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Zuhören - ein aktiver Prozess

Die Kunst der Kommunikation

Zuhören
Zuhören
Dass Zuhören kein passiver, sondern ein aktiver Prozess ist, hat sich in der heutigen Zeit allgemein herumgesprochen. Verstöße gegen diese Regeln können zumeist nicht durch Training bestimmter Techniken behoben werden, sondern nur durch eine neue Grundorientierung.

Geduld - eine positive Tugend

Damit es zu einem aktiven Tun werden kann, sind einige Regeln unverzichtbar, die zum Teil in bestimmten Grundeinstellungen zum anderen Menschen gründen (etwa in der Akzeptanz seiner Würde).

Geduldig zuhören. Geduld (hypomone) bedeutet im Griechischen ein tapferes Standhalten. Aristoteles zählt die Geduld zur Tapferkeit und stellt sie der Feigheit entgegen.

http://www.aristo...oject.net/

Auch die Stoa ist überzeugt, dass nur geduldige Gelassenheit zu seelischer Größe führe. Erst eine hektisch-betriebsame Zeit konnte in der Ungeduld einen gewissen Wert erkennen.

http://www.mbradt.../ph001.htm

Heute steht das Mühen und Geduld (als eines aktiven Tuns und nicht eines passiven Erleidens) wieder in den profanen Tugendkatalogen verzeichnet. Für das geduldige Zuhören bedeutet das unter anderem:

Was man unbedingt vermeiden sollte

Man darf niemals einen Menschen unterbrechen.

Das erscheint für viele Menschen besonders schwierig, gerade wenn die eigene Konzentrationsfähigkeit sehr gering ausgeprägt ist.

Wenn man fürchtet, am Ende des Zuhörens etwas vergessen zu haben, auf das man glaubte, unbedingt eingehen zu müssen, oder schon eine Gegenrede plant.

Wenn man sich während des Zuhörens hörerinadäquat verhält ( also dem Sprecher keinen Blickkontakt anbietet und statt dessen mit einem Kugelschreiber oder etwas anderem spielt, in Akten blättert oder auch nur in der Gegend umherschaut).

Ein Verhalten, das der Sprecher nicht als auf seine Rede bezogen interpretieren kann, vermittelt ihm den Eindruck, dass man an dem Gesagten wenig oder gar nicht interessiert ist.

Viele schlechte Zuhörer schalten einfach ab, wenn der Sprecher keine neuen oder wesentlichen Informationen liefert. Sie wissen nicht um die Bedeutung der dritten Regel des Platon, nach der jede menschliche Kommunikationsinteraktion auf allen vier Ebenen spielt. Der informativen, der kontaktiven, der selbstdarstellerischen und der appellativen.

Sie wissen also nichts vom anderen Menschen und seinen elementaren sozialen Bedürfnissen, die sich auch sprachlich darstellen.

Wieder andere sind unfähig zu aktivem analytischen Zuhören. Damit ist gemeint, dass der gute Zuhörer während des Hörens das Gehörte in wenigstens vier Dimensionen analysiert.

Die Analysen

Was sind die faktischen Voraussetzungen, Konsequenzen und Implikationen, wenn das, was gesagt wurde, stimmig ist?

Was sind die logischen Voraussetzungen und Implikationen, die der Sprecher als geltend voraus setzt?

Was ist das für ein Sprachspiel, das der Sprecher verwendet? Diese Analyse setzt die Fähigkeit zur Begriffsanalyse während des Zuhörens voraus. Will der Sprecher primär oder ausschließlich überzeugen oder aber will er in dem Gespräch Probleme lösen?

Das Erkennen der impliziten Intentionen oder Implikationen ist eine wichtige Voraussetzung für gekonnte Dialektik. Auch hier kommt es zumeist nicht nur auf die Beherrschung bestimmter Techniken an, sondern auf eine grundsätzliche Neuorientierung der Persönlichkeit hin auf Alterozentrierung. . Das bedeutet, man achtet mehr auf den Menschen, der mit einem spricht, als auf sich selber.

http://de.wikiped...%A4sthetik

Kommunikation ist eine Kunst. Kunstfertigkeit erlernt man nicht ausschließlich aus Büchern, sondern auch mit der Praxis.

Zuhören ist eine Kunst, sie bedarf einen Künstler auf der einen Seite, um den Künstler auf der anderen Seite zu verstehen.

Kommunikation ist ein Miteinander …

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Schlüsselwörter: Zuhören | Kommunikation | Geduld | Aristoteles | Youtube
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Kommentare

Zeljko Jelic
am 10.12.2011 13:39:15 (82.195.234.xxx) Link Kommentar melden
Gefällt mir gut, anregend geschrieben. Eine kleine Verbesserung bzw. Anmerkung hätte ich allerdings:
Man darf niemals einen Menschen unterbrechen.
So 100%ig würde ich das nicht unterschreiben. Denn es gibt Menschen, die ohne Punkt und Komma reden. Irgendwann muss man da mal dazwischen Wink wenn es wirklich ein Gespräch sein soll. Nach meiner Erfahrung stört das solche Menschen aber kaum.
Royal Flush
am 10.12.2011 21:55:57 (92.230.249.xxx) Link Kommentar melden
@ Zeljko Jelic

Erwischt ... Grin Aber es ist richtig.

Wenn mein Gegenüber sich nicht ausreichend “spüren” kann, er einen doch recht ausgeprägten narzisstischen Drang hat, dann sollte man ihn höflich darauf hinweisen, dass einem das Labyrinth von Sätzen und Nebensätzen in der eigenen Gedankenführung verwirrt.

Bei solchen Menschen ist es in den meisten Fällen hirnphysiologisch manifestiert, Grin weist man sie darauf hin, werden sie häufig arrogant oder geraten in eine Stresssituation.

Zum Sprechen gehört auch eine korrekte Atemtechnik dazu. In vielen Rhetorikseminaren wird zuerst an dieser Technik gearbeitet.

Lieber Zeljko, vielen Dank für deinen netten Kommentar und das Interesse an meinem Artikel. Wink

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