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Technik: Luft- und Raumfahrt

Das Ende einer Ära in der bemannten Raumfahrt

Der letzte Start eines Space Shuttles

Space Shuttle Atlantis beim Start.
Space Shuttle Atlantis beim Start.
Mit dem gestrigen Start der US-Raumfähre Atlantis geht endgültig eine Ära in der bemannten Raumfahrt zu Ende, die nicht nur von Erfolgen gekrönt war. 12 Tage soll sie im All bleiben und die internationale Raumstation ISS versorgen. Es war der 135. Start eines Shuttles. 132 Missionen waren erfolgreich, zwei endeten in einer Katastrophe. Die Raumfähre Challenger explodierte 1986 kurz nach dem Start und die Columbia 2003 beim Landeanflug wegen eines defekten Hitzeschilds. Bleibt zu hoffen, dass nun auch der letzte Flug eines Shuttles wieder mit Erfolg zu Ende geht.

Bemannte Raumfahrt nur noch von Russland aus

In Zukunft wird erst einmal Russland den Transport der Astronauten zur ISS alleine vornehmen müssen, denn der NASA ist es bisher nicht gelungen ein Abschlussprogramm für bemannte Raumfahrt zu entwickeln. Wie es mit der bemannten US-Raumfahrt weitergeht bleibt abzuwarten.

Die Europäer entwickeln zwar in der Theorie ein eigenes Programm zur bemannten Raumfahrt und besitzen mit der Ariane-Trägerrakete auch das benötigte Startpotential, doch ist man in der Praxis noch Lichtjahre von der Verwirklichung entfernt.

Einzig und allein besitzt heute außer Russland und den USA nur noch China das technische Know How um Menschen ins All zu befördern. Doch die bemannte chinesische Raumfahrt steht auch erst in den Anfängen. Der zweite und bisher letzte bemannte chinesische Raumflug liegt immerhin schon fast drei Jahre zurück. Er fand im September 2008 statt. (Die OZ24 berichtete.)

Veraltete und überteuerte Technik

Die US-Raumfähren sind heute reif fürs Museum. Der Fehler der NASA war, sich ausschließlich auf das Shuttle-Programm in der bemannten Raumfahrt zu konzentrieren. Immer wieder kam es zu Problemen, mit denen man offensichtlich nie so richtig fertig wurde und die letzten Endes auch zu den beiden Katastrophen der Challenger und Columbia führten.

Die Kosten für das Shuttle-Programm waren extrem hoch und lagen pro Flug schließlich mindestens beim 20fachen der ursprünglich veranschlagten Kosten. Es wurde also höchste Zeit für etwas Neues. Doch da hat die NASA offenbar geschlafen. Nun steht sie die nächste Zeit ohne eigenes bemanntes Raumfahrtprogramm da und ist allein auf freie russische Kapazitäten angewiesen.

Bildnachweis:
  • Space Shuttle Atlantis beim Start.: NASA-Foto via Wikipedia. (Gemeinfrei gemäß den NASA-Bedingungen. Näheres siehe hier.)

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Schlüsselwörter: Space Shuttle | Raumfähre | Atlantis | NASA
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Kommentare

AlfredH
am 11.07.2011 12:26:13 (93.222.12.xxx) Link Kommentar melden
Es ist für die USA schon recht lächerlich, als "die" Raumfahrtnation nun ohne eigenes Transportmittel dazustehen und auf andere angewiesen zu sein. Typischer Fall von Überheblichkeit und "Selbst dran Schuld".
Gata Linda
am 12.07.2011 13:18:23 (83.57.200.xxx) Link Kommentar melden
Hallo Alex,

ein sehr interessantes Thema, zu dem ich eine dezidierte eigene Meinung habe.
Dein Artikel gefällt mir sehr gut, da er klar aussagt, dass die amerikanische Raumfahrt einfach nicht mehr finanzierbar ist.
Wenn man bedenkt, in welcher weltweiten Krise wir uns heute bfinden, so ist es einfach nicht mehr nachvollziehbar, was die Bush-Regierung da an Geld in den Äther geblasen hat:

Washington - In der US-Wirtschaft herrscht Untergangsstimmung, doch bei der Nasa dürften die Sektkorken knallen: Die US-Regierung hat das Budget der Weltraumbehörde deutlich aufgestockt. 2009 wird sich ihr Etat auf rund 20,2 Milliarden Dollar (15 Milliarden Euro) belaufen, wie das Weiße Haus bekanntgab. Das seien rund 2,6 Milliarden US-Dollar mehr als 2008 - ein Plus von rund 15 Prozent.
http://www.spiege...66,00.html

Interessant wäre für mich die Frage, wo all diese Gelder geblieben sind und welchen Nutzen die amerikanische Bevölkerung aus diesen Ausgaben ziehen durfte.

Bush wird, wie bei so vielen Dingen, wo er die Finger im Spiel hatte, sicherlich gute Gründe gehabt haben, ausgerechnet in diesem Bereich Unsummen zu verbrennen, möglich, dass er wie schon bei Exxon irgendwo kräftig mitverdiente.

http://www.welt.d...t-vor.html
Anfang August drohen den USA die Zahlungsunfähigkeit. Man hat dort also sicher drängendere Probleme als die Raumfahrt.
http://www.focus....25738.html

Alle Welt sorgt sich um Euroland. Genauer: Um die 27 EU-Mitgliedsstaaten mit ihren insgesamt 9,8 Billionen Euro Schulden. Eine Zahl, die immerhin 13 Stellen hat. Und 33-mal so hoch ist wie der gesamte deutsche Bundeshaushalt 2011(...)

