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Politik: Politische Meinung

Sexuelle Selbstbestimmung - Treffen in Berlin

Notiz zu einer angeblichen "Fachtagung" von Abtreibungsbefürwortern am 12.01.2011

Der Humanistische Pressedienst (hpd.de) veröffentlichte am 14.01.2011 eine Meldung (Nr. 10977) über eine angebliche "Fachtagung" mit der Überschrift "Sexuelle Selbstbestimmung – Realität oder Utopie? Das Recht auf reproduktive Gesundheit nach 20 Jahren Wiedervereinigung", veranstaltet am 12.01.2011 in Berlin von Berliner Netzwerk Frauengesundheit, Berliner Familienplanungszentrum – BALANCE, Arbeitskreis Frauengesundheit in Medizin, Psychotherapie und Gesellschaft e.V. (AKF) und Berliner Landesverband des Humanistischen Verbandes Deutschlands (HVD).

Juristische Definition der sexuellen Selbstbestimmung

Zur Begriffsbestimmung s. Strafgesetzbuch, Dreizehnter Abschnitt, "Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung" (StGB §174 bis §184g): Laut StGB sind u.a. sexueller Missbrauch und Vergewaltigung sowie Exhibitionismus strafbar. Aber laut Berliner Tagung sind "Familienplanung, Verhütung und die Möglichkeit eines Schwangerschaftsabbruchs Kernfragen des sexuellen Selbstbestimmungsrechts". Also völliger Fehlstart durch Begriffsverwirrung!

Längst entlarvte Abtreibungslügen

Zum Programm: "Hartwig Hohnsbein, pensionierter evangelischer Theologe, der 1966 bis 1991 Gemeindepastor in Wolfsburg war," hielt einen Vortrag "Einfluss und Aktivitäten fundamentalistisch-christlicher selbsternannter Lebensschutzorganisationen". Zudem gab es noch eine Podiumsdiskussion "Perspektiven sexueller Selbstbestimmung unter dem Einfluss der selbst ernannten internationalen Lebensschutzbewegung religiöser Fundamentalisten". Natürlich hat Abtreibung hat rein gar nichts mit sexueller Selbstbestimmung zu tun, selbst dann nicht, wenn das Kind Frucht einer Vergewaltigung wäre. Denn natürlich besteht das Recht auf Leben auch für Menschen, die aus einer ungewollten Zeugung hervorgehen. Die Unsinnigkeit von Parolen wie "Mein Bauch gehört mir" ist jedem sofort einsichtig, der nicht meint, die Parole "Mein Haus gehört mir" berechtige zur Ermordung aller, die sich in diesem Haus aufhalten. Auch lässt sich die Ermordung Unschuldiger nicht als "Beitrag zur reproduktiven Gesundheit" entschuldigen. Überhaupt sind die "Argumente" der Abtreibungsbefürworter rettungslos unsinnig und unzählige Male als verlogen entlarvt worden. Eine Lüge wird auch durch noch so viele "Fachtagungen" nicht zur Wahrheit.

Selbst ernannte Fundamentalisten

Lebensschützer sind lt. Abtreibungsbefürwortern "fundamentalistisch" und "selbst ernannt". Was soll daran schlecht sein, ein Fundament zu haben? Müssen Häuser immer notwendig auf Sand gebaut werden? Und muss man eigentlich immer erst eine Ernennungsurkunde vorweisen, bevor man etwas Gutes tun darf? Darf man einem ertrinkenden, verblutenden etc. Erwachsenen sofort helfen, oder muss man dafür erst eine entsprechende Ernennung einholen? Wer sollte so eine Ernennung eigentlich aussprechen, und mit welchem Recht? Immerhin: Möglicherweise können ertrinkende, verblutende etc. Erwachsene sich noch selbst helfen. Kinder im Mutterleib hingegen sind weitaus mehr auf fremde Hilfe angewiesen, um ihrer Ermordung zu entgehen. Zugegeben: Strafbestimmungen für unterlassene Hilfeleistung sind angesichts menschlicher Trägheit und Bosheit sinnvoll und notwendig - aber im Grunde gilt das für sehr viele Strafbestimmungen. Speziell von Christen muss man allerdings erwarten, dass sie das Gebot der Nächstenliebe beherzigen, d.h. dass sie sich im Gewissen von Christus berufen fühlen, sogar den Schwächsten zu helfen.

Psychoterror und noch mehr Terror

Ferner: "Dr. Christian Fiala verwies auf historische Zusammenhänge und Konstanten. , wie er die Abtreibungsgegner nennt, übten Psychoterror gegen Frauen aus". Hierbei denke man an die Verurteilung von Andreas T. in Wien am 10.01.2011: Andreas T. hatte Lebensrechtler massiv belästigt (u.a. getreten), weil sie vor Fialas Praxis gebetet hatten. Und ganz generell denke man an die zahlreichen schweren Verurteilungen von Lebensschützern, z.B. dafür, die Ermordung von Kindern im Mutterleib als Ermordung von Kindern im Mutterleib bezeichnet zu haben. Also: Wer betreibt hier "Psychoterror"?! Wer wird hier "gewalttätig wie die Taliban"?!

