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Politik: Politische Meinung

Seehofers Raubzug in Sarrazins Gefilden

Hans Peter Uhl, CSU - die Diskriminierungsexperten suchen Wähler von rechts

Bitte vorlesen, Herr Seehofer!
Bitte vorlesen, Herr Seehofer!
Man kann nur noch den Kopf schütteln angesichts dessen, mit welchen Aussagen sich die Politiker heutzutage über Wasser halten müssen.

Es geht los bei einem Seehofer, der ja im Prinzip nur per Zufall auf den Stuhl des Ministerpräsidenten geflutscht ist, nicht, weil er so gut war, sondern weil die anderen noch weniger drauf hatten als er.

Der Moralapostel himself

Und zur Erinnerung ein kleiner Rückblick: nachdem bekannt wurde, daß der nach außen hin so moralisch wirkende Familienvater nicht nur seine Frau über vier Jahre hinweg betrogen hat, was ja angesichts der vier Ehefrauen von Herrn Schröder eigentlich fast gar nichts ist, hat er auch gleich noch ein Kind gezeugt mit der Geliebten Annette F., die angesichts der angeblich so hohen moralischen Werte des Herrn Seehofers baff erstaunt war, von ihm kurz vor der Entbindung verlassen zu werden, und die ferner keine Erklärung hat für das Desinteresse am gemeinsamen Kind. Fremdgehen, nun, das kommt in den besten Familien vor. Das eigene Kind

aber nicht beachten - das hat eine andere Qualität. Dieser Mann also erhebt sich selbst zum Wertebewahrer für Deutshcland, er, der selbst anscheinend keine moralische Instanz ist, der Verantwortung nur dann erkennt, wenn jemand anderer sie zu tragen hat.

Sarrazins Blindgängerverwertung 2.0

Eben dieser als unehelicher Vaterversager und als hormongesteuert bekannt gewordene Halodri muß jetzt tunlichst dafür sorgen, daß wenigstens ein paar Wähler der CSU ihre Stimme geben, und da versucht er nun, die Sarrazinschen Blindgänger für sich zu nutzen und sie doch noch zum Knallen zu bringen.

Jetzt also schnell die Migrantenschelte bemühen, schnell ein Konstrukt erfinden vom nicht integrationswilligen Ausländer, der nicht deutsch lernen WILL.

Verstärkung findet unser Blindgänger-Plagiator seitens des Fraktionssprechers Hans-Peter Uhl, der einen recht sinnentleerten, weil unnötigen, aber medienwirksamen Antrag zur Änderung eines Gesetzesentwurfes der Bundesregierung eingebracht hat.

Dieser soll den Passus, daß Migranten verpflichtet werden, deutsch zu lernen, beinhalten. (Diese Verpflichtung besteht ohnehin bereits jetzt)

spiegel-online.de:Uhl, innenpolitischer Sprecher der Unionsfraktion, begründet das so: "Die Prüfung schafft jeder, es sei denn, er ist Analphabet. Und am Zuzug von Analphabeten haben wir kein Interesse."

Lassen wir doch diesen Satz mal Revue passieren:

Es wird eine Prüfung geben, die JEDER schaffen wird. Ausnahme sind Analphabeten, die man somit aussondern will.

Nun, dann geht es aber doch nicht darum, daß jemand deutsch sprechen lernt, oder etwa doch?

Vier Millionen Analphabeten und zwei Schildbürger

In Deutschland gibt es ca. vier Millionen Analphabeten. Die Dunkelziffer ist sehr hoch, weil viele Betroffene gelernt haben, diese Einschränkung zu verheimlichen, was im Umkehrschluß bedeutet, daß auch ein Analphabet sozial integriert sein kann und einer geregelten Arbeit nachgehen kann. Und das ist doch schlußendlich das Ziel, das man erreichen will.

Den einen Analphabeten - den gibt es nicht:

Zu unterscheiden gilt

1. primärer Analphabetismus

2. der funktionale Analphabetismus

3. sekundärer Analphabetismus

Nachdem Analphabeten sowieso genug Probleme haben, werden sie heute auch noch von Politikern zur "persona non grata" deklariert (als ob man sich das aussuchen würde und könnte, nicht lesen und schreiben zu können), morgen sind es dann die Blinden, danach, ja, was kommt denn danach? Erst noch die Behinderten allgemein, dann die Frauen (sind eh meist abhängig, bekommen ein Kopftuchmädchen nach dem anderen und leisten nichts für die Gesellschaft...?)und dann kommen wieder die Religionsspalter: erst die Moslems, dann die Zeugen Jehovas,...und wann kommen die Juden, die unerwünscht sind?

Deutsche im Ausland - Sprachniveau katastrophal

Wenn man nun nach einem Jahr Aufenthalt im arabisch sprachigen Gastland einem Deutschen einen arabischen Test in die Hand drücken würde, könnte es leicht passieren, daß er wenig bis gar nichts von den fremden Buchstaben entziffern kann. Würde er dann aber als Analphabet gelten, nur weil er die arabischen Buchstaben nicht entziffern und lesen kann? Soll er deshalb ausgewiesen werden? Was ist mit den vielen deutschen Residenten in Spanien und Südeuropa, die nichts weiter können als Cafe con leche oder Latte Macchiato zu bestellen - Aleman raus?

Man muß bei allen Zuwanderern mit unterschiedlichen Voraussetzungen rechnen, so haben Inder profunde Englischkenntnisse, (zweite Amtssprache), viele Araber erlernen aufgrund der meist bilingualen Erziehung von arabisch-französisch relativ leicht andere Sprachen, während die meisten Deutschen, die dauerhaft auswandern, noch nach 25 Jahren kaum einen ganzen Satz in Landessprache hervorkramen können. Während viele Araber außer Französisch sogar noch Berber und Englisch sprechen, sind viele Deutsche schon mit Holländisch überfordert.

