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Sonstiges: Gesundheit

Die Kontroverse: Sterbehilfe - Ja oder Nein?

Deutsche Ärzte lehnen Sterbehilfe weiterhin strikt ab

Medizin - Fluch oder Segen?
Medizin - Fluch oder Segen?
In den letzten Wochen war zum Thema Sterbehilfe mehrfach in den Medien zu lesen. Die letzte Meldung in diesem Zusammenhang kam jedoch aus den USA. Dort starb gestern der 83jährige, international bekannte und umstrittene Arzt Jack Kevorkian, besser bekannt unter seinem Spitznamen „Dr. Tod“.

Barmherziger Samariter oder Massenmörder?

„Dr. Tod“ war im Jahr 1999 wegen Totschlags zu einer Haftstrafe von 10 bis 25 Jahren rechtskräftig verurteilt worden. Der Fall hatte damals für weltweite Diskussionen über das Thema Sterbehilfe geführt. Acht Jahre später, im Jahr 2007, wurde er jedoch vorzeitig entlassen. Nach eigenen Angaben hat „Dr. Tod“ mindestens 130 Menschen, die unheilbar krank waren, zum Tod verholfen.

Die einen hielten ihn für so etwas wie einen barmherzigen Samariter, der die unheilbar dahinsiechenden Menschen von ihren Qualen erlöste, während die anderen ihn als Massenmörder beschimpften. Zum Thema Sterbehilfe ist das Volk eben zerstritten – nicht nur in den USA.

In Thailand gibt es jetzt das Recht aufs Sterben

Nach einer Veröffentlichung in der Royal Gazette gibt es seit dem 20. Mai diesen Jahres in Thailand eine gesetzliche Regelung zur Sterbehilfe. Demzufolge können unheilbar Erkrankte, die unter Schmerzen leiden, jede weitere Behandlung ablehnen, die das Leiden nur hinauszögert aber nicht heilen kann, um sterben zu können.

Aktive Sterbehilfe, etwa durch die Verabreichung zum direkten Tod führender Medikamente, dürften die Ärzte jedoch nicht leisten. Man könnte diese neue Regelung eher mit der so genannten Patientenverfügung vergleichen, in der es ja auch nur darum geht unnötige, lebensverlängernde Maßnahmen abzulehnen, wenn es keine Aussicht auf Heilung mehr gibt.

Sterbehilfedebatte auch in Kiel

Am vergangenen Mittwoch war das Thema Sterbehilfe auch eine lange und kontroverse Debatte auf dem 114. Ärztetag in Kiel. Als Ergebnis wurde festgehalten, dass Ärzte auch künftig keine Sterbehilfe leisten dürfen. Einige der Delegierten hatten sich anfangs vehement gegen ein Verbot gewandt. Doch schlussendlich stimmten 166 dafür und nur 56 dagegen bei 7 Stimmenthaltungen.

Bildnachweis:
  • Medizin - Fluch oder Segen?: Rainer Sturm, Pixelio.de (Kostenlose redaktionelle und kommerzielle Verwendung mit erweitertem Bearbeitungsrecht gemäß den Pixelio-Bedingungen.)

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Schlüsselwörter: Sterbehilfe | Kontroverse | Patientenverfügung | unheilbar krank | Dr. Tod | Ärztetag
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Kommentare

Hartmut Holz
am 07.06.2011 18:19:09 (79.246.140.xxx) Link Kommentar melden
Wenn der Mensch unheilbar krank ist und nur noch dahinsiecht, dann sollte auch Sterbehilfe gewährt werden.

Denn alles andere wäre nur Quälerei. Nicht nur für den Kranken, sondern auch für die Angehörigen.
Gata Linda
am 09.06.2011 19:43:31 (81.44.74.xxx) Link Kommentar melden
Wenn der Mensch unheilbar krank ist und nur noch dahinsiecht, dann sollte auch Sterbehilfe gewährt werden.

Diese Definition liest sich gut, ist aber in der Realität so nicht klar umrissen;
was, wenn der Patient obwohl todkrank nicht vom Leben in den Tod befördert werden will?
was, wenn der Arzt nicht zum Henker werden will, weil er seinen Beruf um des Heilens willen gewählt hat?
was, wenn die Angehörigen wegen des zu erwartenden Erbes dem Tod etwas auf die Sprünge helfen wollen?
Die Krankenkassen freuen sich, wenn sie nicht mehr "lebenslang" zahlen müssen, sondern wenn die Behandlung mit der Sterbehilfe beendet werden könnte...

Wer kann sich anmassen, diese Fragen alle klar beantworten zu können und das Richtige zu entscheiden? Ein Richter? EIn Arzt? Die Ehefrau (die vielleicht noch sauer ist, weil ihr Mann sie mal betrogen hat...)

Dem Missbrauch stünde Tür und Tor offen.
Wichtiger als Sterbehilfe ist der richtige Umgang mit schmerzlindernden Verfahren, auch mit Opiaten wenn es nicht anders geht. Denn wer schmerzfrei ist, kann mit dem Sterben noch warten.
Hartmut Holz
am 10.06.2011 15:21:02 (79.246.146.xxx) Link Kommentar melden
Leider ist es auch so, dass manche Menschen einfach nicht sterben können. Sie quälen sich damit bis zuletzt. Denn auch dieses habe ich leider, im Altenheim, erlebt. Ich habe auch Sterbebegleitung gemacht und das war manches mal nicht so einfach.

Ein Bewohner hat die Heilige Maria angerufen und sie um Hilfe gebeten. Die nächste Bewohnerin, die auf dem Sterbebett lag, hat dann nach ihrer Mutter gerufen. Da bekommt man schon eine Gänsehaut und es läuft einem kalt den Rücken herunter.

Und wenn ein Mensch todkrank ist, dann möchten sie auch friedlich einschlafen.
Da sollte dann auch mit sanften Mitteln nachgeholfen werden, damit sich diese Menschen dann nicht quälen müssen. Und meiner Meinung nach wird dann auch kein Arzt zum Henker.

Auch wer mit Opiaten schmerzfrei gestellt wird, der kann mit dem Sterben nicht warten. Denn Opiate zerstören ja auch den schon geschwächten Körper.

Je schneller ein todkranker Mensch zu Gott, ins Paradies, geht - desto besser ist es. Ich selbst möchte auch nicht Opiaten vollgepumpt werden oder nur noch von Schläuchen künstlich am Leben gehalten werden.

Das ist für mich kein Leben mehr, sondern nur noch ein Dahinsiechen. Und dieses muss nicht sein.

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