Rund um OZ24

Suchen

Unterstütze OZ24

Politik: Politische Meinung

Sarrazin tut sich leid: Rauswurf aus Kreuzberg

Der Ex-Senator wundert sich über Ablehnung der Migranten

Thilo Sarrazin tut sich medienwirksam leid. Dafür, dass die bösen Migranten ihn nun gar nicht mehr mögen, nur weil er ihnen ein paar Statistiken - wo immer die auch herstammten - in seinem Buch um die Ohren schlug, dass es nur so krachte. Sie pauschal beleidigte und offen angriff. Ihre Familienplanung verhöhnte als "Kopftuchmädchenproduzenten". Kurz, das gesamte Repertoire an rassistischer Rhetorik verballerte.

Auch der Chef des Deutschen Kulturrats, Olaf Zimmermann, mischte sich in die Debatte ein! Er kommentierte den Besuch Sarrazins mit dem Kamerateam in Kreuzberg.

„Es ist wirklich mehr als peinlich, wenn 'Aspekte', ein renommiertes Kulturmagazin, es offensichtlich nötig hat, einen solch vorhersehbaren Eklat zu inszenieren", kritisierte Zimmermann.

Wer Thilo Sarrazin mit Kameras durch Kreuzberg schicke, der spekuliere doch auf Wutausbrüche.Quelle: Bildartikel

Kein Skandal ohne Broder

Aber Medienhetzer Broder, der selten eine Gelegenheit zum Ausländerbashing auslässt, findet das natürlich nicht:

Henryk M. Broder sieht das anders: „Zimmermann stellt sich damit auf die Seite des Pöbels, der in Teilen Kreuzbergs mittlerweile das Sagen hat“, schreibt er in einer Stellungnahme in der Tageszeitung „Die Welt“.

Pöbel nennt er pauschal diejenigen, die es sich nicht gefallen lassen, dass man sie über einen Kamm schert und als nichtsnutzige, ungebildete Kopftuchmädchenproduzenten bezeichnet.

Der von ihnen beauftragte Politologe Gideon Botsch vom Moses-Mendelssohn-Zentrum in Potsdam bezeichnet die Äußerungen Sarrazins in seiner Analyse als "eindeutig rassistisch". Vor allem die verallgemeinernde Wortwahl des 64-jährigen deute darauf hin, erklärt er im Gespräch mit sueddeutsche. de.

Das 21-seitige Gutachten des Experten bewertet einzelne Passagen des Interviews als "herabwürdigend für Migranten". Der frühere Finanzsenator hatte unter anderem erklärt, Araber und Türken seien kaum produktiv für die deutsche Wirtschaft. Damit mobilisiere Sarrazin mit einem "bewussten Tabubruch" Vorurteile, die sonst von Rechtsradikalen geäußert würden, heißt es in dem Gutachten.

Ein Zitat aus Sarrazins Interview lautet zum Beispiel: "Die Türken erobern Deutschland genauso, wie die Kosovaren das Kosovo erobert haben: durch eine höhere Geburtenrate." Weiter sagte der Bundesbanker: "Ich muss niemanden anerkennen, der vom Staat lebt, diesen Staat ablehnt, für die Ausbildung seiner Kinder nicht vernünftig sorgt und ständig neue kleine Kopftuchmädchen produziert." entnommen aus: http://archiv.rai...77118.html

Und die Migranten müssen nicht freundlich und höflich zu jemandem sein, der sie seinerseits verunglimpft und bepöbelt. So einfach ist das, Herr Sarrazin.

Fazit zu dem inszenierten Eklat:

Wer austeilt, muss auch einstecken können. Und er muss sich nicht wundern, wenn die Gesellschaft, die er selbst offen ablehnt, ihn nicht mit offenen Armen empfängt, sondern ihm seine eigene Medizin zu schmecken gibt. Aber das übersteigt wohl das Vorstellungsvermögen von Herrn Sarrazin und das seines Gesinnungsgenossen Broder...

uploaded

Der Inhalt des vorstehenden Artikels gibt nicht die Meinung der Redaktion von Onlinezeitung24 wieder. Für den Inhalt ist allein der Autor des Beitrages verantwortlich!
Drucken Empfehlen
Schlüsselwörter: sarrazin | kreuzberg | eklat | migranten | rauswurf
Sie wollen selber einen Artikel schreiben. Kein Problem, einfach registrieren!

Kommentare

Peter Maier
am 23.07.2011 01:03:43 (93.219.142.xxx) Link Kommentar melden
natürlich, aber wer steckt denn nun was ein, Gata?
GataLinda
am 23.07.2011 15:01:01 (83.42.184.xxx) Link Kommentar melden
Im Grunde war das Ganze eine Show, bei der Sarrazin wieder mal die bösen Migranten vorführte. Allerdings klappt das nur bedingt, weil vielen Leuten sehr klar ist, dass es eben nicht der "Pöbel", sondern die gerade die Mittelschicht der gebildeten und integrierten Migranten ist, die sich zur Wehr setzt, denn genau DIESE Leute hat Sarrazin ja beleidigt.
Er muss also für seinen selbstprovozierten Eklat nicht auf die Tränendrüse drücken, dass er das Gespräch gesucht habe...das macht man nämlich normalerweise VORHER.
Möglichkeiten hatte er genug, solange er noch Senator war. Da ist er aber nur arrogant und überheblich auf allen pauschal rumgetrampelt, die seinem vermeintlich hohen Anspruch nicht genügt haben.
Es ist gut, dass wir diesen Kameraden los sind. Kann mir mal irgendjemand eine nennenswerte LEISTUNG nennen, die Sarrazin für die ganzen Bezüge erbracht hat, die der BRD wirklich genutzt hat?
So wie sich seine Vita liest, wurde der doch lediglich unschädlich wegbefördert..Grin
GataLinda
am 29.07.2011 10:23:39 (83.42.184.xxx) Link Kommentar melden
http://www.bild.d....bild.html

Berlin – Es sollte eine 45-minütige TV-Dokumentation über Ex-Bundesbank-Vorstand Thilo Sarrazin (66) werden – und endet jetzt in einem Fernseh-Skandal mit Lügen, Intrigen und einem erfundenen Einbruch. Im Mittelpunkt: der ARD-Sender „Rundfunk Berlin-Brandenburg“ RBB.

Die lügen sich sogar untereinander die Hucke voll. Was kann man davon denn überhaupt glauben?
Peter Maier
am 16.10.2011 10:01:26 (93.219.166.xxx) Link Kommentar melden
hi Gata ... Wowereit hat ein sogenanntes Gegenexemplar geschrieben - zwar nicht ganz so aufgemotzt wie von Sarashiel, aber immerhin lesenswert ....Smile
Peter Maier
am 16.10.2011 10:03:36 (93.219.166.xxx) Link Kommentar melden
Ich hoffe, dass Wowi 2013 den richtigen Ministerposten einnehmen wird - Kanzler wird er nicht werden, weil es immer noch so vertrocknete Typen gibt, die mit gleichgeschlechtlichen Lebensweisen nicht umgehen können - ansonsten wäre Wowi ein Top-Kandidat -------------- smile

Einen Kommentar schreiben







Kommentare von Nichtmitgliedern der Seite Onlinezeitung24.de müssen durch einen Bestätigungslink per E-Mail freigeschaltet werden, für Mitglieder entfällt diese Bestätigung. Diese Maßnahme dient der Diskussionskultur und soll die Kommentarfunktion vor Spam schützen. Wir bitten um Ihr Verständis für diese Maßnahme.

Seitenaufbau: 0.05 Sekunden
39,920,052 eindeutige Besuche