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Wer ist es denn nun – der 7.000.000.000-Mensch?

Der Streit um einen absurden und zweifelhaften Titel

Willkommen Überbevölkerung...
Willkommen Überbevölkerung...
Seit einer Woche ist es soweit. Die Weltbevölkerung hat die 7-Milliarden-Marke überschritten. So jedenfalls berichtete die internationale Presse am vergangenen Dienstag. In der Nacht zuvor war der 7.000.000.000-Mensch geboren worden. So jedenfalls die offizielle Version diverser Institutionen die für sich in Anspruch nehmen es zu wissen. Doch stimmt das alles wirklich? Berechtigte Zweifel sind angebracht…

Wann und wo wurde Nr. 7.000.000.000 geboren?

Mindestens fünf Familien in vier Ländern nehmen für sich in Anspruch dass dieses Privileg ihnen gebührt. Wer von Ihnen ist denn nun der „Glückliche“? – Oder ist es gar keiner von ihnen? Gibt es überhaupt schon den 7.000.000.000-Menschen? Oder wurde er vielleicht doch schon im September geboren?

Wer bestimmt eigentlich darüber wann und wo der wievielte Erdenbürger geboren wird. Wohlgemerkt, es geht hier nicht um den 7-milliardsten Menschen überhaupt, sondern um den derzeit lebenden 7-milliardsten Menschen. Angesichts dessen, dass weltweit jede Sekunde Menschen in kaum zu ermittelnder Zahl irgendwo auf der Welt sterben und geboren werden ist es absurd anzunehmen dieses oder jenes Neugeborene sei just in jenem Augenblick seiner Geburt der Mensch Nr. 7.000.000.000.

Baby Danica Camacho – der Favorit?

Die meisten Schlagzeilen machte diesbezüglich die kleine Danica Camacho auf den Philippinen, die laut Presse unter einem regelrechten Blitzlichtgewitter zur Welt kam. Fragt sich, woher die Presse wusste, dass es ausgerechnet in dieser Klinik geschah. Auch ein Vertreter der UN soll zugegen gewesen sein und den Eltern des Mädchens seine Glückwünsche mit einem Glückwunschkuchen und einem Ausbildungsstipendium überreicht haben.

Aus Sri Lanka kam ebenfalls der Anspruch, dass hier mit Muthumali der 7-milliardste Erdenbürger zur Welt gekommen sein soll. In Indien vergab die Kinderrechtsorganisation Plan International den Titel „siebenmilliardster Mensch“ im Bundesstaat Uttar Pradesh an die kleine Nargis. Weitere zwei Titelanwärter kommen allein aus Russland. So soll in Kaliningrad das Baby Petja Nikolajewa Anspruch auf den Titel haben. Er sei angeblich ebenfalls unter Aufsicht von UN-Beobachtern geboren und erhielt eine Urkunde in der stand: „Geboren am Tag der 7 Milliarden“. Auf der Halbinsel Kamtschatka wurde der 3,6 kg schwere Alexander geboren, dessen Eltern ebenfalls ein entsprechendes Zertifikat bekamen.

Die Vereinten Nationen halten sich bedeckt

Wie UN-Generalsekretär Ban Ki Moon auf Anfrage sagte, sei er nicht in der Lage zu sagen welches Kind das siebenmilliardste ist. „Es gibt so viele.“ Und Babatunde Osotimehin, der Direktor des UN-Bevölkerungsfonds Unfpa, hatte schon im Vorfeld gesagt, dass man auf jedwede symbolische Feier verzichten wolle.

Angesichts dessen, was dieser Titel überhaupt wert ist, ist dies sicher ein weiser Entschluss gewesen. Vom 6.000.000.000-Mensch, der vor rund 12 Jahren im bosnischen Sarajevo das Licht der Welt erblickte, spricht heute auch niemand mehr. Obwohl von der UN seinerzeit offiziell bestätigt, hat Adnam Mevic, wie er heißt, das alles nichts eingebracht außer einer kleinen Silberplakette, die seine Eltern zu seiner Geburt erhielten. Familie Mevic ist nicht nur in Vergessenheit geraten sondern lebt heute in völliger Armut. Und wenn sie heute davon sprechen ist ganz deutlich der Sarkasmus zu hören, denn die Plakette sei eine Form der Ehrung, „die man nicht essen kann“...

Bildnachweis:
  • Willkommen Überbevölkerung...: Grafik: © Axel Ertelt (Gemeinfrei.)

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Schlüsselwörter: sieben Milliarden | 7 000 000 000 | Erdenbürger | Weltbevölkerung | UN
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