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Der Pferdeflüsterer - eine Branche im Aufwind

Pferd und Mensch im Einklang des Zusammenseins


Der Begriff Pferdeflüsterer hat gute Chancen, zum hippologischen Schlagwort des Jahres zu werden. Pferdeflüsterer sind momentan in aller Munde, doch neu oder gar bahnbrechend sind ihre Methoden überraschenderweise nicht. Es hat offensichtlich zu allen Zeiten Menschen gegeben die es vorzogen, mit Pferden ohne Worte zu kommunizieren statt sie anzuschreien. Menschen, die lieber intensiv auf Pferde eingingen, statt ihren Willen zu brechen.

Der Pferdeflüsterer

Man hat manchmal den Eindruck, dem einen oder anderen Pseudo-Flüsterer sei mehr an der Selbstdarstellung als am Inhalt seiner Arbeit gelegen, richtige Pferdeleute aber wissen: Nimmt man die Erziehung, Korrektur oder reiterliche Ausbildung eines Pferdes auf sich, so stellt diese Aufgabe nicht allein an die Fähigkeiten und Kenntnisse, sondern auch an die Psyche, den Charakter des Ausbilders höchste Ansprüche.

Wer nicht in der Lage ist, sich selbst zurück zu stellen, sich bis zu einem gewissen Maß in seiner Aufgabe zu verlieren, kann vielleicht ein hervorragender Ausbilder sein, ein echter Pferdeflüsterer wird er jedoch niemals.

Unendlich viel Geduld ist die wichtigste Eigenschaft wirklich begnadeter Pferdeleute. Geduld im Umgang mit dem Pferd, im Erforschen seiner natürlichen Verhaltensweisen, Veranlagungen und Neigungen, Geduld nicht zuletzt auch zu sich selbst, um sein Ziel nicht allzu schnell und dadurch mit Druck zu verfolgen.

Monty Roberts, ein Mann auf Erfolgskurs

Monty Roberts hat die erfolgreiche Methode des Join up ins Leben gerufen. Kommunikation der leisen Töne, Kommunikation der anderen Art...

http://de.wikiped...Up-Methode

Er hat der Welt gezeigt, Pferde und der Umgang mit diesen zauberhaften Geschöpfen bedarf keiner Worte. Es ist eine Beziehung auf der anderen Ebene, eine Beziehung der harmonischen, verständnisvollen Art.

Ein Pferdemann par excellence...

Geduld und Verständnis

Klar, dass man seinen Ärger, Frust, seine unterschwelligen Aggressionen und Launen nicht am Pferd auslässt, sollten jedem Reiter und Pferdebesitzer geläufig sein. Tief einatmen und bis zwanzig zählen hilft immer dann, wenn wir im Umgang mit dem Pferd an unsere Grenzen stoßen.

Aber wie lässt es sich erreichen, dass man derlei Gefühle gar nicht erst verspürt? Es ist eine Sache der Einstellung, ob ein Erlebnis als negativ, einschränkend und frustrierend empfunden wird oder ob man es neutral als wertvolle Erfahrung wahrnehmen kann.

Gelingt eine Übung nicht, so kann man dies als wichtigen Hinweis auf mangelnde Fähigkeiten bei mir oder bei meinem Pferd ansehen, kann überlegen, ob der Zeitpunkt richtig gewählt wurde, ob die Vorbereitung der Schwierigkeit der Übung angemessen war, oder kann einfach daraus schließen, dass heute wohl nicht der richtige Tag dafür ist.

Wer also ein guter Horseman sein möchte, muss eine entsprechende Einstellung zu sich, seinem Pferd und zur gemeinsamen Arbeit mitbringen, die Geduld stellt sich dann fast von selbst ein (hoffentlich…).

Eine Branche im Aufwind

Über einen Mangel an Beschäftigung können sich die Flüsterer unter den Ausbildern jedenfalls nicht beklagen, besteht doch ihre Arbeit nur zu einem Bruchteil in der Ausbildung eigener Pferde oder der Korrektur fremder Problempferde.

Weitaus wichtiger und langfristig bedeutender ist die Weitergabe ihres Wissens und ihrer Erfahrungen an lernbegierige Laien, die zuhauf mit oder ohne eigenes Pferd in die Kurse und Schulungen der Meister kommen.

