Rund um OZ24

Suchen

Unterstütze OZ24

Sonstiges: Verschiedenes

Keine Ehrfurcht mehr vor den Toten?

Die Zeiten ändern sich – auch das Verhalten der Menschen…

Zur Trauerfeier aufgebahrter Sarg.
Zur Trauerfeier aufgebahrter Sarg.
Früher war alles anders. Man hatte noch Ehrfurcht vor den Toten und benahm sich entsprechend. Kam ein Leichenwagen durch den Ort gefahren, blieben die Menschen ehrfürchtig stehen und die Männer zogen ihren Hut. Heute interessiert es niemanden mehr, niemand zieht heute noch seinen Hut und es bleibt auch niemand mehr ehrfürchtig stehen während der Leichenwagen vorbeifährt. - Die Zeit hat sich gewandelt, hin zum Negativen...

Benehmen auf dem Friedhof – Früher

Kam früher ein Trauerzug über den Friedhof um einen Verstorbenen das letzte Geleit zum Grab zu geben, gab es niemanden auf dem Friedhof, der nicht seinen Kopf neigte und ehrfürchtig stehen blieb. Arbeiten auf den Grabstellen wurden selbstverständlich solange eingestellt bis der Trauerzug vorbei und außer Sicht war. So gehört es sich auch, so zeigt sich der Anstand und so steht es auch in den meisten Friedhofssatzungen geschrieben.

Benehmen auf dem Friedhof – Heute

Doch die Zeiten sind vorbei. Heute hält sich kaum noch jemand an diese einfachen Regeln des Anstandes. Hat niemand mehr Ehrfurcht vor den Toten? Fast scheint es so und das Benehmen auf dem Friedhof wird immer schlimmer.

Da wird fleißig an der Grabstelle gewerkelt und gehämmert und geklopft. Frei nach dem Motto: Der Trauerzug, der da fünf Meter entfernt auf dem Nebenweg vorbeigeht stört uns nicht. Da helfen auch keine Handzeichen des vorneweg gehenden Friedhofswärters die dem emsigen Arbeiten Einhalt gebieten sollen. Nein, dass interessiert die emsig arbeitenden Friedhofsbesucher nicht. Es wird weiter geklopft und gehämmert. – Keine Ehrfurcht mehr vor den Toten, Keine Ehrfurcht vor den Lebenden und wohl ganz bestimmt kein Anstand mehr – oder was? (So passiert heute auf dem ev. Friedhof in Halver).

Eine andere Beerdigung: Der Trauerzug kommt. Die an der Grabstelle arbeitenden Friedhofsbesucher hören zwar auf zu arbeiten und „verstecken“ sich ein paar Meter weiter hinter der nächsten Hecke. Die Schubkarre mit den Gartenwerkzeugen aber bleibt mitten auf dem engen Weg stehen und zwingt den Trauerzug zu stoppen. Die Sargträger müssen erst einmal die Schubkarre beiseite schaffen bevor es weitergehen kann.

Zwei krasse Beispiele von vielen. Was ist nur aus den Menschen geworden?...

Bildnachweis:
  • Zur Trauerfeier aufgebahrter Sarg.: Foto: © Axel Ertelt (Weiterverwendung nicht gestattet.)

uploaded

Der Inhalt des vorstehenden Artikels gibt nicht die Meinung der Redaktion von Onlinezeitung24 wieder. Für den Inhalt ist allein der Autor des Beitrages verantwortlich!
Drucken Empfehlen
Schlüsselwörter: Beerdigung | Trauerzug | Friedhof | Friedhofsbesucher | Ehrfurcht und Anstand
Sie wollen selber einen Artikel schreiben. Kein Problem, einfach registrieren!

