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E-Books - langsam aber sicher - auf dem Vormarsch.

Wird das gedruckte Wort bald verdrängt?

Ebookreader
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Der Begriff "E-Book" wird immer öfter erwähnt. Was verbirgt sich denn nun hinter einem elektronischen Buch?

Entwicklung:

Auf der diesjährigen Frankfurter Buchmesse wurde es bestätigt, E-Books sind der neue Trend. Zwar schätzen die Deutschen immer noch das gute alte Buch, die Entwicklung jedoch geht mehr und mehr in Richtung elektronischer Lesevariante. Noch wird das elektronische Buch als "Nischenprodukt" bezeichnet, welches aber immer mehr ins Zentrum des Interesses rückt. Es ist ein langsamer Prozess, der aber nicht mehr aufzuhalten ist.

Einige statistische Erhebungen:

Im Jahre 2009 gaben die Bundesbürger einer GfK-Studie zufolge jährlich ca. 400,- € für Bücher, Zeitschriften und Zeitungen aus. Im 1. Halbjahr 2011 lag der Anteil des E-Books am gesamtdeutschen Buchmarkt bei 0,7 %. Rund 1,4 Millionen elektronische Bücher wurden zwischen Januar und Juni 2011 von den Deutschen gekauft und dafür 13 Millionen € ausgegeben. Schul- und Fachbücher wurden hierbei nicht mitgerechnet.

Im Juli dieses Jahres besaßen ca. 800 000 Deutsche zum Zeitpunkt dieser Studie ein E-Book-Lesegerät. Damit hat sich seit Januar die Zahl der E-Book-Leser mehr als verdoppelt. Weil außerdem noch Tablet-Computer zum Lesen elektronischer Bücher benutzt werden, erhöht sich die Anzahl der künftigen E-Book-Leser in Deutschland um weitere 1,5 Millionen, erklärten die Konsumforscher.

Wer liest E-Books?

Der typische deutsche E-Book-Käufer ist zwischen 30 und 49 Jahre alt und männlich, während in Amerika Studenten und Schüler die Hauptinteressenten für den elektronischen Buchmarkt sind. Diese jungen Leute lesen während der U- und S-Bahn-Fahrten in Amerikas fast nur noch in entsprechenden Lesegeräten. Mitgeführte Bücher werden dabei immer weniger beobachtet.

Was für E-Books werden gegenwärtig vermehrt gekauft?

In Deutschland wird augenblicklich vorwiegend Unterhaltungsliteratur favorisiert, die etwa 80% aller gekauften E-Books ausmacht. Also mehr als bei den gedruckten Büchern mit einem Anteil von 50 %. Die meist gekauften Themenbereiche sind hierbei Spannungs-, Science Fiction-, Fantasy- sowie Mystery-Inhalte.

Wer bleibt lieber beim gedruckten Buch?

Vorwiegend sind es Menschen, die sich bereits früher in ihrer Kindheit viel mit Büchern beschäftigt haben. Oftmals haben die Eltern und Großeltern noch eine extra Bibliothek mit herrlichen alten Exemplaren in ihren Häusern gehabt und ihren Kindern die Liebe zum Buch und am Lesen mitgegeben. Viele Sammler fänden es ungeheuerlich, wenn das gedruckte Wort perspektivisch mehr und mehr verschwinden würde. Es wird bereits orakelt, dass es in 100 Jahren wohl keine unseren üblichen Buchhandlungen mehr geben könnte.

Viele Menschen halten es für undenkbar, dass man beim Lesen kein Buch mehr in den Händen hält, nicht mehr darüber streichen und es auch nicht mehr "beriechen" kann. Absurd, dass man abends ins Bett steigt - mit einem Gerät in der Hand - und dabei dasselbe ur-gemütliche Gefühl entstehen soll, das ein gebundenes Buch im Innern entfachen würde.

Was ist ein "Reader"?

Der amerikanischen "Kindle", der jetzt in Deutschland bei Amazon bereits zu 99,- Euro angeboten wird, ist kleiner, leichter und schneller als alle seine Vorgänger. Er hat eine Displaygröße von 15cm, also Taschenformat.

