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Wirtschaft & Finanzen: Deutschland

Tarifeinigung im öffentlichen Dienst, Angestellte im Osten Menschen 2. Klasse

Gestern kam es schneller als zu erwarten war, zu einer Einigung im Tarifkonflikt des öffentlichen Dienstes. Ergebnis, die Angestellten im öffentlichen Dienst von Bund und Kommunen erhalten mehr Geld. Grundsätzlich ist diese Einigung als positiv zu bewerten, denn ein langer Arbeitskampf wurde verhindert. Dennoch stößt mir persönlich einiges sauer auf, wenn ich sehe, dass 18 Jahre nach der Widervereinigung selbst bei den Gewerkschaften noch erhebliche Unterschiede zwischen den Angestellten West und den Angestellten Ost gemacht werden.

Der Kompromiss zwischen Ver.di und den Arbeitgebern sieht vor, dass es dieses Jahr eine Lohnerhöhung von 3,1 Prozent geben soll und 2009 eine nochmalige Einkommenserhöhung von 2,8 Prozent. Zusätzlich soll das Gehalt pauschal um 50 Euro angehoben werden und im Jahr 2009 eine Einmalzahlung für alle Einkommensgruppen von 225 Euro. Warum jedoch die diesjährige Lohnerhöhung für die Angestellten im westlichen Teil Deutschlands rückwirkend zum 1.1.2008 gezahlt werden soll und im Osten erst ab dem 1.4.2008 gilt ist beim besten Willen nicht nachvollziehbar. Sind die arbeitenden Menschen im Osten Deutschlands denn weniger wert als im Westen? Klare Antwort NEIN! Ist die Arbeit der Westdeutschen Angestellten qualitativ hochwertiger? Klare Antwort NEIN! Dennoch lässt sich die Gewerkschaft auf diesen faulen Kompromiss, der nur zu Lasten der ostdeutschen Angestellten geht, ein. Für mich ist dies einfach nicht nachzuvollziehen, warum so lange nach der Widervereinigung noch immer solche Unterschiede zwischen Ost und West gemacht werden.

Wie bei den Lohnerhöhungen bleibt auch bei den Arbeitszeiten Deutschland geteilt. Während im Osten Deutschlands weiterhin die 40 Stundenwoche gilt, wird im Westen von den Angestellten nur eine Arbeitszeit von 39 Wochenstunden gefordert. Wohlgemerkt bei gleichem Gehalt! Bei 52 Wochen im Jahr sind das in der Summe 1,3 Wochen Mehrarbeit im Osten bei gleichem oder geringerem Gehalt. Eine Frechheit ohne Gleichen.

Ich frage mich wofür wir ein Grundgesetz haben in dem die Gleichheit der Menschen festgeschrieben steht!

Artikel 3 des Grundgesetzes (1) Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich.

1&1 DSL

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Schlüsselwörter: Tarifkonflikt | öffentlicher Dienst | Einigung

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Kommentare

Birgit Klawonn
am 08.04.2008 00:46:58 (84.185.58.xxx) Link Kommentar melden
Seit 30 Jahren bin ich aktives Gewerkschaftsmitglied, aber jetzt reicht’s! Der Tarifabschluss ist für ostdeutsche Beschäftigte ein Hohn. Mit dieser Tarifeinigung ist die angebliche Westangleichung wohl endgültig futsch oder rückt wieder in utopische Ferne. Warum diese erneuten Unterschiede? [http://www.birgit-klawonn.de/tarifverhandlung-oeffentlicher-dienst-2008der-osten-wieder-hinten-dran/url]
Birgit Klawonn
am 08.04.2008 00:49:17 (84.185.58.xxx) Link Kommentar melden
Jetzt, wo sich die Wogen der Euphorie einerseits und die der Empörung andererseits geglättet haben, bleiben dennoch einige Beweggründe stehen, denen man im Ergebnis der Tarifverhandlungen mit gemischten Gefühlen im Osten begegnet... [http://www.birgit-klawonn.de/tarifvertrag-oed-2008-ein-nachtrag-aus-dem-osten/]
Klaus Gerlach
am 27.03.2009 14:55:26 (91.3.72.xxx) Link Kommentar melden
Wozu noch Verdi? Die verschiedenen Bahngewerkschaften machen es uns vor. Da läuft wenigstens was.
Die Leistungszulage ist gestrichen, bleiben also knapp über 2 % / Jahr.

Danke Verdi. Auf dass Eure Gehaltserhöhung besser ausfalle.
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