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Sonstiges: ReligionSexualität, Zölibat, Kinderschändung

AHA (Luxemburg)
Totschweigen nützt den Tätern!
Sexualität und Christentum, Sexualität und katholische Kirche, zölibatäre Priester und Kindesmißbrauch... – es ist ein äußerst unschönes Thema, es ist ein besonders unwürdiges Thema. Doch wäre es besser, dieses Thema nicht – wie die letzten Jahrzehnte und Jahrhunderte – einfach totzuschweigen. Denn das Totschweigen schützt lediglich die Täter, es verhöhnt dagegen die Opfer und diskriminiert sie noch weiter. Das Problem des Mißbrauchs von Kindern – hier ganz speziell auf den Mißbrauch durch katholische Priester bezogen – wird also immer drängender. Es ist gleichzeitig aber ersichtlich, daß man das Problem des Mißbrauchs weder psychologisch noch historisch vom Problem des Zölibat trennen kann. Nicht trennen darf.
Mit Zölibat gemeint ist hier übrigens nicht die äußerst sinnvolle freiwillige, zeitweise gelebte Enthaltsamkeit von sexueller Aktivität, wie sie als asketische Übung, als Veredelung des rein triebhaften zum ganzheitlichen Menschen in vielen Religionen und Kulturen bekannt ist, sondern die zwangsweise auferlegte Ent-Sexualisierung der katholischen Priester, die keinerlei biblische Begründung hat, sondern von jeher lediglich ein Machtinstrument der Kirche war. Auch eines, das durch Vermeidung der Nachkommenschaft die zusammengeraffte Anhäufung der irdischen Güter des Vatikans ins Unermeßliche steigerte.
Lebenslanger Zölibat als Ausdruck psychischer Störung
In der historischen Wurzel der christlichen Religion, dem Judentum, wird Sexualität als Geschenk Gottes angesehen; das Christentum jedoch – insbesondere der Katholizismus und der radikale biblizistische evangelische Pietismus – verteufelt die Sexualität, verbiegt und verbietet sie. Ein Element hiervon ist die zwangsweise Ent-Sexualisierung der Priesterschaft bei einer gleichzeitig nahezu zwanghaften Fixierung auf die Sexualität. Eine allerdings nur vermeintliche Ent-Sexualisierung jedoch, die in der Praxis nämlich – wie sich zeigt – gar nicht funktioniert, denn entweder führt sie in den autoerotischen Ausweg, die Masturbation, oder sie wird in die Homosexualität einer klösterlichen Gemeinschaft münden, im schlimmsten Fall jedoch wird sie an wehrlosen Kindern, an Abhängigen und Schutzbefohlenen, ausgelebt. Im besseren Fall findet der Priester eine willige Haushälterin oder bedient sich im Verborgenen der Prostitution; im besten Fall jedoch kehrt er dieser auf das Sexuelle manisch fixierten, unmenschlichen und menschenverachtenden Vereinigung namens „römisch-katholische Kirche“ den Rücken, legt das Priesteramt nieder, wechselt zur evangelischen oder orthodoxen christlichen Kirche oder wird gar ein Freigeist.
Studien an Opfern und Tätern
Ein Beispiel eines solchen Menschen, der genau weiß wovon er spricht, da er es jahrelang erlebt und später sogar wissenschaftlich ausgewertet hat, ist Richard Sipe, ein ehemaliger Benediktiner-Mönch und -Priester. Sipe hat in den USA über 25 Jahre lang relevante Daten über römisch-katholische Priester erhoben und miteinander verglichen. Er veröffentlichte 1990 erstmals Ergebnisse seiner ethnologisch-psychologischen Studien, die aus über 1500 persönlichen Aussagen gewonnen worden waren, nämlich von 500 Priestern in einer Psychotherapie, von 500 Priestern in Workshops, Diskussionen und Interviews sowie von 500 Laien, die als Partner oder Opfer sexuelle Erfahrungen mit Priestern hatten.
Richard Sipe gründete nach langer psychotherapeutischer Ausbildung und nach seinem Dispens vom Priesteramt eine psychotherapeutische Fachpraxis; er darf also, berücksichtigt man sein Lebenswerk und seine Ausbildung, als unbedingt kompetent zum fraglichen Themenkomplex bezeichnet werden.
