächen, Schwächen hat jeder, der Eine mehr, der Andere weniger.
Wer aber dazu steht bleibt glaubwürdig und mit den Füßen am Boden.

Danke für´s Korrigieren
Peter Maier
am 30.12.2011 22:32:46 (93.219.187.xxx) Link Kommentar melden
Hallo Amschel, ja, das ist aber teilweise die Quintessenz dessen, was man herüberbringen mag ....... wenn denn der Leser es versteht, ist es schon okay - ich wünsche dir alles Gute für das nächste Jahr

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