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Kunst: Wo fängt sie an – wo hört sie auf?

800.000 Euro für Kunst oder doch nur für Dreck?

Was ist eigentlich Kunst? Diese Frage mag sich in den letzten Tagen so manch einer gestellt haben. Wie jetzt bekannt wurde hat bereits um den 20. Oktober herum eine fleißige Reinigungsfachkraft (früher einfach und simpel Putzfrau genannt) im Dortmunder Ostwall-Museum ein Kunstwerk zerstört und einen Schaden von sage und schreibe 800.000 Euro angerichtet.

„Wenn’s anfängt durch die Decke zu tropfen“

Unter diesem „Namen“ stand bis vor Kurzem noch ein Werk des Künstlers Martin Kippenberger im Ostwall-Museum in Dortmund. Für die Einen war es ein wertvolles Kunstwerk und für die Anderen ein merkwürdiges Etwas, das auch aus einer Bastelstunde der Grundschule hervorgegangen sein konnte. „Ein Gestell, das eher an ein Baugerüst oder eine Bauabsperrung als an ein Kunstwerk erinnert“, so ein Kritiker.

Es trug seinen Namen wohl zu Recht – wie die Ereignisse bewiesen haben, denn genau das hat offenbar auch eine fleißige Putzfrau gedacht. Die schmuddelige schwarze Gummiwanne, in der sich Kalkflecken befanden, sah wohl täuschend echt aus – gerade so, als sei es hier beim letzten Regen tatsächlich von der Decke heruntergetropft. Also nahm die Putzfrau ihre Aufgabe ernst und machte die Wanne kurzerhand sauber.

800.000 Euro Schaden

Damit war es passiert: Ein Kunstwerk zerstört und der Schaden immens. Gut dass es Versicherungen gibt. Mit einer Summe von 800.000 Euro war das durch die Säuberungsaktion restlos zerstörte Kunstwerk versichert. Und die Versicherung wird wohl bezahlen. Dabei hätten doch ein paar einfache Kalkspritzer genügt um den ursprünglichen Zustand wieder herzustellen. – Wenn die Versicherungen doch auch beim einfachen Bürger, wo es um ein paar Hundert Euro geht, so problemlos zahlen würden…

Wenn man sich das Kunstwerk so betrachtet, dann kann man sich wirklich fragen, was geht nur in den Köpfen der Leute vor? Die Zeit der großen Künstler wie Leonardo da Vinci, van Gogh oder Picasso sind spätestens seit Joseph Beuys vorbei. – Apropos Beuys, auch ihm erging es 1986 ähnlich, als bei Reinigungsarbeiten sein Kunstwerk „Fettecke“ in der Düsseldorfer Kunstakademie weggewischt worden war…

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Schlüsselwörter: Kippenberger | Ostwall-Museum | Kunstwerk | Künstler | Putzfrau
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Kommentare

Tepes
am 06.11.2011 12:03:14 (188.138.90.xxx) Link Kommentar melden
Kunst ist so eine Sache für sich, auch ich kann in vielen sogenannten Kunstwerken nicht wirklich viel künstlerisches entdecken. Eine Badewanne mit Kalkflecken bleibt nun mal eine Badewanne mit Kalkflecken und ist nicht wirklich Kunst.
Peter Maier
am 06.11.2011 12:16:45 (93.219.147.xxx) Link Kommentar melden
Hallo Alex, mal wieder ein schöner Artikel - du bist nicht umsonst unsere "Nummer Eins" .....

Aber, ich schließe mich da Tepes an, Kunst liegt immer im Auge des Betrachters.
Z. B. mag ich persönlich "naive Kunst" , so gesehen auf vielen Kalendern und Bildern und auch in etlich erschienen Büchern. Sollte man sich mal anschauen.
Daniel Marien
am 08.11.2011 10:58:49 (89.204.137.xxx) Link Kommentar melden
Der Kunstbegriff wird leider inflationär verwendet. Es gibt heute nichts, was nicht zur "Kunst" erhoben werden kann. Dabei ist weniger das künstlerische Talent des "Künstlers" gefragt, als sein Marktwert.

Wie in "Des Kaisers neue Kleider" will sich kaum jemand als intellektuell unterbelichtet oder beschränkt in seiner Auffassungsgabe outen.
Ob eingebüchste Exkremente, Fettfleck an der Wand oder schmutzige Gummiwanne... Hauptsache, es steht ein prominenter Name dahinter, erst dann wird "Kunst" daraus.

Genausowenig, wie alles dekorative Kunst ist, so ist auch nicht alles Verstörende oder Banale gezwungenermaßen Kunst.
Fraglich ist nur, wer die größere Meise hat... Der "Künstler", der aus der sprichwörtlichen Scheiße Geld macht oder der "Kunstkenner", der bereit ist, für diese "Werke" horrende Summen zu bezahlen.

Daneben gibt es noch die Spekulanten, denen ein künstlerischer Anspruch herzlich schnuppe ist und nur auf der Jagt nach einer Anlage mit Wertsteigerung sind. Und das darf dann auch gerne die Künstlerkacke in Dosen sein...
Zeljko Jelic
am 12.11.2011 08:23:37 (82.195.234.xxx) Link Kommentar melden
@Daniel Marien, ich sehe das ähnlich. Insgesamt war aber doch die ganze Aufregung um das Kunstwerk und dessen "Zerstörung" durch eine Putzfrau eine herrliche Realsatire. Sozusagen ein neues, mediales Kunstwerk. Das Publikum durfte mitspielen...

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