Am kommenden Montag, dem 16. Mai überschreiten die USA die gesetzlich festgelegte Schulden-Höchstgrenze von 14,3 Billionen Dollar (umgerechnet: etwa zehn Billionen Euro).

Dann darf die Regierung keine neuen Staatsanleihen mehr ausgeben, Steuerschecks verschicken oder Krankenhilfen auszahlen. Die einzige Lösung: Das Parlament erhöht bis nächsten Montag die offizielle Schuldengrenze – wie schon einige Male geschehen.(...)

„Katastrophale wirtschaftliche Auswirkungen“
Dann müsste man dort schneiden, wo es richtig weh tut: Die staatlichen Angestellten bekämen weniger oder gar kein Gehalt, die Bürger keine Zahlungen mehr von den sozialen Sicherungssystemen und die weltweiten Gläubiger keine Zinsen mehr für ihre US-Staatspapiere. Finanzminister Timothy Geitner warnt: „Die Zahlungsunfähigkeit der USA hätte katastrophale wirtschaftliche Auswirkungen.“



Schön, dass die Amerikaner resp. deren Politier das langsam mal zu bemerken scheinen...
Alex Mais
am 13.07.2011 14:31:58 (195.93.60.xxx) Link Kommentar melden
Hallo Gata,

man kann es aus verschiedenen Sichtweisen betrachten.

Angesichts der Finanzkrisen weltweit ist sicher der größte Teil, der in die Raumfahrt fließt (nicht nur in den USA) zumindest derzeit nicht mehr gerechtfertigt. Allerdings gibt es gewaltige Ausgaben, die meines Erachtens noch viel weniger gerechtfertigt sind. Das Militär ist nur eine davon…

Interessant wäre für mich die Frage, wo all diese Gelder geblieben sind und welchen Nutzen die amerikanische Bevölkerung aus diesen Ausgaben ziehen durfte.


Nun, die Gelder flossen zum größten Teil in die Wirtschaft, genauer gesagt in die Unternehmen, die an der Entwicklung der Raumfahrttechnologien beteiligt waren und sind. Die Forschung und Entwicklung verschlang/verschlingt dabei dann auch den Großteil. Des Weiteren die immensen Lohnkosten, die dahinter stecken. Dazu gehören ja nicht nur die direkten NASA-Mitarbeiter sondern vor allem auch die Mitarbeiter der Entwicklungs- und Zuliefererfirmen…

Nutzen haben wir praktisch alle davon gehabt. Dieser mag zwar in keinem Verhältnis zu den Gesamtausgaben der Raumfahrt stehen, aber nicht nur die amerikanische Bevölkerung hat von den ursprünglich für die Raumfahrt gemachten Erfindungen und Entwicklungen profitiert. Das wirkt sich sogar bis in die weltweiten Durchschnitts-Haushalte aus. Heute alltägliche Beschichtungen für Pfannen und Töpfe stammen aus der Raumfahrttechnologie und wären ohne diese vielleicht bis heute nicht gemacht worden. Und auch die rasante Entwicklung der Computertechnologie ist zum Großteil aus der Raumfahrttechnologie hervorgegangen, da es hier auf Größe und Gewicht ankommt. Denk auch mal ans TV. Die weltweiten Life-Übertragungen sind dabei nur ein Bruchteil des Fernsehens, das ohne Raumfahrt gar nicht möglich wäre.

Auf lange Zukunft betrachtet (500 bis 1000 Jahre mach uns) muss der Mensch einfach Raumfahrt betreiben um in Zukunft überleben zu können. Diese Zukunft erleben wir sicher nicht mehr. Und die Raumfahrt der Zukunft müsste da auch schon ganz anders aussehen als die „Blechbüchsen“ mit denen wir heute ins All fliegen.

Das Hauptproblem der (heutigen) Raumfahrt ist, dass sie Unsummen an Geld verschlingt und so gut wie Nichts davon wieder einbringt. Insofern war die Entwicklung des Space Shuttles damals schon der richtige Ansatz. Doch hat man es versäumt die Entwicklung dieses (eigentlich nie richtig ausgereiften) Projektes weiter zu betreiben.

Würden die Nationen nicht alle (noch) soviel gegeneinander sondern noch viel mehr miteinander arbeiten, dann wäre auch die Raumfahrt lange nicht so teuer wie bisher. Der erste Schritt in die richtige Richtung war ja bereits die Internationale Raumstation ISS.

Bevor nun weitere Unsummen sinnlos in die Raumfahrt verschleudert werden, sollten erst einmal in der Theorie akzeptable und machbare Lösungen gesucht werden.
SuuuperNanny
am 16.07.2011 01:24:49 (84.59.35.xxx) Link Kommentar melden
Bevor nun weitere Unsummen sinnlos in die Raumfahrt verschleudert werden, sollten erst einmal in der Theorie akzeptable und machbare Lösungen gesucht werden.

Das sagt sich so locker, hat aber NICHTS mit der realen Politik zu tun.

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