Kommentare

317
am 04.10.2011 11:36:59 (80.237.225.xxx) Link Kommentar melden
Auf dem Land findet man sicher eine andere Situation vor als in der Stadt, auch das soziale Miteinander ist kaum zu vergleichen. Deshalb ist es schon ein Unterschied, ob ein Trauerzug durch ein Dorf führt (hier kann man leicht anhalten und innehalten) oder durch eine Großstadt (hier wäre das Verkehrschaos vorprogrammiert, wenn die Menschen sich so wie auf dem Dorf verhielten). Richtig ist natürlich, dass man vor dem Verstorbenen Respekt zeigen sollte und den Trauernden Mitgefühl (oder doch wenigstens ehrfurchtsvolle Distanz und Ruhe).

Den Lärm der Umwelt kann man allerdings kaum abstellen. Vor kurzem war ich auf einer Beerdigung, wobei der Friedhof neben einer sechsspurigen Schnellstraße liegt, in der Nähe eines Industriegebietes, ein Fluss mit regem Schiffsverkehr ist ebenfalls in der Nähe, und wenn der Wind ungünstig steht, kommt noch der Lärm eines Rangierbahnhofs dazu. Ferner befindet sich dort auch die Einflugschneise des Regionalflughafens. Der Trauerredner musste eben gelegentlich eine Pause machen. Dies alles ist eigentlich nichts weiter als die Ausformung der Weisheit: das Leben geht weiter.
Hartmut Holz
am 05.10.2011 17:03:00 (79.246.144.xxx) Link Kommentar melden
Natürlich geht das Leben, nach dem Tod, weiter Anett. Und trotzdem gehört es sich, dass die Arbeiten am Nachbargrab, wenn der Trauerzug vorbeizieht, unterbrochen wird.

Und heute gibt es sogar schon Sarg Discounter. Da kostet die Bestattung dann nur noch 500 Euro.
317
am 07.10.2011 08:08:43 (80.237.225.xxx) Link Kommentar melden
Natürlich, Hartmut Holz, das sollte selbstverständlich sein. Ein Mitglied des Trauerzuges hätte ja dieArbeiter höflich darauf hinweisen und sie um eine kurze Pause bitten können. Manches geschieht vielleicht aus Gedankenlosigkeit, nicht immer ist es Gleichgültigkeit, Vorsatz oder Bosheit.
Hartmut Holz
am 07.10.2011 14:29:11 (79.246.145.xxx) Link Kommentar melden
Da hast Du völlig recht. Und manchmal sind die Arbeiter so mit ihrer Arbeit beschäftig, dass sie ihre Umwelt herum gar nicht mehr wahrnehmen.
Tepes
am 11.10.2011 16:14:10 (46.4.231.xxx) Link Kommentar melden
Ich muss da dem Alex Mais zustimmen. Unsere Gesellschaft ist immer unsensibler geworden, aber nicht nur Toten gegenüber. Meine Eltern haben mir zum Beispiel beigrebracht das Alter zu ehren. Für mich als Kind, Jugendlicher und auch als Erwachsener ist es selbstverständlich zum Beispiel in überfüllten öffentlichen Verkehrsmitteln älteren Menschen meinen Sitzplatz anzubieten. In der heutigen Zeit kann man das leider nicht mehr bei der Jugend erkennen.
Hartmut Holz
am 11.10.2011 18:58:35 (79.246.144.xxx) Link Kommentar melden
Und die bietenauch älteren Mitbürgern keinen Sitzplatz im Bus mehr an. Lass die Alten doch stehen. Hauptsache wir jüngere Menschen sitzen.