Hier also zu polemisieren und fiktive Beispiele zu erfinden, die allenfalls Einzelfälle sind, wie man an Uhls Aussage gut erkennen kann, das hat mit echter Integrationspolitik nichts zu tun.

Eine "Prüfung" die jeder schafft, außer er sei Analphabet - wozu braucht Deutschland sowas?

Hemmungen, deutsch zu sprechen, auch wenn es fehlerhaft ist, müssen abgebaut werden, Deutsche müssen offener werden gegenüber Fremden und dem Anderen, wir brauchen Toleranz und Ermunterung gegenüber Ausländern, und wir brauchen keine Vorurteile gegenüber Analphabeten, denn Analphabetismus hat nichts mit mangelnder Intelligenz, Ausländern oder Integrationsunwilligkeit zu tun. Analphabetismus ist ein hartes Schicksal, das meist unverschuldet ist, es hat nichts mit Verweigerung oder Dummheit zu tun.

Politiker, die sich nur auf Kosten von Benachteiligten profilieren, und zudem noch auf eine Minderheit losgehen, die sich nicht wehren kann, die braucht Deutschland ganz sicher nicht.

Sowohl Seehofer als auch sein Steigbügelhalter Uhl haben sich mit diesen populistischen Sprüchen disqualifiziert, Seehofer sollte mal zusehen, daß seine bayerischen Bürger nicht mit dem Thema Deutschpflicht in Konflikt geraten, und Uhl sollte sich an die Kampagne in BW erinnern, die über die Schwaben sagte:"wir können alles, außer Hochdeutsch".

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Schlüsselwörter: Seehofer | Uhl | Sarrazin | Integrationspolitik | Stimmenfang
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Kommentare

Kindergaertner
am 12.03.2011 02:09:57 (217.224.25.xxx) Link Kommentar melden
Naja, solange nur die CSU gewählt wird.
Ich habe eher Angst, dass Populisten wie Sarazzin und Guttenberg, die grosse Zustimmung in der Bevölkerung erfahren, ihre eigene rechtspopulistische Partei gründen. Vielleicht noch mir Merz und Clement. Gerade so Blender wie Guttenberg machen mir da grosse Sorgen.
563
am 12.03.2011 10:27:30 (141.76.45.xxx) Link Kommentar melden
Warum sollte Horst Seehofer arabisch lernen? Irgendwie ergibt das Bild zum Text keinen Sinn in meinen Augen.
GataLinda
am 12.03.2011 14:49:26 (90.169.67.xxx) Link Kommentar melden
Weil es einen Unterschied gibt, ob ein Deutscher nun Englisch lernt (und damit lesen kann, was für Worte er lernt) oder ob man auch das gesamte Alphabet neu erlernen muss, man kann dann zwar vielleicht nach Gehör die Worte nachsprechen, aber lesen kann man sie eben nicht. Daher dauert es sicher länger, wenn ein Deutscher nun arabisch lernen will und umgekehrt, ein Araber erst einmal unser ABC lernen muß.
Wenn er dieses nach einem Jahr noch nicht komplett lesen kann, ist er deshalb noch lange kein Analphabet. Und wenn Seehofer meint, das sei einfach, dann soll er das doch bitte mal demonstrieren.
Ich lerne seit einiger Zeit Jahr arabisch, daher weiß ich sehr genau, wovon ich spreche. Ich spreche 4 Sprachen, und traue mich daher nun noch an arabisch und japanisch heran. Beide Sprachen haben eben andere Schriftzeichen, und ich würde ein arabisches Formular, und sei es noch so einfach, wohl noch nicht lesen können.
557
am 14.03.2011 16:47:30 (84.19.169.xxx) Link Kommentar melden
Arabisch hin oder her, es geht darum, ob Ausländer hier Deutsch lernen. Es geht eben nicht darum, ob Herr Seehofer arabisch kann. Es geht auch nicht um sein Privatleben.
GataLinda
am 14.03.2011 21:41:20 (90.169.110.xxx) Link Kommentar melden
Es geht sehr wohl um die Frage, ob man einen Ausländer, der andere Schriftzeichen in seiner Muttersprache hat, als Analphabet bezeichnen darf, nur, weil er die deutsche Sprache noch nicht LESEN kann. Wer das nicht begreift, der soll es einfach mal ausprobieren und dann schwadronieren. Mal sehen, wieviel er selbst in chinesisch, arabisch oder japanisch lesen kann. Ich bin sprachlich sehr begabt und würde niemals auf jemand herabsehen und ihn als Analphabeten bezeichnen, weil er als Erwachsener neben beruflicher Tätigkeit und ohne Vorkenntnisse nicht alles lesen kann, was in deutschen Sprachtests gefragt wird.
Andersherum würdigt man die echten Analphabeten, deren Leseprobleme meist ganz anderen Ursprungs sind, schwer herab, indem man sagt, Analphabeten wollen wir heir nicht haben.
Es werden kollektiv 4 Mio. Menschen beleidigt - Deutsche, versteht sich, keine Ausländer.
349
am 15.03.2011 15:58:53 (212.227.103.xxx) Link Kommentar melden
Der Unterschied zwischen dem Deutschen, der Englisch, Chinesisch, Japanisch oder Russisch lernt und dem Türken, der kein Deutsch lernt, ist wirklich augenfällig. Es sei denn, man ist ideologisch zementartig festgelegt, dann sieht man ihn nicht.

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