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Wissenschaft: Umwelt & NaturschutzErsticken wir bald im Altpapier?

Foto: Axel Ertelt
Und so ist eine 240-Liter-Altpapiertonne (glücklich der, wo es sie gibt) pro Monat fast schon einmal voll mit diesem Werbemüll. Schlägt man morgens die Zeitung auf, fallen erst einmal die Beilagen heraus. Es vergeht doch kaum ein Tag, an dem nicht irgendeine Lebensmittelkette, ein Möbelhaus, ein Baumarkt oder ein Elektrohandel nicht eine Beilage postet. So kann es schon mal sein, dass bis zu fünf Beilagen oder mehr in einer Zeitung liegen. Erscheinen dann im Ort gleich zwei voneinander unabhängige Zeitungen, so verdoppelt sich die Beilagenflut, da die Beilagen dann gewöhnlich in beiden Zeitungen gleichzeitig enthalten sind.
Hinzu kommen die Kataloge der Versandhäuser und die Postwerbung in Form von „Infopost“ – versandt als Massenartikel in bis zu 6stelliger Höhe. Ebenfalls beliebt sind die „Bettel“-Briefe von allen möglichen bekannten und unbekannten Hilfsorganisationen, die genauso in regelmäßigen Abständen kommen wie die Werbung der lokalen Supermärkte, die per Boten in die Briefkästen verteilt werden. Da hilft meistens auch kein Schild am Briefkasten mit der Aufschrift „Bitte keine Werbung einwerfen“.
Was bleibt ist der Gang zur Altpapiertonne oder zum Altpapiercontainer. Doch was wird aus dem Altpapier? Immer mehr Papierwerbung führt zu immer mehr Altpapier. Schon seit längerem wird in Deutschland viel mehr Altpapier gesammelt als in die Papierherstellung zurückfließt. Dass liegt zum einen daran, dass Produkte aus Altpapier zum Teil deutlich weniger akzeptiert werden als aus neuem Papier. Aber ist dies verwunderlich, wenn Produkte aus Altpapier (trotz vielfach gegenteiliger Behauptungen aus Politik und Industrie) teurer sind als neue, rein weiße? Wer kauft schon gräuliches oder bräunliches Kopierpapier wenn er weißes (ohne Altpapieranteil) für weniger als 2/3 des Preises für Kopierpapier aus Altpapier bekommen kann? Und das, obwohl die Herstellung bzw. Aufbereitung des Altpapiers zur Papierherstellung viel billiger ist als die Herstellung „frischen Zellstoffs“ für Neupapier.
So benötigt man für die Herstellung von einer Tonne Rohstoff aus Altpapier nur 16 Kubikmeter Wasser, während man zur Herstellung der gleichen Rohstoffmengefrischen Zellstoffs ganze 115 Kubikmeter Wasser benötigt. Auch an Energie wird weniger als die Hälfte gebraucht: Altpapier = 1.300 kWh, Neupapier 3.300 kWh. (http://www.umwelt...papier.php)
Sollen wir uns also mehr Produkte aus Altpapier wünschen? – Ich denke, es wäre für unsere Umwelt noch viel besser, wenn dieser ganze Werbemüll ganz drastisch eingeschränkt würde und die Altpapierberge somit gar nicht erst entstehen könnten…
- 100 Adclicks für 7,99 Euro
- Das Werbeverhalten wird immer aggressiver
- Werbemüll: Neben Altpapier jetzt auch noch zusätzlicher Leichtabfall
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