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Wissenschaft: Umwelt & Naturschutz

Was brachte der Klimagipfel 2008 in Bangkok?

Resultate, die umgesetzt werden – oder nur eine weitere Farce?

Der UN-Sicherheitsrat hatte im Februar 2007 erstmals den Klimawandel auf seine Agenda gesetzt und so deutlich gemacht, wie bedeutungsvoll das Thema für die Sicherheit und den Frieden in der Welt ist. Am 4. April 2008 ging der fünftägige Klimagipfel, an dem rund 1.200 Vertreter aus mehr als 160 Nationen teilnahmen, in Bangkok zu Ende. Was hat dieser Gipfel nun der Umwelt und unserer Zukunft gebracht?

Nach dem alarmierenden Bericht des Weltklimarates Anfang Februar 2007 prognostizierten die UN-Forscher einen Temperaturanstieg um 6,4 Grad bis zum Jahr 2100. Dadurch werden die Polareismassen drastisch weiter schmelzen und somit den Meeresspiegel um 59 Zentimeter anheben. Auch wenn sich das nicht viel anhört, so ist dies bereits für einige Inselstaaten wie beispielsweise die Malediven eine Existenz bedrohende Katastrophe. Doch immer wieder verhindern einige Nationen gute und Erfolg versprechende, durchsetzbare Resultate – allen voran die USA. Aber auch andere Länder schießen quer. So gehöre das Thema auf keinen Fall in den UN-Sicherheitsrat betonten 2007 die Botschafter von Russland und China.

Einerseits werden die erzielten (oder auch nicht erzielten) Ergebnisse des Weltklimagipfels in der thailändischen Hauptstadt Bangkok „als Start ernsthafter Verhandlungen über ein neues Klimaabkommen“ bezeichnet, andererseits ist man sich aber auch darüber einig, dass es für eine Verhinderung des globalen Wärmeanstiegs bereits viel zu spät ist. Die ganz große Klimakatastrophe lässt sich wohl nur noch durch sofortiges, rigoroses Handeln aufhalten. Dafür aber gibt es nicht die geringste Chance, solange wie die großen Industrienationen – allen voran die USA – quer schießen und offenbar nur auf den eigenen Profit aus sind. Ganz nach dem Motto, wenn die große Katastrophe kommt, sind wir ja nicht mehr da und das Problem haben die anderen (nämlich unsere Kinder und Kindeskinder).

Auch Japan blockierte in Bangkok das Erzielen von echten Resultaten, weil es „schärfere Maßnahmen von den Schwellenländern als in der Klimakonferenz von Bali 2007 vereinbart“ forderte. Diese Forderung führte zu unnützen Diskussionen und einem tagelangen Stillstand der Verhandlungen.

Der Klimaexperte Sven Harmeling von Germanwatch sagte zum Verlauf des Bangkoker Klimagipfels: „Viele Inselstaaten haben deutlich gemacht, dass ein ungebremster Klimawandel ihr Existenzrecht in Frage stellt. Der Schutz solcher Staaten ist eine zentrale Messlatte für den Erfolg der Verhandlungen.“

Der umfassende Vorschlag Mexikos für einen multinationalen Klimafond stellte einen der wenigen konstruktiven Höhepunkte des Gipfels dar. Der Fond soll die Klimaschutzaktivitäten der Entwicklungsländer fördern und dabei helfen, sich besser auf die vom Klimawandel am stärksten betroffenen Staaten einzustellen. Außerdem soll damit der Technologietransfer gefördert werden. In den Fond einzahlen sollen alle Staaten, erstmals auch die so genannten Schwellenländer, außer den ärmsten Entwicklungsländern. Auch Indien brachte wider Erwarten, angesichts des bisherigen strikten NEIN zu mehr Umweltschutz im eigenen Land, einige konkrete Vorschläge ins Gespräch.

Immerhin gelang es den Vertragsstaaten sich auf einen konkreten Zeitplan für die UN-Klimaverhandlungen in den nächsten Monaten zu einigen. So findet die nächste Gesprächsrunde bereits im Juni 2008 in Bonn statt. Der große UN-Klimagipfel ist dann im Dezember 2008 und Ende 2009 soll dann in Kopenhagen das Abkommen verabschiedet werden, dass Anfang 2013 in Kraft treten soll.

Das alles kann aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Graben zwischen den Industrienationen und den Entwicklungsländern immer tiefer wird. Die einzige Hoffnung scheinen die Neuwahlen in den USA. Und so bleibt nur zu Hoffen, dass dann die USA endlich auch einmal einen produktiven Beitrag leisten – anstatt immer nur quer zu schießen…

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Schlüsselwörter: Klimagipfel | Klimawandel | Klimakatastrophe | Bangkok | Thailand
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Kommentare

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am 09.10.2010 10:56:33 (124.160.102.xxx) Link
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  • Gelöscht von OZ24 am 09.10.2010 11:20:06.

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