Da fällt es oft schwer, hier die Spreu vom Weizen zu trennen und neben einigen begnadeten Pferdeleuten auch eine Menge pseudowissenschaftlicher Gurus ihr Unwesen treiben, ist oft langes Suchen angesagt, bevor man fündig wird.

Die Methoden, die bevorzugten Ausrüstungsgegenstände und die Art und Weise der Vermarktung (oder auch das Fehlen einer gezielten Vermarktung) mögen unterschiedlich sein,

Jeder Pferdebesitzer sollte daher die Ausbilder sehr genau prüfen. Denn es zählt nicht: Time is Money - es zählen die Pferde und die Bereitschaft einer Kommunikation der leisen Töne. Der Zauber, im Umgang mit unseren Pferden…

Bildquelle: Tinypic

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Schlüsselwörter: Pferdeflüsterer | Pferd | Mensch | Kommunikation | Join up | Monty Roberts
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Kommentare

266
am 15.02.2011 09:13:37 (204.93.160.xxx) Link Kommentar melden
Kommunikation der leisen Töne, Kommunikation der anderen Art...
Man könnte die Arbeit oder die Kommunikation mit Pferden ja dann sogar bei menschlichen Kommunikationsstörungen anwenden, oder? Um leise und zugewandt sprechen zu lehren bzw. lernen?
Royal Flush
am 15.02.2011 12:30:26 (92.231.127.xxx) Link Kommentar melden
Das könnte man, mit Sicherheit.
Wink

Kommunikation mit Tieren ist nur in der Sache einfacher, denn Tiere sind ehrlich und einfach unvoreingenommen.
Sie akzeptieren jemanden, auch wenn er sie quält.
Sie treten lieber den Rückzug an - gerade Pferde - als dass sie sich wehren würden.

Es sind so feine Tiere, davon können wir Menschen noch viel lernen.
Eine Kommunikation sollte immer auf dem Level der Vernunft und gerechten Worte stattfinden.
(Sollte…)

Wink
349
am 15.02.2011 12:49:32 (212.227.103.xxx) Link Kommentar melden
@I. Mayer: Warum nicht, es gibt ja auch Therapieformen mit Hunden und Delfinen.
266
am 15.02.2011 16:41:12 (204.93.160.xxx) Link Kommentar melden
...es gibt ja auch Therapieformen mit Hunden und Delfinen
Sogar mit Schweinen, las ich neulich. Felix - "der Glückliche" - heißt das gute Tier und wird in der Therapie von Demenzkranken eingesetzt. Es erleichtert die Kontaktaufnahme, so ein Schwein.
Royal Flush
am 17.02.2011 10:33:40 (92.224.151.xxx) Link Kommentar melden
Eine Kommunikation besteht aus dem Austausch von Informationen.
Dabei ist es unabhängig in welcher Form man sie anwendet - das Verstehen des Anderen, das ist ausschlaggebend.

Ich kann einem Pferd 1000mal sagen “Geh zurück”, es wird mich, wenn es das so in dieser Form nicht gelernt hat, nicht verstehen, weil es eine Kommunikation verschiedener Sprachen ist.

Aber auch zum verstehen dieser Sprache sind am Anfang Impulse notwendig, die dem Pferd die Richtung vermitteln.

Ich trete in den “Bereich” des Pferdes ein, also den Schulter/Brustbereich und da ich ja ranghöher bin, muss das Pferd ausweichen.
Es muss zurückweichen.
Dies vermittle ich ihm am Anfang mit dem Arbeitshalfter von Monty Roberts.

http://www.pferde...onty-.html

Die Schlaufe am Nasenrücken, wenn ich am Strick das Pferd nach hinten drücke, verengt sich. Das ist dem Pferd unangenehm, es weicht aus.

In dem Moment lasse ich den Strick locker, der Riemen lockert sich wieder und das Pferd wird durch ein Streicheln -wobei der Blick nach unten gerichtet ist - zwischen den Augen gelobt.

Der Blick nach unten aus dem Grund:

Ich schaue das Pferd nicht direkt an, denn ich komme in friedlicher Absicht und fixiere es nicht.

Und genauso kann man auch Tiere, egal ob Hund oder Katze in Altenheimen einsetzen.
Die älteren Menschen lernen zu kommunizieren, auch ohne Worte.
Royal Flush
am 17.02.2011 10:43:59 (92.224.151.xxx) Link Kommentar melden
Um es einmal zu verdeutlichen habe ich ein Video über die Arbeit mit dem Schulungshalfter rausgesucht!