Bei seinem Display handelt es sich um ein mordernstes "E-Ink-Display", welches das Lesen wie auf echtem Papier ermöglicht. Das E-Ink-Display von Kindle nutzt echte Tinte für eine gestochen scharfe Qualität. Und die Bedienung des Gerätes ist auch kinderleicht.

In Kurzform erklärt: Man packt das Gerät aus und kann es sofort in Betrieb nehmen. Es ist kein Setup, keine Software und kein PC notwendig. Kabel in die Steckdose und los. Selbstverständlich kann es auch ohne Kabel betrieben werden.

Wird das E-Book das gedruckte Wort allmählich verdrängen?

Möglich wird also das Lesen des E-Books in einem tragbaren Lesegerät, ebenso wie man auch Zeitschriften und Zeitungen damit lesen kann. Die gewünschten Titel lassen sich bequem aus dem Netz herunterladen und es können derzeit auf dem Reader bis zu 1.400 Büchern eingespeichert werden. Das Herunterladen eines Buches von üblicher Länge dauert gerade mal 60 Sekunden, während der Kauf eines Buches erheblich länger währt.

Auf diese Weise kann man sich auf einem Reader seine ganz persönliche Bibliothek anlegen. Und nun stelle man sich mal das Gewicht vor, wenn man 1.400 Bücher mit sich herumschleppen müsste. Der Vergleich fällt somit doch eindeutig zugunsten des Readers aus.

Ein weiterer Vorteil: Die Reise im Flieger verkürzt man sich in der Regel mit dem Lesen eines spannenden Buchs. Man spart erheblich Platz und Gewicht, wenn man seine Urlaubslektüre in seinem Reader eingespeichert und nicht 6 bis 7 Bücher im Koffer verstauen und tragen muss. Es könnten beliebig viele Beispiele noch angeführt werden.

Perspektive:

Auch, wenn jetzt noch die Mehrzahl der Bundesbürger sich gegen die elektronische Variante des Lesens ausspricht und aus nostalgischen und anderen Gründen an seinem Buch in der Hand festhalten möchte - über kurz oder lang werden sich die E-Books und die Reader wohl durchsetzen. Die herkömmliche Buchproduktion, nicht zuletzt auch aus Kostengründen, wird wahrscheinlich in gar nicht allzu ferner Zeit der Vergangenheit angehören.

Wir befinden uns jetzt noch mitten im Umbruch, es ist aber zu erwarten, dass sich die Elektronik und damit der Fortschritt auf breiter Front mehr und mehr durchsetzt.

Bildnachweis:

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Schlüsselwörter: E-Book | Internetkauf | Reader | Kindle
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Kommentare

Peter Maier
am 16.10.2011 20:04:37 (93.219.166.xxx) Link Kommentar melden
Hallo Tanzmaus!

Ich persönlich favorisiere die gemütliche Variante - LESEN! Es gibt nichts Schöneres als das Lesen eines guten Buches - egal wo, egal wann.

Was das E-Book betrifft: ein Okay für Eltern auf weiter Autobahnstrecke - so mal als Beispiel - die Kleinen hören aufmerksam zu und bleiben somit "locker" und üben nicht den üblichen Stress auf den Fahrer aus .... hm hüstel ... sofern auch die Eltern überhaupt an Literatur interessiert sind -- und, wie du bereits oben beschrieben hattest, gibt es genügend Potenzial, sich mit Hörbüchern auszustatten --

Es ersetzt aber m.E. , wie oben beschrieben, nicht die Spannung des eigentlichen Lesens ...

.- ein sehr schöner Artikel, danke dafür!
Zeljko Jelic
am 17.10.2011 07:37:22 (82.195.234.xxx) Link Kommentar melden
In Kurzform erklärt: Man packt das Gerät aus und kann es sofort in Betrieb nehmen. Es ist kein Setup, keine Software und kein PC notwendig. ... Selbstverständlich kann es auch ohne Kabel betrieben werden.
Also fast so einfach wie ein richtiges Buch. Grin
Tanzmaus
am 17.10.2011 11:51:06 (87.178.123.xxx) Link Kommentar melden
@ Peter Maier:
Danke für den Kommentar Smile Genau diese Klientel meinte ich, die "gemütlich" lesen möchte. Es wird für das E-Book schwer werden, sich durchzusetzen - aber m.A.n. wird es das schaffen.