Fragwürdige Fachtagung

Fazit: Das Berliner Treffen basiert auf Begriffsverwirrung, hat das Thema vollkommen verfehlt, wärmt unsinnigste, längst entlarvte Falschdarstellungen wieder auf und verdreht die Darstellung von Täter und Opfer. Die Bezeichnung "Fachtagung" erscheint da zumindest fragwürdig.

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Schlüsselwörter: Abtreibung | Lebensschutz | Kirche | Ethik
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Kommentare

300
am 21.01.2011 13:52:05 (178.33.255.xxx) Link Kommentar melden
Ich fand die folgende Meldung im hpd eigentlich viel interessanter, hat aber auch sehr viel mit dem Thema "Sexuelle Selbstbestimmung" zu tun: http://hpd.de/nod...
Hartmut Holz
am 21.01.2011 15:08:30 (217.80.205.xxx) Link Kommentar melden
Abtreibung ist Mord und bleibt Mord. Es ist somit eine Straftat.
286
am 21.01.2011 19:22:40 (141.76.45.xxx) Link
Dieser Kommentar wurde auf Grund eines Verstoßes gegen die Kommentarregeln von einem Moderator gelöscht.
  • zum einen unsachlich und unbegründet, z. anderen gg. eine religiöse Ansicht gerichtet-nicht akzeptab Gelöscht von Forenadmin am 21.01.2011 21:34:49.
286
am 22.01.2011 09:32:17 (141.76.45.xxx) Link Kommentar melden
Zweiter Versuch:
Abtreibung ist Mord und bleibt Mord
Der Satz ist inhaltlich falsch und moralisch frgwürdig. Außerdem ist er völlig undifferenziert.

Es mag sein, dass der Satz die katholische Sichtweise auf das Thema Schwangerschaftsabbruch darstellt. Nur interessiert das in aller Regel niemanden - außer Katholiken.

Für Deutschland hat das das Bundesverfassungesgericht alles längst geklärt.
Gata Linda
am 22.01.2011 10:13:10 (90.169.104.xxx) Link Kommentar melden
Hallo Dorota,
Du hast recht, wenn du die Begrifflichkeit kritisierst, indem du das Wort Mord als unzutreffend gemäss der gesetzlichen Bestimmungen und Definitionen ansiehst.
Wenn man das Wort Mord, das ja im strengeren Wortsinn Heimtücke beinhaltet, streichst und ersetzt durch das Wort "Tötung", dann hat HH recht.
Denn Abtreibung ist eine Tötung von Leben und bleibt eine Tötung.

Allein über das Wort Abtreibung wurde schon viel spekuliert, ob man es nicht besser durch Schwangerschaftsunterbrechung ersetze.

Dazu ein Kommentar aus dem Ärzteblatt:

Der Kaiserschnitt oder die vorzeitig eingeleitete Geburt auf natürlichem Wege „bricht eine Schwangerschaft ab“. Dies ist eine ärztliche Handlung, die das Leben von Mutter und Kind bewahren will. Anders ist es mit der Abtreibung. Wenn man den Begriff Abtreibung nicht mag, könnte man ihn ersetzen durch „Schwangerschaftsabbruch mit Tötungsabsicht“ oder „Schwangerschaftsabbruch inklusive Kindestötung“.
Der Sachverhalt wäre so eindeutig beschrieben. Diese vorgeschlagene Begrifflichkeit wäre weniger griffig, aber zumindest ehrlich und sachgemäß: Sie beschreibt das, was passiert und seine Folgen.
Dass der Begriff Abtreibung eine „negative Konnotation“ besitzt, liegt nämlich in der Natur der Sache: Ein Kind wird getötet. Und das empfinde ich als sehr negativ! Es ist kein terminologisches Problem, sondern ein zutiefst menschlich-ethisches Problem. Meine Kollegin möge sich dieser Tatsache stellen, statt zu versuchen, sie begrifflich „wegzudefinieren“.
Dr. med. Andreas Kuhlmann (dt. Ärzteblatt)




Während also lt. Statistik ca. 97,3% aller Abtreibungen aus sozialen Erwägungen passieren, sind lediglich 2,7% davon medizinisch wirklich notwendig, um das Leben der Mutter nicht zu gefährden.

Abtreibung vermeiden - aber wie?

Bei 97,3% aller Abtreibungen liegen also soziale Gründe vor, die man mit materieller Unterstützung und ggf. Kinderbetreuung (noch in Ausbildung, kein Arbeitsplatz, Alleinerziehend) regeln könnte.
Abtreibung lebensfähiger Babies

Stellt sich die Frage, wieviele Beratungen in puncto sozialer Indikation durch geeignete Hilfen den Müttern ermöglichten, JA zum Kind zu sagen.
Dies stellt ein wichtiges Kriterium dar, um die notwendige Qualitätskontrolle bei der Beratung sicherzustellen, denn aufgrund der hervorragenden Unterstützungsmöglichkeiten in Deutschland und den zahlreichen Hilfen im sozialen Bereich müsste eigentlich kein einziges Kind abgetrieben werden, wenn denn diese Hilfen auch umgesetzt werden würden.

