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Politik: Welt

Die Angst um Angehörige, Freunde, Bekannte

Japan (Fukushima) - das Inferno

Es geht ein Gespenst um in der Welt, nicht nur eines, aber zur Zeit ein ganz besonderes: die Angst vor dem SuperGau in Japan. Stündlich, sogar minütlich werden wir von Journalisten aus aller Welt über die Ereignisse in Japan informiert. Keinen wirklich interessierten Menschen lassen diese Geschehnisse kalt. Die Welt ist entsetzt, aber auch aufgerüttelt; viele Menschen möchten helfen, aber die Angst vor der atomaren Katastrophe, die Angst vor deren Folgen nimmt Überhand.

Berichterstattung: täglich zunehmende Verwirrung

Die Berichterstattung ist die eine Seite, sie ist gut, sie ist wichtig, sie ist hilfreich. Aber: sie ist auch verwirrend. Einerseits werden Fakten vermittelt, die Lage wird, je nach Kenntnisstand, je nach Zugriff auf die Wahrheit und auch aus subjektiver Sicht herübergebracht.

Kamikaze-Mitarbeiter begeben sich bewusst in Lebensgefahr, um diesen (bevorstehenden) SuperGau abzuwenden; die Menschen in Japan sind noch immer, für europäische Verhältnisse, zahm. Nur wenige protestieren gegen die Machenschaften der japanischen Regierung, die Bevölkerung ist so erzogen und seit Jahrhunderten gegen Widerstand geprägt.

Deutsche Widerstandsbewegung gegen Atomkraft nimmt zu

In Deutschland sieht es anders aus. In Deutschland gehen die Menschen auf die Straße; sie stellen Forderungen, nicht neu, aber jetzt noch massiver als je zuvor, auszusteigen aus dem atomaren Inferno. Halbherzig stellt die Regierung die alten Kernkraftwerke außer Betrieb, jedoch auch nur mit der Option, sich diesen Schritt noch innerhalb von drei Monaten überlegen zu "dürfen".

Abgesehen vom Leid, das der japanischen Bevölkerung bislang geschah und das noch geschehen wird, gibt es auch in deutschen Familien Kummer und Angst. Austauschschüler und Studenten, hier nur ein Beispiel, sind nun gefragt, ob sie ihr Studium in Deutschland fortsetzen sollen oder nach Japan zurückkehren sollten. Bekannt wurde jetzt der Fall einer Mutter einer 25jährigen Studentin, die glücklicher Weise zum Zeitpunkt der Katastrophe in Deutschland bei ihren Eltern verweilte. Es gibt heftige Diskussionen, da die Rückkehr der Tochter nach Japan bereits am vergangenen Wochenende geplant war. Die Studentin teilt nicht die Angst der Mutter, die Mutter meint, die Tochter wäre intelligent genug, um selbst zu entscheiden.

Ihre Kollegen sind anderer Meinung: sie haben sich fest entschlossen, auf die Mutter einzuwirken, jegliches Mittel zu nutzen, um die Tochter von einer JETZIGEN Rückkehr abzuhalten. Auch wenn ein Flug eine Menge Geld bedeutet, auch wenn man gewissen Berichterstattungen mit Skepsis gegenüber steht, so sollte man die Gefahr nicht unterschätzen, denn ein Menschenleben ist nicht ersetzbar, egal wie teuer so ein Flug gewesen wäre.

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Schlüsselwörter: Japan | SuperGau | Angst um Angehörige | Überzeugung | Journalismus
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Kommentare

349
am 23.03.2011 09:10:01 (212.227.103.xxx) Link Kommentar melden
Das Leid, das den Japanern geschah, war ein Tsunami. Ein leider natürlicher Vorgang, wie er vier- oder fünfmal in einem Jahrhundert vorkommt.
Gata Linda
am 23.03.2011 10:04:57 (90.168.247.xxx) Link Kommentar melden
Das ist nur die halbe Wahrheit. Aufgrund der weltweiten Volksverdummungspolitik haben Firmen wie die japanische Betreiberfirma es zu Wege gebracht, dass die Verkettung ungläcklicher Umstände aus dem "GAU" Szenario ausgeklammert wurden, dass die Rufer und Warner als Nestbeschmutzer oder bestenfalls als Spinner galten und die Konsequenzen, die ein atomarer Unfall weltweit mit sich bringt, ganz einfach ausgeschlossen wurden, weil man die Wahrscheinlichkeit, mit der so ein Ereignis auftreten konnte, wunderbar zurechtbiegen und zurechdiskutieren konnte.
Wer das nicht sieht oder sehen will, dem ist sowieso nicht mehr zu helfen, der möge sich dann mal bitte der Kühltruppe für den Reaktor in Fukushima freiwillig anschliessen, denn anscheinend gibt es dort derzeit eine grosse Fluktuation der Mitarbeiter. Entweder verstrahlt oder gleich verstorben.
Dass sich die Radioaktivität nicht auf Japan allein beschränken wird, sondern sich weltweit die Radioktivität erhöht durch Fukushima, auch das wird von einigen Verfechtern der Kernenergie gern bestritten. Es ist aber nunmal so, dass Radioaktivität nicht mehr eingefangen und bereinigt werden kann.
Und das ganze Gerede von schnellem Verfall der Radioaktivität ist nur ein Wunschdenken, wenn nicht eine gekaufte Lüge von einigen privaten "Instituten", die ihre nichtsnutzigen Expertisen noch schnell an den Mann bringen wollen, die korrupt genug sind, um ihren Namen dafür herzugeben, dass diejenigen, die sich die Finger mit Atomkraftgeld beschmutzt haben, sich ihre Hände in Unschuld waschen können.
So sieht es aus, wir hinterlassen der Nachwelt ein strahlendes Erbe, haben keine Ahnung, wohin mit den radioaktiven Abfällen, die noch in 24.000 Jahren ein Problem für die Menschheit sein werden. Man wird diese Generationen des Atomzeitalters noch in tausenden von Jahren für verrückt halten, wenn man herausfindet, wozu wir das alles verbrochen haben.
Ohne mich.
Peter
am 23.03.2011 18:48:02 (93.219.172.xxx) Link Kommentar melden
Das Leid, das den Japanern geschah, war ein Tsunami. Ein leider natürlicher Vorgang, wie er vier- oder fünfmal in einem Jahrhundert vorkommt.


