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Sonstiges: Vergnügen

Bachata, Salsa, Rumba - sinnlich und leidenschaftlich Tanzen lernen

Lateinamerikanischer Tanz als Lebensgefühl (Teil 1)

Spätestens seit Patrick Swayze im Film "Dirty Dancing" die Hüften schwang, haben sowohl Amerikaner als auch Europäer Salsa, Bachata und Merengue für sich entdeckt.

Leider haben immer noch viele Europäer Angst vor diesen sexualisierten, sinnlichen Bewegungen dieser Tanzstile, sind sie doch eher an die normannisch-korrekten rhytmischen Bewegungsformen von Foxtrott und co. gewöhnt.

Wer einmal den Mut gefasst hat, als Europäer eine Salsa- oder Latinodancebar zu besuchen, wird sofort verstehen, was den graviernden Unterschied der Tanzstile ausmacht:

Bachata - ist kein Tanz, sondern ein Gefühl

Egal, wie man aussieht, wie alt man ist, egal ob dick oder dünn - Bachata ist ein Tanz, der besticht durch einfache Tanzschritte und fliessende Bewegungen.

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Wer es nicht kann, wird per "Lerning-by-doing" angeleitet, Südamerikaner haben weder Scheu, sich zu zeigen, noch Scheu vor der Berührung. Die Devise heißt: Tanz erlaubt alles! Denn die oberste Priorität bei den Tänzern ist der gegenseitige Respekt, auch und gerade weil man sich so nahe kommt.

Obwohl Bachata so sexualisiert wirkt, sind die Tänzer, entgegen aller Erwartung, beim Tanz völlig auf die harmonische Bewegung mit dem Partner konzentriert, und man glaubt es kaum, wie wenig sexuelle Spannung bei solchen Tänzen in der Realität aufgebaut wird.

Latinas wissen was sie wollen - und nehmen es sich

Anders als in Deutschland ist es in Latinoclubs durchaus schicklich, dass eine Frau den Tänzer ihrer Wahl auffordert. Niemand denkt sich dabei etwas, und nach dem Tanz geht jeder wieder seiner Wege, es ist einfach die Freude an der Musik, nicht das Interesse am Mann, was die Frauen antreibt, die besten Tänzer für sich zu beanspruchen. Zur Not muss auch mal der Kellner dran glauben...

Umgekehrt passiert es fast niemals, dass eine Latina einem Tänzer einen Korb gibt. Deshalb können beide Seiten so ungeniert fragen "tanzt du mit mir?", denn zur ungeschriebenen Regel gehört, nicht aufdringlich zu werden und niemand vor den Kopf zu stossen.

Da im spanischen Sprachraum ohnehin kaum das förmliche "Sie" zum Einsatz kommt, ist man generell gleich per Du, und niemanden stört das.

Freizügige Kleidung gehört zum Equipement

Vielen Deutschen erscheint das Verhalten der Latinas frivol, die langen Haare, die erotischen Bewegungen, die freizügige Kleidung. Man muss das jedoch im Kontext sehen zu der Entstehung der Tänze, die meist im karibischen Klima getanzt wurden. Dass man am Strand leichtbekleidet tanzt, ist in der dominikanischen Republik oder in Kolumbien vollkommen normal. Daher wird auch um die Berührungen kein grosses Gedöns veranstaltet, denn die Hände werden respektvoll auf der Schulter (nicht an der Taille!) platziert. Und mal ehrlich: Bachata im Winterpulli sieht irgendwie komisch aus...

Für Kubaner verboten

Bachata ist ein Tanz, der Symbolkraft hat, so symbolträchtig, dass er im prüden Touristenkuba verboten war. Heimlich jedoch haben es die Kubaner geschafft, zu den besten Bachatatänzern der Welt zu gehören, da sich die dominikanische Form des Bachata ursprünglich aus dem kubanischen Bolero entwickelte und sich mit Elementen des Merengue vermischte.

Manche stolzen Latinoeltern bringen ihren Kindern die ersten Tanzschritte bei, sobald die Kinder laufen können. So entstehen dann solche Tanzpaare wie in dem nachfolgenden Video, welches zeigt, wie unbefangen sogar kleine Kinder die erotischen Tanzbewegungen ausführen. Früh übt sich, was ein toller Tänzer werden wird. Der 10jährige Santiage und die 8-jährige Maria machen es virtuos vor.