Aus der Statistik von pro-leben de geht hervor, dass aus den bekannten Abtreibungsfällen ab dem Jahr 2000 mindestens 217 Ungeborene p.a. abgetrieben wurden, die bereits ausserhalb des Mutterleibes lebensfähig waren. Die Dunkelziffer liegt lt. Ärztevertretern bei 800 p.a.
Also 800 potentiell lebensfähige, durch Menschenhand umgebrachte Kinder, die durch eine Kaliumchloridinjektion im Mutterleib getötet wurden oder denen die Sauerstoffzufuhr in der Gebärmutter unterbrochen wurde, um sie dann zu entfernen wie einen Parasiten.
Laut Statistik erhöhte sich die Zahl von Spätabtreibungen im ersten Quartal 2010 um 54,8 Prozent.[/quote]
http://www.aerzte...p;id=77052

Es wurden 96 Abbrüche ab der
22. vollendeten Schwangerschaftswoche vorgenommen, im ersten Quartal 2009 waren es 62.

Zufrieden kann ich nicht sein, solange in Deutschland ungeborene Kinder immer noch bis zur Geburt getötet werden dürfen, sogar wenn sie außerhalb des Mutterleibes lebensfähig wären.
Hubert Hüppe, Beauftragter der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen http://www.aerzte...p;id=67858[/quote]
Aus der pro-leben.de Seite geht ebenfalls hervor, dass unter den erfassten Abtreibungen keine, also exakt null Prozent durch Vergewaltigung entstanden ist, da dieser Extremfall immer gern zitiert wird. Die meisten Abtreibungen sind lediglich eine Form der nachträglichen Familienplanung, denn nur 2,7% erfolgen aus medizinischer Indikation.
Man sollte also das Thema Abtreibung schon differenziert sehen, ich bin nicht dagegegen, prinzipiell, aber ich würde es für mich nur aus medizinischen Gründen in Anspruch nehmen wollen, denn man kann eine Empfängnis auch anderweitig verhüten.
Auch Männer sind gefordert, nicht erst planlos darauflos Sex zu haben, sondern sich auch über die möglichen Konsequenzen, (die ihnen die Abtreibung erspart) klarzuwerden. Hier einfach der Dummheit von Mutter und Vater Rechnung zu tragen und das Kind abzutreiben ist m. E. nicht adäquat gelöst.
286
am 22.01.2011 10:17:35 (141.76.45.xxx) Link Kommentar melden
Da er von "Mord" schrieb und nicht von "Tötung", habe ich das kritisiert, was er tatsächlich geschrieben hat. Selbstverständlich habe ich damit recht. Allein die Sache mit den "niedrigen Beweggründen" entfällt, das aber wäre Voraussetzung, um von "Mord" zu sprechen.
266
am 22.01.2011 14:58:36 (204.93.160.xxx) Link Kommentar melden
@Dorota
Selbstverständlich habe ich damit recht

Das ist doch gar keine Frage. Ergibt sich bereits aus der juristischen Definition.

Jurastudium, erstes Semester.
349
am 22.01.2011 16:20:10 (212.227.103.xxx) Link Kommentar melden
Bei 97,3% aller Abtreibungen liegen also soziale Gründe vor, die man mit materieller Unterstützung und ggf. Kinderbetreuung (noch in Ausbildung, kein Arbeitsplatz, Alleinerziehend) regeln könnte.

Das ist gesellschaftlich gesehen bedenklich genug, aber es ist keine Aussage über die moralisch und juristisch zulässige Möglichkeit eines Abbruchs einer Schwangerschaft!

Das Thema ist m.E. ein künstlich von der katholischen Kirche und auch von Evangelikalen aufgeblasenes Problem, das eigentlich ausschließlich in die Verantwortung der Betroffenen gehört.
286
am 24.01.2011 13:13:28 (141.76.45.xxx) Link Kommentar melden
Lebensschützer sind lt. Abtreibungsbefürwortern "fundamentalistisch" und "selbst ernannt". Was soll daran schlecht sein, ein Fundament zu haben?

Jeder kann denken und propagieren, was er will. Aber er hat nicht das Recht, andere Menschen, die anders denken, zu beleidigen oder zu verleumden.

Solche Gestalten wie Klaus-Günter Annen aus dem nordbadischen Weinheim gehören eben hinter Gitter, basta.

Außerdem ist es mal wieder ein Wortspiel, mehr nicht. Denn ein Fundament zu haben bedeutet noch lange nicht dasselbe wie "fundamentalistisch" sein.
357
am 25.01.2011 09:53:26 (84.19.165.xxx) Link Kommentar melden
Genau, solche Wortspiele in solchem Zusammenrang sind rhetorische Manöver. Biblisch ist ja auch etwas anderes als biblizistisch, islamisch etwas anderes als islamistisch.

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