Schließe mich der Vor"rednerin" gänzlich an.

Das Leid war ein Tsunami? Ein Tsunami ist kein Leid, er hat das Leid ausgelöst, okay. Weitere Naturkatastrophen erschütterten und erschüttern dieses Land.
Natürlich können wir Europäer sagen: ist uns egal, ist alles weit weg, und leider passiert das vier- bis fünfmal im Jahr. Na ja.

Die entscheidende Frage bleibt, weshalb in Ländern, wo Naturkatastrophen absehbar sind und bleiben und sich häufen, an der Atomenergie festgehalten wird. Der schnöde Mammon ist wie üblich vorrangig vor dem Menschen. Was mir
gefällt, ist die allmähliche Auflösung der bislang bestehenden starren Widerstandlosigkeit, manche nennen das auch Disziplin, der japanischen Bevölkerung.
349
am 24.03.2011 09:26:21 (212.227.103.xxx) Link Kommentar melden
Mittlerweile beklagen sich Deutsche, die in Japan leben, über die "verrückte" Berichterstattung, kann man in der WELT nachlesen.

http://www.welt.d...oehnt.html
Gata Linda
am 24.03.2011 15:55:58 (90.168.230.xxx) Link Kommentar melden
[quote]Die deutsche Berichterstattung über die Ereignisse in Japan nennt Thoma "haarsträubend“ und "schamlos“, wie etwa Berichte darüber, dass Bürger in Tokio Supermärkte stürmen, um ihre Keller und Tiefkühltruhen zu füllen. "Ich frage mich: welche Keller? Die meisten Häuser in Tokio haben weder Keller noch Tiefkühltruhen.“

"Haarsträubende" und "schamlose" Berichterstattung

Auch von einem "Stürmen“ der Supermärkte kann seiner Erfahrung nach keine Rede sein: "Die Kunden stehen sehr diszipliniert an der Kasse.“ Andere Medienberichte schildern das wirtschaftliche Chaos, da die Infrastrukturen wie Brücken und Straßen im gesamten Land zerstört seien. "Welche ein Unsinn!“, schreibt Thoma. "Zerstört ist lediglich die Infrastruktur der betroffenen Gebiete. Die Infrastruktur in den anderen Teilen Japans, die ca. 80 Prozent der Wirtschaftsleistung erzielen, ist völlig unversehrt.“ [quote]


Nun, anscheinend braucht man in Japan eine Portion Zweckoptimismus, um angesichts der bereits entstandenen radioaktiven Verseuchung des Trinkwassers in Tokio und der Milch, zwei Grundnahrungsmitteln, davon sprechen zu können, dass 80% des Landes "unversehrt" seien
Unter "unversehrt" verstehe ich offensichtlich etwas ganz anderes.
Und in 10 Jahren würde ich gern ein neues Interview von dem Herrn lesen, insbesondere zu Themen wie Krebs und Wirtschaftsentwicklung in Japan. Sofern wir das dann noch erleben, angesichts der Entwicklung der Atomenergie weltweit.
Ach, das sollte ich jetzt wohl nicht schreiben, sonst heisst es wieder, in deutschen Medien (wie schön, dass er so spezifiziert und gleich alle über den Kamm schert) liest man nur Panikmache.
Manche werde halt fürs Augen zumachen bezahlt, andere für das Gegenteil. Und so ergibt sich eben ein unterschiedlicher Blickwinkel.
349
am 25.03.2011 21:36:03 (212.227.103.xxx) Link Kommentar melden
Manche hetzen auch, ohne bezahlt zu werden.

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