- Die klerikale Kultur verlangt völlige lebenslange sexuelle Abstinenz und Gehorsam von jedem zum Priester geweihten Mann;
- der Zölibat wird als Mittel zur institutionellen Kontrolle aufrecht erhalten;
- das Priesteramt schließt Frauen aus und etabliert so eine homosoziale Gesellschaft;
- wirksames Training zum Zölibat ist in Priesterseminaren und religiösen Häusern ungenügend oder gar nicht vorhanden;
- der Zölibat wird nicht von Oberen – Bischöfen, Rektoren, Beichtvätern etc. – entsprechend vorgelebt, was eine Dissonanz zwischen Doktrin und Praxis erzeugt, was wiederum eine Entwicklung soziopathischer Atmosphäre begünstigt;
- die klerikale Kultur bewirbt, erzieht, fördert und beschützt psychosexuell unreife Männer.
(…) 1985, zum Abschluss meiner ethnologischen Studie des Zölibats, stellte ich fest, dass zu keiner Zeit mehr als die Hälfte katholischer Geistlicher im Zölibat tatsächlich sexuelle Abstinenz praktizierten. (Diese Angabe wurde 1993 von Kardinal José Sanchez, Sekretär der Glaubenskongregation in Rom, nicht verworfen.) Zusätzlich ergaben die Daten, dass 6% der Priester sexuell mit Minderjährigen verkehren. In 2004 ergab eine statistische Studie im Auftrag der amerikanischen Bischöfe, die auch eigene Aufzeichnungen verwendeten, dass zu dieser Zeit 6,5% der Priester wegen Missbrauchs Minderjähriger gemeldet waren. Gegenwärtig sind 6.500 amerikanische Geistliche wegen Missbrauch gemeldet. Die verlässlichsten Schätzungen über Missbrauch durch katholische Geistliche in den USA liegen jetzt zwischen 6% und 9%, mit vielen Diözesen, die 10% belegen. Die Erzdiözese Los Angeles hat 11,5% missbrauchender Priester in den Rängen der aktiven Geistlichkeit.
Ein krankes System – von kranken Menschen erdacht
Unabhängig von Richard Sipes persönlichen Entscheidungen, nämlich eher vom sozialen Frieden einer säkularen Gesellschaft her gedacht: welcher Vereinigung würden wir es zugestehen, daß jedes zweite Mitglied des Kaders per se, vorsätzlich und wiederholt gegen eine der wichtigsten eigenen Regeln verstößt? Und welcher Vereinigung würden wir so lange dabei zusehen, wenn jedes zehnte ihrer leitenden Mitglieder Verbrechen gegen die sexuelle Selbstbestimmung, insbesondere bei Minderjährigen und bei Abhängigen begeht?
Wie lange würden wir zusehen, bis wir eine solche Vereinigung als „Kriminelle Vereinigung“ bezeichnen und sie möglicherweise sogar verbieten würden?
- Was ist die Aufgabe eines Abgeordneten?
- Manchmal muß man an das Böse und Schlechte erinnern:
- De mortuis nil nisi bene?
- Abschaffung des Zölibats überfällig
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Kommentare
Weil er ja nicht gekündigt werden kann.
Und warum hat Gott sie dann erschaffen, wenn manche Menschen sie nicht benützen dürfen?
So kümmert sich ein Staat um das Wohl seiner Kinder: er sieht tatenlos zu, obwohl man die Ursache kennt. Gilt in den USA wie in Deutschland. Die Aufhebung der Verjährungsfrist wäre schon einmal ein guter Schritt.
Organisationen sexueller Missbrauch von Kindern stattgefunden hat?
Ein Jeder kehre bitte vor seiner eigenen Haustür Herr Chaim.
- Moslembashing ist nicht erwünscht, noch dazu mit halbwahrheiten Gelöscht von Forenadmin am 24.01.2011 20:32:22.
- ot. Gelöscht von Forenadmin am 24.01.2011 20:33:45.
Edit: das Thema des Threads heißt Sexualität, Zölibat, Kinderschändung. Im Kontext bezogen auf die katholische Kirche.
Nicht Islam, Mohammed und seine Frauen.
- O.T. Geändert von Forenadmin am 24.01.2011 21:31:28.




Ein Verbot oder die Einschränkung der eigenen Sexualität ist im Bereich eines Arbeitsverhältnisses als grob sittenwidrig zuzuordnen.
Okay, diese Personen ergreifen zwar freiwillig diesen Beruf, aber sind sie in der Lage diese Enthaltsamkeit im Vorhinein abzuschätzen?
Eine Verknüpfung von Arbeitsplatz und die Gestaltung des eigenen Sexuallebens ist ethisch nicht zu befürworten.
Sie verbauen den Geistlichen ihr Leben.