YouTube Video
Royal Flush
am 18.02.2011 08:44:55 (92.230.249.xxx) Link Kommentar melden
Wink...richtig erkannt!

Es ist ein Austausch von Informationen zur Beziehungsklärung für ein einwandfreies Miteinander.
Der Mensch als Leittier, das Pferd als Herdenmitglied.

Ich selbst habe diese “Beziehungsklärung” mit dem Join-up vollzogen und wende auch heute noch sehr gerne, oder sagen wir mal lieber ausschließlich, die Methoden der leisen, verständnisvollen Umgangsweise an.

Okay, es ist natürlich auch ein gewisser “Druck” für das Pferd, dennoch eine Art und Weise die dem Pferd das Lernen auf eine sanfte Art begreiflich macht.

Ich gebe ja nur Impulse, wenn das Pferd auf diese Impulse eingeht, kommt das Lob.

Und dieses Halfter ist einfach eine fantastische Erfindung von diesem ebenso fantastischem Pferdemann.
Es wirkt punkgenau und man sieht schon nach kurzer Zeit dieser Anwendung den Erfolg.


Pferde brauchen eine Führung, denn rund 700kg Muskelmasse müssen auch händelbar sein.
Aber man überzeugt nicht mit Gewalt, man überzeugt mit Souveränität.
Und das ist niemals Gewalt, das ist Wissen.

Wink
Royal Flush
am 19.02.2011 13:31:50 (92.231.127.xxx) Link Kommentar melden
Ein typisches Kommunikationsproblem ist auch das Verladen eines Pferdes.

Die Pferde sind misstrauisch in einen dunklen, engen Raum zu gehen und verweigern auch gerne dieses Vorhaben.

Man versucht dann mit schieben und im schlimmsten Fall mit Prügel das Pferd dazu zu bewegen.

Ich habe dieses Training nach der Monty Roberts -Methode angewandt, nachdem ich über 2 Jahre keine Chance hatte mein Pferd in einen Anhänger, ohne diverse “Tricks”, zu bekommen.


Das Pferd auf dem Video hat auch dieses Schulungshalfter um.

Das Prinzip ist ganz einfach.

Ich gehe mit dem Pferd in Richtung Hänger.
Bleibe zwischendurch stehen und schicke das Pferd rückwärts.
“Du, ich möchte gar nicht in den Hänger gehen, also “keine Panik”, mein Freund, siehst du, ich schicke dich zurück, denn ich bestimme den Weg und ich bestimme deine Handlungen.
Ich führe dich…”

Die Abgrenzungen sollen dem Pferd am Anfang etwas Sicherheit vermitteln und seine Aufmerksamkeit auf den Hänger richten, denn DER ist ja das Problem…

Ich gehe wieder Richtung Hänger und aus der Bewegung heraus schicke ich das Pferd erneut in eine andere Richtung.
“Du, ich möchte dich möchte dich gar nicht verladen, du sollst deine Aufmerksamkeit auf mich richten.”

Und so nähert man sich Stück für Stück dem Hänger!
Bleibt das Pferd stehen, schicken wir es erneut zurück.
“Hallo, mein Freund, ich möchte immer noch nicht in den Hänger.
Komm, folge meinen Anweisungen und wir haben keine Probleme.”


Die kann man mehrmals wiederholen, oder muss es sogar.
Hat das Pferd die Rampe betreten, schicken wir es erneut zurück.

“Ich möchte auf dich keinen Druck ausüben, wir gehen NICHT in den Hänger!
Wir gehen in den Hänger, wenn ich es möchte, denn ICH weise dir den Weg”


Und wie man sehr gut erkennen kann - für das Pferd wird die Führung durch den Menschen interessanter als die Angst vor dem Hänger.

Das Resultat, das kann man dann ja sehen…Smile

YouTube Video
349
am 25.02.2011 08:56:17 (212.227.103.xxx) Link Kommentar melden
Ein sehr anregendes Beispiel, erinnert mich an die "Paradoxe Intervention" Smile

http://www.online...ticle/2078
http://www.online...ticle/2143
300
am 25.02.2011 11:49:55 (178.33.255.xxx) Link Kommentar melden
@kommt123, da ist die Kommunikation mit Hunden doch etwas einfacher als mit Pferden! Grin
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