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Sonstiges: Kultur & Religion

Der sog. "Aufruf zum Ungehorsam" der "Pfarrer-Initiative"

Wieder ermüdendes Schattenboxen in der Gruppe des sog. "Zweiten Vatikanischen Konzils"

In der Gruppe des sog. "Zweiten Vatikanischen Konzils" (V2) gibt es mal wieder einen "Aufruf" zu einer "Kirchenreform", i.e. den "Aufruf zum Ungehorsam" (AzU) der "Pfarrer-Initiative", Wien, propagiert von Helmut Schüller u.a. Dazu einige Erläuterungen:

Gewissenlosigkeit

"Die römische Verweigerung einer längst notwendigen Kirchenreform und die Untätigkeit der Bischöfe erlauben uns nicht nur, sondern sie zwingen uns, dem Gewissen zu folgen und selbständig tätig zu werden" (AzU, Einleitung).

a) Das V2 selbst ist eine vollständige Deformation der Kirche, cf. Karol Wojtyla bei den Exerzitien für Montini alias "Papst Paul VI.": Der Kirche ist es "geglückt, im Zweiten Vatikanischen Konzil ihr Wesen neu zu bestimmen" (Zeichen des Widerspruchs, Freiburg 1979, 27). Die V2-Gruppe hat bzw. ist ein "neues Wesen", d.h. sie ist eine Gegenkirche. Symptome dieser Gegenbewegung zum Christentum sind bis zur Ungültigkeit abgeänderte Sakramentsriten, ein "neues Kirchenrecht" sowie unendliche liturgische Exzesse wie "Karnevalsmessen", "Westernmessen" etc. pp. Insbesondere die V2-"Päpste" zelebrieren den Glaubensabfall mit Korankuss, Synagogenbesuch etc. pp. Trotz dieser radikalen Deformation bleibt der Ruf nach "Kirchenreform" bestehen. Also während in der katholischen Kirche die Lehre unwandelbar, d.h. beständig ist, ist in der V2-Gruppe das einzig Beständige der Wandel.

b) Tatsächlich sind die V2-"Bischöfe" "untätig", wie der Verf. sogar aus eigenen Erfahrungen beweisen kann. So schrieb der Verf., damals noch V2-Mitglied, in den 80-er und 90-er Jahren Hilferufe an diese sog. "Bischöfe", weil er unter den unzähligen hemmungslosen Irrlehren und liturgischen Exzessen der V2-"Priester" litt. Und die "Bischöfe" blieben untätig. Eine Ausnahme: Der Verf. protestierte sehr nachhaltig und vollkommen erfolglos, auch noch während seiner Zeit im V2-"Priesterseminar", gegen die - zwar verbotenen, aber trotzdem oft anzutreffenden - "Ministrantinnen". Schließlich sprach dann der sog. "Bischof von Rom", i.e. Karol Wojtyla alias "Papst Johannes Paul II.", ein Machtwort: Das Verbot von Ministrantinnen wurde aufgehoben und der Verf. damit wegen seines Einsatzes für Gehorsam gegenüber Rom von Rom zum Gespött gemacht. Aber die Untätigkeit der "Bischöfe" ist natürlich auch in vielen anderen Bereichen klar dokumentiert, z.B. wenn Lebensschützer gegen Abtreibung protestieren oder V2-"Konservative" sich über hemmungslose Irrlehren und Gotteslästerungen in Schulbüchern etc. beschweren. Allerdings bleiben die "Bischöfe" nicht immer untätig, sondern gehen bisweilen sehr energisch gegen die Lebensschützer und gegen die V2-"Konservativen" vor.

c) Gehorsam und Gewissen sind zu komplexe Begriffe, als dass man sie in einem Nebensatz gegeneinander ausspielen dürfte. Es gibt allerdings elementarste, bei jedem als bekannt vorauszusetzende Grundregeln zu Themen wie Gehorsamspflicht oder Gewissensirrtum. Cf. Papst Leo XIII., Enzyklika "Diuturnum illud", 29.06.1881: "Nur einen Grund gibt es für die Menschen, nicht zu gehorchen: wenn nämlich etwas von ihnen gefordert werden sollte, was mit dem natürlichen oder dem göttlichen Recht offenkundig in Widerspruch steht. Denn alles, wodurch das Gesetz der Weltordnung oder der Wille Gottes verletzt wird: das zu gebieten oder zu tun ist Gottlosigkeit und Frevel." Zudem kann die "Unkenntnis" (ignorantia) hinsichtlich einer Verpflichtung "unüberwindbar" ("invincibilis") oder "angestrebt" ("affectata") sein; während erstere die Schuldhaftigkeit einer objektiv falschen Handlung mindern oder gar ausschließen kann, mindert letztere die Schuldhaftigkeit niemals, sondern mehrt sie üblicherweise sogar.

