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„Baby 1001“: 14 junge Vietnamesinnen als Leihmütter gefangen

Hilferuf per Email ließ das Unternehmen auffliegen – Anklage wegen Menschenhandel

Schwanger...
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Bangkok: Ende Februar gelang der thailändischen Polizei in Bangkok die Festname einer internationalen Bande, die 14 junge Vietnamesinnen gefangen hielten und als Leihmütter zum gebären zwangen. Nach offiziellen Angaben der thailändischen Behörden waren sieben der Frauen schwanger.

Die kriminelle Bande bestand offenbar komplett aus Ausländern und Thais waren vermutlich nicht direkt beteiligt und fungierten allenfalls als Vermittler zwischen potentiellen Kunden und der Bande. Diese bestand nach Polizeiangaben aus vier Taiwanern, einem Chinesen und drei Burmesen aus dem benachbarten Myanmar. Die Chefin der Bande, die unter der Bezeichnung „Baby 1001“ agierte, ist eine Taiwan-Chinesin.

Gefangen und zum Gebären gezwungen

Die Vietnamesinnen wurden in zwei Häusern gefangen gehalten und mussten für Paare, die keine Kinder bekommen konnten Kinder gebären. Die Kontaktaufnahme zwischen den Paaren und der Bande geschah entweder durch Vermittler, die kinderlose Paare betreuten, oder auch direkt von solchen Paaren via Email. Die Kunden wurden unter anderem über die der Bande eigene Website geworben, wo sie mit etlichen Babyfotos ihre Dienste anbot.

Die Frauen wurden meist mit dem Versprechen 5.000 Dollar für ein Baby zu bekommen angelockt. Auf dieses Versprechen waren neun der Vietnamesinnen hereingefallen. Vier weitere sagten aus, dass sie gezwungen worden wären. Danach wurden ihnen die Pässe abgenommen und sie anschließend eingesperrt. Die potentiellen Kunden konnten ihr eigenes Sperma zu einer künstlichen Befruchtung spenden. Ob die Frauen auch vergewaltigt wurden, ist derzeit noch nicht bekannt.

Rettende Email

Ende Februar gelang es den gefangenen Vietnamesinnen schließlich eine Email an die vietnamesische Botschaft in Bangkok zu schicken und auf ihre Situation aufmerksam zu machen. Die Botschaft verständigte daraufhin sofort die thailändischen Behörden.

Bei dem folgenden Polizeieinsatz konnte die Bande festgenommen und die Frauen befreit werden. Eine von ihnen befand sich gerade kurz vor der Entbindung in einem Krankenhaus. Alle Festgenommenen wurden inzwischen wegen illegaler Arbeit angeklagt, da sie als Ausländer keine Arbeitserlaubnis in Thailand besaßen. Lediglich die Bandenchefin wurde zusätzlich wegen Menschenhandel angeklagt.

Jurin Laksanawisit, Minister für öffentliche Gesundheit, nannte das Vorgehen der Bande „illegal und unmenschlich“. Er versprach gleichzeitig die befreiten schwangeren Frauen in Privatkliniken betreuen zu lassen.

In diesen Tagen sollen die Vietnamesinnen in ihr Heimatland zurückkehren. Die Behörden in Vietnam versprachen sich um die Frauen und ihre Babys zu kümmern.

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Schlüsselwörter: Baby 1001 | Leihmütter | Thailand | Vietnamesinnen
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Kommentare

Gata Linda
am 20.03.2011 21:06:10 (90.169.174.xxx) Link Kommentar melden
Diese Art des "Kaufes" eines Babies ist es erst, was diese Bande veranlasst hat, solche "Geschäftsideen" zu entwickeln. So sehr ich die kinderlosen Paare auch verstehe, aber ohne den Anreiz Geld wäre derlei nicht möglich. Die Paare trifft somit imho die Hauptschuld, denn sie nehmen wohl sogar in Kauf, daß eine Frau aus wirtschaftlichen Gründen ihr Kind verkauft. Wäre nicht die menschliche Eitelkeit gegeben, unbedingt sein eigenes Erbgut weiterreichen zu wollen, könnten die Paare auch einem elternlosen Kind anderer Menschen ein Zuhause geben. Es ist so oder so betrachtet ein Drama, besonders natürlich für die Frauen, die zum einen eine Schwangerschaft durchleben und durchleiden, zum anderen den Verlust des Kindes bewältigen mussten. Daher sollte solche Menschenhändler und auch die Käufer der Kinder die volle Härte des Gesetzes treffen.
Peter Maier
am 22.03.2011 20:59:19 (93.219.165.xxx) Link Kommentar melden
Es ist sogar sehr dramatisch, dass sich im 21. Jahrhundert so ein Menschenhandel überhaupt ermöglichen lässt. Und als etwas anderes kann man das nicht bezeichnen.

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