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aktuelle Liveauftritte im Portal für Sunshinemusic unter http://sunshinemu...ender.html

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Schlüsselwörter: bachata | dirty dancing | patrick swayze | lateinamerikanische tänze | salsa | merengue | son | vallenato | reaggeton | tanzen | youtube | video
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Kommentare

586
am 24.04.2011 16:26:06 (84.19.169.xxx) Link Kommentar melden
Leider haben immer noch viele Europäer Angst vor diesen sexualisierten, sinnlichen Bewegungen dieser Tanzstile, sind sie doch eher an die normannisch-korrekten rhytmischen Bewegungsformen von Foxtrott und co. gewöhnt.
Ich wüßte jetzt nicht, was am Wiener Walzer oder den anderen Standardtänzen "normannisch" sein soll.

Ansonsten ist - rein psychologisch gesehen - nahezu jeder (Paar)Tanz eine Form sehr sublimierter Sexualität. Dazu gibt es schöne Äußerungen von Adorno. Smile
GataLinda
am 24.04.2011 17:14:53 (83.61.231.xxx) Link Kommentar melden
Im Unterschied zu den Tänzen des Nordens wie z.B. dem Quickstep, einer etwas komplexeren Variante des Foxtrotts, gibt es bei Bachata keinen "persönlichen Freiraum" des Tänzers, der gesamte Körper tanzt, während beim Fox und Co darauf zu achten ist, dass Schultern und Kopf ruhig getragen werden und nicht "mitbewegt" werden.

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Der Foxtrott zeigt sehr deutlich die Unterschiede der Tanzstile auf:
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ein sehr schöner Bachata hier im Video:

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Noch deutlicher zeigt sich die "Steifheit" der nordischen Tänze beim Walzer, welcher klare Vorgaben an die Tänzer birgt, während es bei Bachata eigentlich bis auf die Grundschritte keine "vorgeschriebenen" Standard-Bewegungen gibt.

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349
am 24.04.2011 18:18:14 (212.227.103.xxx) Link Kommentar melden
...wie unbefangen sogar kleine Kinder die erotischen Tanzbewegungen ausführen
Dies scheint mir ein Missverständnis zu sein. Naturgemäß können kleine Kinder gar keine "erotischen" Bewegungen ausführen, deswegen wirkt ja ein Tango von Zehnjährigen auch stets hölzern und gespielt. Richtig tanzen (in Bezug auf solche "erotischen" Tänze) können nur Menschen, die sexuelle Erfahrungen hatten.

Das kann Dir jeder Psychologe erklären, warum das so ist.
kommt123
am 25.04.2011 13:19:34 (92.231.124.xxx) Link Kommentar melden
Bachata ist ein Tanz, der besticht durch einfache Tanzschritte und fliessende Bewegungen


Also so eine Art coyote ugly - dance.


Smile
349
am 25.04.2011 14:32:58 (212.227.103.xxx) Link Kommentar melden
Hier kommen offenbar doch einige Missverständnisse und Vorurteile in Bezug auf die sogenannten Standardtänze ans Licht. Es gibt natürlich auch dort keine
"vorgeschriebenen" Standard-Bewegungen
sondern allenfalls aus vielen Bewegungen komponierte Figuren sowie - selbstverständlich - bestimmte Körperhaltungen, nämlich solche, die das Fließen der Bewegung ermöglichen und die außerdem auch noch ästhetisch wirken.

Es ist m.E. nicht sinnvoll, Tanzstile gegeneinander auszuspielen oder gegenseitig abzuwerten. Festhalten kann man generell: alle Tänze sind letztlich aus dem animalischen Balzverhalten entstanden; manche zeigen das recht plump, andere eher sublimiert.
GataLinda
am 25.04.2011 16:43:23 (83.61.231.xxx) Link Kommentar melden
Das trifft eher auf Salsa zu, denn Bachata ist eher anschmiegsam und sachte.
GataLinda
am 25.04.2011 19:19:48 (83.61.231.xxx) Link Kommentar melden
Naturgemäß können kleine Kinder gar keine "erotischen" Bewegungen ausführen, deswegen wirkt ja ein Tango von Zehnjährigen auch stets hölzern und gespielt. Richtig tanzen (in Bezug auf solche "erotischen" Tänze) können nur Menschen, die sexuelle Erfahrungen hatten.

Das kann Dir jeder Psychologe erklären, warum das so ist.