Brötchen für die Welt

"WIR WERDEN gutwilligen Gläubigen grundsätzlich die Eucharistie nicht verweigern. Das gilt besonders für Geschieden-Wiederverheiratete, für Mitglieder anderer christlicher Kirchen und fallweise auch für Ausgetretene" (AzU, Nr. 2).

Zunächst: An die Stelle der hl. Messe hat die V2-Gruppe eine Mahlfeier ("Novus Ordo Missae") gesetzt, wobei zudem die Ungültigkeit der V2-"Bischofsweihen" und damit der auch objektive Laienstatus der jeweiligen "Mahlvorsteher" ("Priester") zu berücksichtigen ist. Insofern geht es hier objektiv also gar nicht um eine Sakramentenspendung. Und v.a.: Die hier geforderte Hostien-Austeilung auch an offizielle "Nicht-Katholiken" (i.e. an Nicht-V2-Mitglieder) ist in der V2-Gruppe ohnehin schon in Theorie grundgelegt und in Praxis verwirklicht. Cf. Wikipedia, Art. "Interkommunion", Stand 24.08.2011: "Während des Requiems für Papst Johannes Paul II. reichte Joseph Kardinal Ratzinger dem bekannten evangelischen Geistlichen Frère Roger († 2005) die Kommunion, was von einigen Beobachtern als Sensation empfunden wurde. Frère Roger hatte allerdings bereits seit ca. 20 Jahren immer wieder die Kommunion aus der Hand Papst Johannes Pauls II. empfangen. Am dazu nötigen Bekenntnis seines Glauben an die Realpräsenz Christi in der Eucharistie hat Frère Roger in Wort und Schrift nie Zweifel aufkommen lassen und wurde deshalb von seinem katholischen Heimatbischof zum Kommunionempfang zugelassen (siehe oben: Begrenzte Zulassung zum Abendmahl)." Anders gesagt: Auch hier zielt der AzU nur auf einen V2-Gehorsam ab, d.h. darauf, konsequent V2-konform zu handeln.

Abschied von Hochwürden

"WIR WERDEN uns dafür einsetzen, dass jede Pfarre einen eigenen Vorsteher hat: Mann oder Frau, verheiratet oder unverheiratet, hauptamtlich oder nebenamtlich. Das aber nicht durch Pfarrzusammenlegungen, sondern durch ein neues Priesterbild" (AzU, Nr. 6).