@ Zeliko Jelic:
Hihi, Ihr Humor gefällt mir! Wink

@ Redaktion:
Vielen Dank für die Bildeinfügung! Hatte mir zwar eine wunderschönes Ansicht vom Kindle im Netz gesucht und es dann in der Hektik vergessen, einzufügen. Schade, dass man den Artikel nach der Veröffentlichung nicht mehr bearbeiten kann. Wink
Hartmut Holz
am 18.10.2011 16:51:15 (79.246.143.xxx) Link Kommentar melden
Also, ich lese da lieber doch ein richtiges Buch. Und dieses muß ich auch in der Hand haben.

Gleiches gilt auch für Zeitungen und Illustrierten.
Argusauge
am 18.10.2011 19:39:42 (93.222.11.xxx) Link Kommentar melden
Den E-Bookreader hat man ja auch in der Hand Wink.
Tanzmaus
am 18.10.2011 20:06:30 (87.178.115.xxx) Link Kommentar melden
Meistens jedenfalls, denke ich - und sicher immer öfter.

Grin Wink
Hartmut Holz
am 19.10.2011 16:39:54 (79.246.146.xxx) Link Kommentar melden
Ja klar. Aber ein richtiges Buch oder eine echte Zeitung in der Hand zu halten, dieses ist doch etwas Anderes.
Tanzmaus
am 19.10.2011 20:09:58 (84.147.125.xxx) Link Kommentar melden
Ich kann das nicht so ganz nachvollziehen. Wieso ist das etwas anderes? Diese Reader haben inzwischen Taschenbuchformat, was mir beispielsweise beim Zeitunglesen von der Größe her viel angenehmer in den Händen liegt, als die FAZ oder die riesengroße Süddeutsche Zeitung. Ich denke dabei daran, ich sitze in den öffentlichen Verkehrsmitteln und lese meine ausufernde Zeitung, blättere darin herum - und dabei bedränge ich meinen Nachbarn so sehr, dass er sich bis an die Wand und in die nächste Ecke verziehen und meiner Zeitung ausweichen muss. Ich finde da einen kleinen dezenten Reader umso vieles praktischer. Ist es nicht eher aus Gründen der Ressentiments, dass Sie z.B. die gute alte Leseversion bevorzugen wollen?
Zeljko Jelic
am 20.10.2011 09:28:04 (82.195.234.xxx) Link Kommentar melden
Es gibt nicht nur schwarz und weiß. Der E-Book-Reader hat bestimmt gute Anwendungen, das Argument der unhandlichen Zeitungsformate im ÖPNV ist sicher gut. Aber ein richtiges Buch ist mir auch lieber. Sehr zu empfehlen sind auch Hörbücher.
Tanzmaus
am 20.10.2011 11:49:19 (87.178.108.xxx) Link Kommentar melden
"Aber ein richtiges Buch oder eine echte Zeitung in der Hand zu halten, dieses ist doch etwas Anderes." (Hartmut Holz)

"Aber ein richtiges Buch ist mir auch lieber." (Zeliko Jelic)

Genau darum geht es mir.
WARUM?
a) weil man es so gewohnt ist?
Cool weil es ungewohnt ist?
c) weil die moderne Elektronik eh "unheimlich" ist?

Frage am Rande:
Ist ein Roman, gelesen im Reader, denn kein "richtiges Buch"?
Weil ich ein neugieriger Mensch bin, interessieren mich die Gründe, was denn nun gegen die persönliche Verwendung dieses Gerätes spricht.
Ich habe festgestellt, dass es m.E.n. überwiegend Menschen über 40 Jahre sind, die sich (noch) nicht für den Reader erwärmen können.
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