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Politik: Politische Meinung

Dominique Strauss-Kahn: Beinahe-Vergewaltiger oder politisches Opfer?

Mutmassliches Vergewaltigungsopfer in Paris stellte Strafanzeige

Dominique Strauss-Kahn wanted
Dominique Strauss-Kahn wanted
Nachdem nun auch dem Staatsanwalt in USA gedämmert hat, was viele sofort dachten, als sie von der Festnahme des mutmasslichen Vergewaltigers hörten, ermitteln nun erneut die Pariser Behörden gegen den Sarkozy-Konkurrenten.

Dass es zahlreiche Ungereimtheiten in dem USA-Fall gab, wie z.B. die Frage, weshalb das Zimmermädchen ein Zimmer betritt, das noch besetzt ist, war wohl sicher jedem klar, der die Berichte über DSK verfolgt hat.

Nun aber scheint es einen neuen Fall zu geben, der allerdings wieder dazu aufruft, zunächst die Motive des mutmasslichen Opfers zu beleuchten, bevor man sich dem kollektiven Verurteilungsrausch hingibt.

Die 32-jährige Autorin Tristane Banon behauptet, von Strauss-Kahn vor acht Jahren "fast" vergewaltigt worden zu sein. Das mutmassliche Opfer gehört der Pariser Oberschicht an, sie war eng mit der Tochter von DSK befreundet und DSKs Ex-Frau war ihre Patentante.

Sicher ist auch, dass der lange Zeitablauf nicht unbedingt gegen die Glaubwürdigkeit der Journalistin spricht, da es unzählige Vergewaltigungsopfer gibt, die erst nach langer Zeit über die Geschehnisse sprechen können. Jedoch bleibt die Frage, was ist "fast" vergewaltigt, ist das so schlimm wie "ganz" vergewaltigt, geht es überhaupt um den Tatbestand Vergewaltigung, oder nennt man das, was Julian Assange widerfuhr, nämlich einvernehmlicher Sex aber ohne Kondom auch in Paris Vergewaltigung, während nach deutschem Maßstab das ganz anders beurteilt würde?

Die damals 22-Jährige hatte auf Anraten ihrer Mutter, einer Kommunalpolitikerin in Strauss-Kahns Sozialistischer Partei, auf eine Anzeige gegen den Freund der Familie verzichtet.
Quelle: SZ

Welche Motivation hat die junge Frau also heute, ihre damalige Entscheidung zu revidieren? Könnte es vielleicht daran liegen, dass ihr erst jetzt klar ist, wieviel Geld ihr Schweigen wert gewesen ist?

Oder würde sie auch einen mittellosen Dachdecker nach mehr als acht Jahren zur Rechenschaft ziehen wollen, weil er sie "sexuell bedrängt" habe.

Anzeigeflut aller Frauen, die einen aufdringlichen Verehrer abwehren mussten

Wieviele Frauen tagtäglich sexuell genötigt werden, ist nicht fassbar. Würden nun alle diejenigen, die sich eines aufdringlichen Verehrers erwehren mussten, noch nach Jahren Strafanzeige machen, müsste man halb Europa hinter Gitter bringen.

Das soll nicht heißen, dass diese Vergehen ungestraft bleiben sollen, jedoch wirft es kein gutes Licht auf das mutmassliche Opfer, wenn es mit einer Stafverfolgung angeblich jahrelang still ertragene Schmach rächen will. Die Justiz findet ihre Grenzen in der Beweisbarkeit und in der Nachweisbarkeit einer Anklage.

Mögliche Szenarien

So bleibt zu erwarten, was dieser Prozess denn nun werden wird:

-ordnungsgemässe Ermittlung nach Anzeige mit Einstellung des Verfahrens wegen Verjährung, jedoch mit grösstmöglicher Beschädigung des Angeklagten

-aussergerichtliche Einigung der Parteien zur Beilegung des Strafverfahrens mittels Zahlung einer grösseren Summe

-Verurteilung aufgrund von Indizien und jahrelangen Berufungsverfahren, politisches Aus für DSK und Karriereschub für die nun prominente Journalistin

Wie auch immer das Verfahren ablaufen mag, es hat einen Beigeschmack von Trittbrettfahrens und Publicitygeilheit, was schon fast so schlimm ist wie die Vorstellung eines "fast"-vergewaltigenden DSK.

Was ist eigentlich passiert?

Bei dem Interview fiel der Politiker, behauptet Banon, "wie ein geiler Schimpanse" über sie her. Ihre Mutter, selbst Parteikader, habe ihr damals von einer Klage abgeraten(..)

Banon erwägt eine Klage - die sie nun eingereicht hat. "Mitanzusehen wie Strauss-Kahn, gerade freigelassen, mit Freunden in einem Luxusrestaurant diniert, das macht mich krank", sagte sie dem Magazin "L'Express" über ihre Motivation, nun doch noch wegen versuchter Vergewaltigung vor Gericht zu ziehen.

Falle? Komplott? Verschwörung? Der termingerecht eingefädelte Vorgang lässt Raum für Vermutungen. Der Anwalt Banons wehrt sich gegen jede Unterstellung, der Vorgang sei mit Dritten abgesprochen.

Quelle:Spiegel

Fazit

Es stellt sich die Frage, ob die Journalistin auch einen mittellosen Rentner noch nach 8 Jahren juristisch verfolgen würde, die Antwort auf diese Frage gibt den Blick frei auf die Motivation des mutmasslichen Opfers.

Dabei bleibt zwar unklar, ob DSK nun schuldig ist oder nicht - es geht zunächst nur um die Frage, ob der Hass gegen ihn nicht von anderen Motiven gesteuert ist als den angegebenen. Die Justiz für Sexualdelikte darf nicht dazu verkommen, sich Prominenz und finanzielle Vorteile zu verschaffen, die Vergewaltigungsjustiz darf keine Bühne werden für weibliche Selbstdarsteller.

Gerade weil diese Gefahr bei einer der wichtigsten Persönlichkeiten wie Dominique Strauss-Kahn sie darstellt in höchstem Maße gegeben ist, gerade deshalb muß das mutmassliche Opfer sich bis ins Detail prüfen lassen.

Bildnachweis:
  • Dominique Strauss-Kahn wanted: Picjoke.net (picjoke.net)

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Schlüsselwörter: dominique strauss-kahn | dsk | banon | intrige | komplott | sarkozy | vergewaltigung | opfer
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Kommentare

Peter Maier
am 08.07.2011 20:32:23 (93.219.163.xxx) Link Kommentar melden
Dieses Thema ist äußerst zerstritten. Schnell ging es um eine Rehabilitation Strauss' - falls mich mein Gedächtnis nicht täuscht, ist es gewissen "Prominenten" und auch gerissenen "Politikern" immer wieder gelungen, den Hals aus der Schlinge zu ziehen.

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