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Politik: Politische Meinung

Deutschland entwickelt sich laut OECD zum Land der ganz Reichen und ganz Armen

Bildung schützt auch nicht vor Armut, ändern muss sich die Politik.

Hartz IV-Hochburg
Hartz IV-Hochburg
Stärker als in anderen Industrienationen ist in Deutschland die Einkommensschere zwischen Gutverdienenden und Geringverdienern in den letzten Jahrzehnten angewachsen, heißt es in einer neuen Studie der Weltorganisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD – Organisation for Economic Cooperation and Development).

Besserverdienende haben hierzulande acht Mal so viel Geld wie Arbeitskräfte des Niedriglohnsektors. Gründe sieht die OECD vor allem in den verkürzten Arbeitszeiten und sinkenden Löhnen. So sind die jährlichen Arbeitsstunden um 100 - von 1000 vor 20 Jahren auf 900 heute - gesunken; nur nicht bei den Besserverdienenden, die für zwei, nämlich im Schnitt ganze 2200 Stunden im Jahr arbeiten und entsprechend viel besser gefüllte Taschen haben.

Immer mehr „normale“ Jobs und Arbeitsstellen werden als Teilzeitstellen besetzt und mit Befristungen belegt. Allen voran der öffentliche Dienst als schlechtes Vorbild. Die Politik fordert Unternehmen auf, ihre Auszubildenden anschließend auch zu übernehmen und im selben Zuge setzt die öffentliche Verwaltung ihre Azubis, Anwärter und Referendare auf die Straße. Wozu teure Ausbildungen, wenn die Menschen letztendlich doch als Zusteller/-innen, Helfer/-innen oder Reinigungskräfte jobben müssen?

Die Betreuungsmöglichkeiten für Kinder in Deutschland bewertet die OECD als unzureichend, was gerade für Alleinerziehende fatal ist. Wen wundert es, dass gerade Frauen von den Problemen am Arbeitsmarkt betroffen sind, auch wenn sie gar keine Kinder haben. Sie könnten ja noch welche bekommen.

Die OECD warnt vor dieser polarisierenden Entwicklung in Deutschland. Proteste in Europa und der Welt zeigen, wohin die Verarmung und Verteilungsungerechtigkeit führen kann: bis zum Sturz der Regierungen. Je extremer die Kluft zwischen Armen und Reichen in Zeiten der Wirtschaftskrise wird, desto gefährlicher sind die Ausschreitungen als menschliches Zeichen der Gegenwehr.

Zur Lösung der Ungleichheiten mahnt die OECD an, auch in Krisenzeiten nicht an der Ausbildung zu sparen. Bildung sei angeblich die einzige Maßnahme, um die Lohnungleichheiten zu begrenzen und die Beschäftigungsraten zu erhöhen. Dem entgegen stehen zahlreiche ausgebildete Jugendliche, die nach der Lehre nicht übernommen werden und Hochschulabsolventen, die keine qualifizierten Stellen finden. So wird der Andrang im Niedriglohnsektor immer größer und besteht lange nicht mehr nur aus Menschen ohne Ausbildung.

Ändern muss sich zu allererst die Politik, denn zu der Finanz- und Wirtschaftskrise hätte es bei einer gesunden und ehrlichen Politik gar nicht kommen müssen.

Bildnachweis:
  • Hartz IV-Hochburg: Eigenes Foto (Renee Lantis)

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Schlüsselwörter: Armut | Bildung | Reiche | Kluft | OECD
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Kommentare

Hartmut Holz
am 08.12.2011 16:18:28 (79.246.150.xxx) Link Kommentar melden
Bloss wer, von diesen Politikern, stoppt diese verheerende Entwicklung.

Kein Wuder, dass die Nazis wieder politisch stärker werden.

Und aus der jüngsten Geschichte einfach rein gar nichts gelernt.

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