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Schlechtes Blitzerfoto – Lohnt sich ein Widerspruch?


Vielen Autofahrern ist es schon passiert, im Stress einfach mal aufs Gas getreten und schon blitzt es rot und einige Wochen später bekommt man Post von der Bußgeldstelle. Meistens liegt dem Bußgeldbescheid ein Blitzerfoto des Fahrzeugführers als Beweis bei. Nicht selten kommt es vor, dass das Foto von äußerst schlechter Qualität ist. Viele Autofahrer kommen auf den Gedanken, sich auf Grund des schlechten Fotos, gegen den Bußgeldbescheid mit einen Widerspruch zu wehren. Doch hat man wirklich eine Chance?

Allzu großen Hoffnungen sollte man sich nicht hingeben. Auch wenn auf dem zugeschickten Foto unter Umständen nicht wirklich viel zu erkennen ist, ist das Foto, dass der Bußgeldstelle im Original vorliegt, im Regelfall viel besser. Die Blitzerfotos die in einem Bußgeldbescheid verschickt werden, sind fast immer sehr schlechte Kopien, die auf ungeeigneten Druckern ausgedruckt werden. Leider bekommt man als Privatperson die originalen Bilder nicht zu Gesicht, auch bei noch so höflicher Anfrage. Akteneinsicht und damit das original Blitzerfoto bekommen in der Regel nur Rechtsanwälte und die kosten bekanntlich mehr als ein Bußgeldbescheid über einige Euro.

Hilfe verspricht eine Rechtsschutzversicherung für den Straßenverkehr. Diese übernimmt die Kosten für den beauftragten Rechtsanwalt, aber auch nur dann, wenn die Experten der Versicherung der Meinung sind, dass ausreichend Aussicht auf Erfolg besteht.

Geringe Vergehen werden bei Widerspruch öfter eingestellt

Bei geringen Vergehen bis ca. 50 Euro stellen einige Behörden das Verfahren schon einmal ein, wenn der Beschuldigte angibt, nicht der Fahrer gewesen zu sein. Des Öfteren werden auch Verfahren eingestellt, in denen ein Anwalt Akteneinsicht verlangt hat, da der Behörde das Verschicken der Akte einfach zu aufwendig ist. Beides gilt aber wirklich nur für geringe Vergehen.

Bei schwereren Vergehen stellen sich die Bußgeldbehörden aber stur. So kann es vorkommen, dass plötzlich Polizeibeamte an der Haustür klingeln. Diese haben dann das Blitzerfoto dabei und versuchen nun festzustellen, ob der Beschuldigte mit der Person übereinstimmt, die auf dem Foto zu sehen ist. Auch werden schon mal Nachbarn befragt, bei wem es sich auf dem Foto handelt.

Ebenfalls sollte man sich reiflich überlegen, auf Grund eines schlechten Fotos vor Gericht zu ziehen. Man kann Glück haben und der Verkehrsrichter erkennt keinerlei Ähnlichkeit zwischen Beschuldigten und Foto. Dann werden eventuelle Punkte und das Bußgeld hinfällig. Manche Richter neigen aber dazu, dann den freigesprochenen Beschuldigten zur Führung eines Fahrtenbuches zu verpflichten, damit beim nächsten Vorfall der Verursacher zweifelsfrei festgestellt werden kann.

Halt man Pech und der Richter erkennt den Beschuldigten auf dem Foto wieder, werden Bußgeld und eventuelle Punkte zuzüglich der nicht unerheblichen Gerichtskosten fällig. Im schlimmsten Fall ist ein vom Gericht beauftragter Sachverständiger zu bezahlen. Dann kommen ganz schnell über 1000 Euro Verfahrenskosten zusammen.

Widerspruch sollte wohl überlegt werden

Ein Widerspruch auf Grund eines unscharfen Blitzerfotos kann sich bei geringen Vergehen durchaus lohnen. Bei scherwiegenden Vergehen sollte man wirklich nur in Widerspruch gehen, wenn man die entsprechende Rechtschutzversicherung abgeschlossen hat.