Das "neue Priesterbild" dieser "wesentlich anderen Kirche" kommt erwähntermaßen bereits objektiv in den ungültigen Weihen zum Ausdruck. Wie früh und wie entschlossen dieser radikale Umbruch vom Seelsorger zum Mahlvorsteher von der V2-Gruppe forciert wurde, belegt z.B. J.O. Zöller, Abschied von Hochwürden. Seelsorger der Zukunft, Frankfurt a.M. (2)1969: »Die Ergebnisse des Ersten Vatikanischen Konzils, die heute weithin überholt sind, waren die Grundlage für die Ausbildung von mindestens der Hälfte jener deutschen Priester, die den Erschütterungen des Zweiten Vatikanum ausgesetzt wurden. Vergleicht man nun das Erste mit dem Zweiten Vatikanischen Konzil und summiert dazu die außerordentliche Dynamik der wissenschaftlichen, technischen und gesellschaftlichen Entwicklung, so ist erst zu verstehen, welche Last der Priester zu tragen hat. Abschied von Hochwürden - das ist für manche Priester ein schmerzender Vorgang. Wie dieser gesellschaftliche Prozeß von der höheren Kurie eingeschätzt wird, das zeigt eine Dienstanweisung des Generalvikariats der Diözese Trier vom 16. 9. 1968, die aus einem Satz besteht: "Der Geistliche Rat hat beschlossen, im Schriftverkehr nach außen und innerhalb des Hauses, den Titel 'Hochwürden' nicht mehr zu gebrauchen."« V2-"Priester" tragen üblicherweise keine Priesterkleidung und wollen üblicherweise ganz ausdrücklich nicht als "Hochwürdige Herren" betrachtet, geschweige denn benannt werden. Besonders stark ist diese "Hochwürden-Aversion" bei extrem liberalen und progressiven Laieninitiativen wie z.B. dem "Opus Dei" ausgeprägt, wo die "Priester" üblicherweise nur mit dem völlig weltlichen Titel "Doktor" angeredet werden (sollen). Die Würde des Priesterstandes, damit auch die viel höheren Anforderungen an den Priester hinsichtlich eines tugendhaften, opferstarken Lebens, hat in der V2-Gruppe jedenfalls keinen Platz. Inwiefern diese objektive Verwahrlosung mit den Berichten über Kinderschändungen durch V2-"Priester" zusammenhängt, mag jetzt dahinstehen. Jedenfalls ist ein tugendhaftes Priesterleben in der V2-Gruppe objektiv vollkommen ausgeschlossen: Bereits die Irrlehren der V2-Texte und erst recht der ganze Ausfluss der V2-"Ordnung" resp. Unordnung (z.B. die o.g. Interkommunion) sind mit der katholischen Lehre und damit mit einem katholischen Leben absolut unvereinbar: Wer dem V2-"Papst", also dem sichtbaren V2-Oberhaupt gehorsam ist, steht in unlösbarem Gegensatz zur christlichen Lehre.

Nihil Novi

Zugegeben, dieser AzU hat eigentlich doch nur ein recht verhaltenes Echo gefunden. Es gab schon früher schon ähnliche "Proteste"; zu den bekanntesten zählt vielleicht die sog. "Kölner Erklärung" einiger V2-"Theologen": "Wider die Entmündigung - für eine offene Katholizität" (1989). Diese vermeintlichen "innerkirchlichen Auseinandersetzungen" bleiben nun einmal unsinniges Schattenboxen. Auch wenn die Nicht-Sedisvakantisten es hartnäckig ignorieren: Tatsache bleibt trotzdem, dass ausgerechnet die allerärgsten Modernisten wie z.B. Karol Wojtyla und Joseph Ratzinger in der V2-Gruppe nicht nur Karriere gemacht haben, sondern sogar kursangebend waren resp. sind. Speziell zum AzU gibt es sogar einen "Aufruf zum Gehorsam" von Markus Doppelbauer, Wien, vom "konservativen" V2-Videoportal gloria.tv. Dieser AzG beginnt: "Seit Jahrzehnten bemühen sich die Päpste und die Römische Kurie, den Glauben und das kirchliche Leben in unseren reich und satt gewordenen Ländern zu erneuern." In der Tat, die V2-Gruppe ist eine neue, von der katholischen Kirche wesentlich verschiedene Gruppe. Also letztlich zielen sowohl der AzU als auch der AzG nicht auf die unveränderliche katholische Wahrheit, sondern auf etwas "Neues".

Dank und Hoffnung

In der - erwähntermaßen ziemlich verschlafenen - Debatte um den AzU haben sich insbesondere die "konservativen", dezidiert anti-sedisvakantistischen Seiten gloria.tv und kreuz.net mit z.T. - erwähntermaßen objektiv unsinnigen - Kritik beteiligt. Trotzdem schuldet der Verf. beiden Seiten insofern ehrlichen Dank, dass beide Seiten dem Verf. oft Meinungsfreiheit gewährten und viele seiner ausdrücklich sedisvakantistischen Einträge dort duldeten. Und wenn die Unsinnigkeit und Aussichtslosigkeit des Nicht-Sedisvakantismus endlich auch auf großen Seiten offen eingestanden und konsequent beherzigt wird, sind auch die Aussichten auf eine echte Erneuerung des kirchlichen Lebens deutlich besser.

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Schlüsselwörter: katholisch | Kirche | Papst | Vatikan
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Kommentare

Zeljko Jelic
am 31.08.2011 06:46:33 (84.19.169.xxx) Link Kommentar melden
So wird das nie etwas mit der sogenannten Ökumene Wink

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