Es wäre ja schon sehr verwunderlich gewesen, wenn du mal nicht alles zu wissen glaubst, zumindest alles besser...

was für einen Unsinn du da verbreitest, kann man sich am Besten in dem nachfolgenden Video ansehen, das dein pseudopsychologisches Halbwissen ad absurdum führt. Übrigens habe ich selbst seit meinem 2 Lebensjahr getanzt (unter professioneller Anleitung) und auch ab dem 8.Lebensjahr an öffentlichen Aufführungen teilgenommen. Ich weiß daher sehr genau, wovon ich schreibe. Du auch?


http://www.clipfi...dylan2811/
GataLinda
am 26.04.2011 10:53:09 (83.61.231.xxx) Link Kommentar melden
http://www.martin...walz1.html
Naja, VatervonGandalfund Galahad, Tanzen ist ja anscheinend nicht so deine Domäne.
Wenn du dir den Link mal ansehen magst, dann kannst du es erkennen: es GIBT vorgeschriebene Bewegungen bei den Standardtänzen, bis hin zur Kinnhaltung gibt es Haltungs- und Bewegungsvorgaben.
Mit sublimierter Sexualität hatte das ganze höchstens noch zu tun, als die Prüderie Anfassen nur beim Tanz erlaubte, aber in der Neuzeit ist Tanz, ob nun Walzer, Foxtrott oder Quickstep, eher eine Form der sportlichen Bewegung als Ausdruck von unterschwelliger Sexualität.
Auch zeige ich die Unterschiede der Tanzstile bewusst deshalb auf, weil viele Europäer Bedenken haben, die doch sehr erotisch anmutenden Bewegungen der lateinamerikanischen Tänze auszuführen, da diese als "frivol" und sexistisch empfunden werden, in Anbetracht dessen, was man in der deutschen Tanzschule an "korrektem Tanz" vermittelt bekam.
Um hier die Scheu zu nehmen, ist es notwendig, diese Hintergründe aufzuzeigen, es ist kein Wertvergleich von Tanzstilen.
Ich kann doch auch die Unterschiede von Schwarzbrot und Weissbrot beschreiben, ohne gleichzeitig zu bewerten, was nach meiner Ansicht besser schmeckt. Oder nicht?
349
am 26.04.2011 17:47:55 (212.227.103.xxx) Link Kommentar melden
Mit sublimierter Sexualität hatte das ganze höchstens noch zu tun, als die Prüderie Anfassen nur beim Tanz erlaubte, aber in der Neuzeit ist Tanz, ob nun Walzer, Foxtrott oder Quickstep, eher eine Form der sportlichen Bewegung als Ausdruck von unterschwelliger Sexualität.
Diese Meinung kann und darf man selbstverständlich haben, leider wird sie jedoch in den Wissenschaften von Psychologie bis Musiksoziologie nicht bestätigt.

Ich lege Dir dazu dringend die Lektüre des Textes "Dissonanzen" von Adorno ans Herz. Der ursprüngliche Text erschien 1938 unter dem Titel "Über den Fetischcharakter der Musik und die Regression des Hörens". Viel Spaß beim Lesen. Kleine Kostprobe:
Es verschränkt sich die imitierende Aneignung von Warenmodellen mit folkloristischen Gepflogenheiten des Nachmachens. [...] Tanz und Musik bilden Stadien der sexuellen Erregung nach, bloß um sie zu verspotten. Es ist, als wendete sich das Surrogat der Lust selber sogleich mißgünstig gegen diese: das "realitätsgerechte" Verhalten des Unterdrückten triumphiert über seinen Traum vom Glück, indem es diesem selber einbeschrieben wird. Und wie um Scheinhaftigkeit und Verrat jener Art Extase zu bestätigen, sind die Füße unfähig, das zu vollziehen, was das Ohr prätendiert. Die gleichen jitterbugs, die sich benehmen, als wären sie von den Synkopen elektrisiert, tanzen fast ausschließlich auf die guten Taktteile. Das schwache Fleisch straft den willigen Geist Lügen; die gestische Ekstase des infantilen Hörers versagt vor der ekstatischen Geste.


Vielleicht haben wir aber auch nur unterschiedliche Definitionen von "Sexualität"; dass meine näher an der Wirklichkeit ist, kannst Du leicht testen: lass mal zwei Paare, die tanzen, in neuer "Paarung"weitermachen: die Frau mit der Frau, den Mann mit dem Mann. Ein sehr anschaulicher Versuch, wetten?
349
am 27.04.2011 15:20:54 (212.227.103.xxx) Link Kommentar melden
Freizügige Kleidung gehört zum Equipement
Was genau darf man darungter verstehen?
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