Bildnachweis:

Der Inhalt des vorstehenden Artikels gibt nicht die Meinung der Redaktion von Onlinezeitung24 wieder. Für den Inhalt ist allein der Autor des Beitrages verantwortlich!
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Schlüsselwörter: Blitzer | Blitzerfoto | Widerspruch
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Kommentare

300
am 14.02.2011 18:09:44 (141.76.45.xxx) Link Kommentar melden
Am einfachsten und am billigsten ist es natürlich, wenn man einfach die Verkehrsregeln einhält Wink

Kein Bußgeldbescheid, kein Widerspruch, keine Kosten.
OZ24
am 14.02.2011 18:49:44 (93.222.4.xxx) Link Kommentar melden
Bei geringen Vergehen bis ca. 50 Euro stellen einige Behörden das Verfahren schon einmal ein


Kommt immer auf die Behörde an. Manchen sind kulanter oder auch fauler bei geringen Vergehen.
357
am 15.02.2011 07:11:05 (84.19.169.xxx) Link Kommentar melden
Theoretisch gilt die Haftung des KFZ-Halters auch bei einem Parkverstoß und 5 Euro Verwarnung. Und in Zeiten knapper öffentlicher Kassen wird mittlerweile alles vollstreckt. Frown Ist wirklich eine Glückssache.
266
am 15.02.2011 11:07:34 (204.93.160.xxx) Link Kommentar melden
In Tschechien bekommt man in vielen Städten eine Parkkralle, wenn man auch nur zwei Minuten im absoluten Halteverbot steht. Auslösung nur gegen Barzahlung. Es gibt als Schlimmeres als das, womit der Autofahrer hierzulande gequält wird.
Amschel
am 15.02.2011 14:52:38 (212.23.105.xxx) Link Kommentar melden
I Mayer
am 15.02.2011 11:07:34 (204.93.160.xxx) Link Kommentar melden
In Tschechien bekommt man in vielen Städten eine Parkkralle, wenn man auch nur zwei Minuten im absoluten Halteverbot steht. Auslösung nur gegen Barzahlung. Es gibt als Schlimmeres als das, womit der Autofahrer hierzulande gequält wird.

Richtig hab ich auch schon mitgemacht 80.-Euro. Nur mein BMW mit BRD Kennzeichen hatte die Kralle links und rechts daneben die Tschechenautos nicht. Schilder fand ich erst nach langer Suche ewig weit weg. Dache ich muß Stunden lang warten bis da einer kommt... zwei Minuten nach dem Anruf der hinterlassen Nr. waren sie da, Cash kassiert Ohne Quittung ... Ohne Worte... meinerseits !
Reine Touristenfalle korrupter Bullen !
300
am 15.02.2011 15:14:50 (178.33.255.xxx) Link Kommentar melden
Was ist daran korrupt? Vielleicht hatten die Einheimischen eine Sondererlaubnis. Kannst Du denn tschechisch? Vielleicht standen da ja Hinweisschilder. Dass sie schon zwei Minuten später da waren, ist doch ein guter Service.
317
am 16.02.2011 17:28:42 (80.237.225.xxx) Link Kommentar melden
Smile Vielleicht bin ich ja altmodisch, aber nach über 30 Jahren Führerschein und der entsprechenden Anzahl von Kilometern bin ich nur einmal geblitzt worden, mit 40 km/h in einer Tempo-30-Zone. In Tschechien und Polen kann ich bewachte Parkplätze empfehlen, von dort aus dann mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder Taxi weiter.
357
am 17.02.2011 08:33:36 (84.19.169.xxx) Link Kommentar melden
@Annett, auch in der Slowakei, aus der meine Familie stammt, gibt es klare Verkehrsregeln, und man erwartet auch von den deutschen Gästen, dass sie sich daran halten. Parkverbot ist überall Parkverbot. Die Bußgelder für einzelne Verstöße sind in ganz Europa unterschiedlich geregelt, auch Italien und Schweden sind ziemlich teuer.

Bewachte Parkplätze sind immer zu empfehlen, und das Taxi ist billiger als jedes Bußgeld.
266
am 17.02.2011 08:41:53 (204.93.160.xxx) Link Kommentar melden
Amschel, wer sich einen BMW leisten kann, aber kein Parkhaus, der ist doch mit 80 Euro Parkgebühr gut bedient. Außerdem, für einen guten Diebstahlschutz (Parkkralle!) kann man doch schon mal eine Kleinigkeit ausgeben, nicht? Wink
349
am 17.02.2011 17:16:02 (212.227.103.xxx) Link Kommentar melden
Alles eine Frage der Sichtweise Smile die Parkkralle als Diebstahlschutz...
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