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Wird Halvers letztes Wahrzeichen gesprengt?

Oder kann der vom Verfall bedrohte Halveraner Aussichtsturm noch gerettet werden?

Halver, einstmals als „schönstes Dorf Westfalens“ bezeichnet, hatte einmal zwei Wahrzeichen. Die Betonung liegt dabei auf „hatte einmal“, denn von den ursprünglich zwei Halveraner Wahrzeichen, dem Wasserturm und dem Aussichtsturm, steht heute nur noch der Aussichtsturm auf der Karlshöhe. Der Wasserturm wurde bereits am 21. Mai 1977 gesprengt. Das gleiche Schicksal droht nun auch Halvers letztem Wahrzeichen, wie im April bekannt wurde. Durch eine falsche Sanierungsmaßnahme Anfang der 90er Jahre droht dem inzwischen vom Verfall bedrohten Aussichtsturm nun ebenfalls die Sprengung…

Im Jahre 1891 wurde die Abteilung Halver des SGV (Sauerländischer Gebirgsverein) gegründet. Und bereits dabei wurde auf der Karlshöhe, dem höchsten Punkt Halvers (438,5 m), vom SGV der Bau eines Aussichtsturmes geplant. Das Amt Halver stimmte dem zu und gab die Baugenehmigung, Die Fertigstellung des 23,5 m hohen Turmes und seine Einweihung waren am 10. Juli 1893 mit der offiziellen Eröffnung groß gefeiert worden. Die Baukosten betrugen 5.300 Reichsmark und lagen damit noch um 300 Reichsmark unter den ursprünglich veranschlagten Kosten.

Am 11. Mai 1911 ging der Aussichtsturm auf Wunsch des SGV und finanziellen Gründen nach einem Beschluss der Gemeindevertretung in den Besitz der Gemeinde Halver über. Am 28. Januar 1983 wurde er unter Denkmalschutz gestellt.

Mehrmals musste der Turm bereits saniert werden. Die letzte große Sanierungsmaßnahme war Anfang der 90er Jahre. Dafür mussten damals rund 285.000 DM aufgebracht werden, die zum Teil aus Spenden örtlicher Vereine und Firmen und zum Teil aus Landesmitteln der Denkmalpflege und dem städtischen Haushalt stammten. Bei dieser Sanierung erhielt der Turm zum Abschluss auch einen kompletten Anstrich. Nach Aussagen des stellvertretenden Vorsitzenden des Heimatvereins Halver, Peter Bell, war dies eine ungewollte Versiegelung des Mauerwerkes (Allgemeiner Anzeiger, 12.04.2008). Die beim Anstrich noch feuchten Steine wurden unter der Versiegelung marode.

Derzeit ist der Turm mit einem Bauzaun abgesperrt, damit etwa herunter fallende Steine keine Passanten verletzen können. Eine Sanierung würde mindestens 200.000 Euro kosten. Das ist sehr viel Geld angesichts der knapp bemessenen Haushaltskassen und dem drohenden Wegfall des Haushaltsposten „Unterhaltung Grundstücke, bauliche“. So könnte der Aussichtsturm als letztes noch existierende Wahrzeichen Halvers den Sparmaßnahmen der Politiker zum Opfer fallen. Und es wurde in der jüngsten Sitzung des Sport- und Freizeitausschusses bereits die Sprengung des Turmes als Sparvorschlag öffentlich geäußert. Aber sowohl das Bauamt der Stadt Halver, als auch der örtliche Heimatverein und der SGV hoffen noch, dass es dazu doch nicht kommen muss.

So sind letzten Endes auch einmal mehr wieder die Halveraner Bürger, Vereine und Firmen gefragt, die durch Spenden einen Großteil dazu beitragen könnten, dass Halvers letztes Wahrzeichen, der Aussichtsturm, auch der Nachwelt noch erhalten bleibt…

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Schlüsselwörter: Halver | Aussichtsturm | Wahrzeichen | Sanierung | Sparmaßnahmen | SGV
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