Deutschland verkommt gesellschaftlich immer mehr.
Tanzmaus
am 12.10.2011 19:53:06 (91.4.235.xxx) Link Kommentar melden
Ich kann Alex Mais nur zustimmen. Es ist erschreckend, wie wenig Traditionen und Stil in unserer Gesellschaft noch Beachtung finden, wobei das m. E. weniger an unserer Jugend liegt. Es sind die Alten, die versäumen, ihren Kindern und Enkelkindern die Werte des Lebens noch weiter zu vermitteln. Man ist als älterer Mensch entsetzt über die Zunahme von Brutalität und Verrohung bei Kapitalverbrechen, und diese Gefühlskälte setzt sich ebenso in unserer Bevölkerung fort. Nicht nur am Beispiel, den Toten nicht mehr die Ehre zu erweisen, erkennt man die Tendenz des Verkommens einer ganzen Gesellschaft, so wie Hartmut Holz es niedergeschrieben hat. Beobachtet man im täglichen Verkehrsfluss alte Menschen, die versuchen, stark befahrene Straßen zu überqueren und wie schwer es ihnen fällt, unbeschadet auf die nächste Seite zu kommen. Es fällt auf, dass es sogar Fahrer gibt, die nicht mal den Fuss vom Gaspedal nehmen, wenn sie einen alten Menschen passieren. Im Gegenteil: Manche lassen sogar noch den Motor richtig aufheulen, initiieren ein Hupkonzert und kurven extra zackig an ihm vorbei.
Hartmut Holz
am 14.10.2011 17:50:19 (79.246.146.xxx) Link Kommentar melden
Ja, Tanzmaus. So ist halt, in Deutschland, unsere Gesellschaft. Aber das liegt auch noch immer an der Generation der 68er Gesellschaft.

Erst wenn wir diese Generation überwunden haben, dann wird sich die Gesellschaft, in Deutschland, auch wieder ändern.

Denn das ganze Liberale, in unserer Gesellschaft, hat uns nur Schwierigkeiten eingebracht. Es muss jetzt gegengesteuert werden. Ansonsten verkommt unsere deutsche Gesellschaft immer weiter.

Vorallem sollen und müssen auch wieder christliche Werte und auch Respekt gegenüber älteren Menschen, in unseren Schulen, wieder den Kindern und Jugendlichen beigebracht werden.
Tier_freund
am 15.10.2011 22:10:40 (188.96.39.xxx) Link Kommentar melden
Ich denke, dass jeder dem unschickliches Verhalten aufstößt - nach Möglichkeit mit dem/den "Taktlosen" reden sollte.
Zum Beispiel seien hier mal die laut herumwerkelnden Leute bei der evangelischen Trauerzeremonie im Leitartikel erwähnt. Wurden diese arbeitenden Besucher sachlich über deren Fehlverhalten aufgeklärt? Das eine sofortige "Stillegeste" wertvoll und beruhigend für die Hinterbliebenen sein kann? - Oder wurden die Friedhofs-Rüpel ignoriert und/oder angestarrt? Wie sollen diese Taktlosen ihr Verhalten realistisch überdenken und das nächste Mal "einfühlsamer" reagieren können? Oder einem Toten Respekt zollen? Oder gar einem Lebenden ...? Wenn's denen an Einsicht fehlt - dann muß man eben Einsicht/Rücksicht vorführen. Das kann in diesem Fall sogar ein Trauergast praktizieren! Zivilcourage nennt man das.

Meiner Meinung nach liegt hier nämlich ein allgemeines Problem. Dass es einigen Leuten schwerfällt, ihr Mißfallen freundlich auszusprechen - und diese Leutchens damit dem Gegenüber die erste Instanz einer friedlichen Läuterung vorenthalten. Denn vorrangig wäre bei einer solchen Situation auf dem Friedhof: Fürsorge und Schutz für die Hinterbliebenen, die Ehrung der/des Toten und ... christliches Verhalten.

Auch finde ich:
Die hier im Artikel gut beschriebene Schwerfälligkeit zum Miteinander zieht sich durch vielerlei Altersgruppen. Es ist nicht ausschließlich eine Eltern-Kind Sache. Oder die der jetzt um die 60jährigen. Es ist keine Sache des Alters. Es ist eine Sache der Lebenseinstellung.

Auch der Weg/Mut zum Miteinander - ist eine Lebenseinstellung!!

Einen Kommentar schreiben







Kommentare von Nichtmitgliedern der Seite Onlinezeitung24.de müssen durch einen Bestätigungslink per E-Mail freigeschaltet werden, für Mitglieder entfällt diese Bestätigung. Diese Maßnahme dient der Diskussionskultur und soll die Kommentarfunktion vor Spam schützen. Wir bitten um Ihr Verständis für diese Maßnahme.

Seitenaufbau: 0.08 Sekunden
38,493,053 eindeutige Besuche