Rund um OZ24

Suchen

Unterstütze OZ24

Sonstiges: Tipps & Tricks

Wie soll mein Kind heißen?

Vornamen suchen für das eigene Kind – eine kleine Hilfe für werdende Eltern

Kinderporträt ©Ronny Senst/pixelio.de
Kinderporträt ©Ronny Senst/pixelio.de
Namen zu vergeben ist ein Privileg des Menschen. Hierin zeigt sich seine Fähigkeit, etwas zu gestalten; hierin liegt menschliche Macht und somit auch Verantwortung. Der Name ist ein Symbol, in ihm liegt eine nahezu magische Kraft. Wer im Märchen den Namen des Kobolds nicht kennt, der ist ihm hilflos ausgeliefert: „ach, wie gut daß niemand weiß, daß ich Rumpelstilzchen heiß!“... – errät man jedoch den Namen des Kobolds, zerreißt er sich selbst vor Wut. Das Wissen um den Namen bedeutet also Macht, ebenso wie unsere Sprache, mit der wir die Dinge in der Welt benennen, die Dinge und die Welt erst durch die Benennung mit einem Namen gestaltet. – Bereits in der Bibel, in der Schöpfungsgeschichte, wird dieser Gedanke erwähnt: der Schöpfer selbst benennt zwar Tag und Nacht, Himmel und Sterne, Land und Meer; doch den Tieren gibt der Mensch einen Namen, später auch den Pflanzen und den Dingen. Auch hier zeigt sich die Macht, die Verfügungsgewalt, die Verantwortung, nämlich über den Namen.

Schon in der Bibel: der Mensch vergibt Namen

Im ersten Buch Mose Kapitel 2,19f heißt es:

  • 19 Gott, der Herr, formte aus dem Ackerboden alle Tiere des Feldes und alle Vögel des Himmels und führte sie dem Menschen zu, um zu sehen, wie er sie benennen würde. Und wie der Mensch jedes lebendige Wesen benannte, so sollte es heißen.
  • 20 Der Mensch gab Namen allem Vieh, den Vögeln des Himmels und allen Tieren des Feldes. Aber eine Hilfe, die dem Menschen entsprach, fand er nicht. (Einheitsübersetzung)

Der Vornamen als Familientradition

Wenn wir unseren Kindern Namen geben, können wir aus einer Fülle von Wissen, Erfahrung und Symbolik schöpfen. Mit der Namensgebung wollen wir etwas zum Ausdruck bringen. Das kann die familiäre Tradition sein, mit der man Verbundenheit zum Ausdruck bringen möchte; dann wird das Kind, wenigstens mit dem zweitem oder dritten Vornamen, nach Tante Felicitas oder nach Onkel Friedrich benannt. Auch die Großeltern freuen sich, wenn sie sich in den Namen ihrer Enkel wiederfinden. Aus ähnlichen Überlegungen gibt es die Tradition, den Sohn wie den Vater zu benennen, dann haben wir zum Beispiel Josef Schmidt Sr. (Senior) und Josef Schmidt jr. (Junior), hieß der Großvater genauso, dann stellt man mithilfe der römischen Zahlen als Namenssuffix die notwendige Klarheit her. John Miller IV hat also denselben Namen wie seine drei direkten Vorfahren.

Namen als Ausdruck der Weltanschauung

Auge in Auge ©urulaia/pixelio
Auge in Auge ©urulaia/pixelio
Eine weitere Grundlage für die Namenswahl sind selbstverständlich Religion und Weltanschauung; gute Christen möchten für ihre Kinder die Namen von Heiligen (Martin, Thomas, Hildegard) oder von biblischen Figuren (Maria, Josef). Wer es hier ganz deutlich zum Ausdruck bringen möchte, der kann sogar zu Doppelungen greifen, denn „Maria“ ist in Deutschland als zweiter Vorname auch für den männlichen Nachwuchs zugelassen, wie sich an dem Namen des Schauspielers Christoph Maria Herbst zeigen läßt. Ähnlich den Christen zeigen natürlich auch Mohammedaner gern ihre Zugehörigkeit (Ibrahim, Jussuf, Muhammad), oder sie zeigen programmatisch, wie sie sich das Leben des Sprößlings vorstellen (Shahid oder auch gleich Jihad). – Auch die anderen Religionen und Kulturen von Afrika bis Asien bieten eine Vielzahl indigener Namen, die im Zeitalter der Globalisierung und Internationalisierung sich auch bei uns verbreiten. – In jüdischen Familien sind natürlich die klassischen biblischen (Shlomo, Moishe, Sarah, Shoshanna) sowie moderne hebräische Namen hoch im Kurs (Ronit, Itay, Shachar, Yael).

Vorbilder, Fimstars, Sagenhelden

Auch aus Filmgeschichte oder Sagenwelt, aus vergessenen oder untergegangenen Kulturen, aus der griechischen Klassik werden gern Anleihen genommen, was dann in der späteren Entwicklung der so benannten Kinder nicht immer als glückliche Wahl erscheint, wenn beispielsweise ein „Artus“ oder eine „Penelope“ so gar nichts Königliches in ihrem sozialen Verhalten erkennen lassen oder ein „Gandalf“ wenig Weisheit zeigt. Auch Namen wie Kevin, Marvin, Patrick oder Marcel gelten – zumindest unter Pädagogen – aus rein empirischen Gründen nahezu als eine Garantie für Verhaltensauffälligkeiten und pädagogische Problemfälle. Ebenso bedenklich sind unter Umständen Namen, die bestimmten Moden oder politischen Strömungen entspringen und in ihrer Häufigkeit wellenartig anschwellen und abebben; eine ganze Generation von DDR-Kindern erkennt man zum Beispiel als Ronny oder Maik, als Sandro oder Mario, als Sandy, Mandy und Cindy... – ganz ähnlich, wie man zuvor die Kinder des Tausendjährigen Reiches als Horst, Helmuth oder Hermann erkannte.

Emma mit 3 Monaten ©Franz Mairinger
Emma mit 3 Monaten ©Franz Mairinger
Man hat also buchstäblich die Qual der Wahl, wenn man sein Kind mit Überlegung benennen möchte. Dementsprechend gibt es auch allerlei Varianten des Umgangs mit dem Problem: während der eine bereits vor der Wahl des richtigen Partners weiß, wie seine Kinder später einmal heißen sollen, entscheidet die andere dies vielleicht erst bei oder kurz nach der Geburt. Fast alles ist hier möglich. Doch eines sollte selbstverständlich sein: Vor- und Nachnamen sollten zueinander passen.

Grundsätze des Namensrechts in Deutschland

Dies alles findet übrigens – jedenfalls in Deutschland – in einem rechtlich festgefügten Rahmen statt; das deutsche Namensrecht ist relativ streng, ein einmal vergebener Name läßt sich so gut wie nicht ändern, allenfalls mit hohem finanziellen Aufwand, guten Gründen und zäher Hartnäckigkeit. Grundsätzlich gelten in Deutschland für Vornamen bestimmte Regeln.

  • Als wichtigster Grundsatz ist zu beachten, daß ein Vorname seinen Träger in keiner Weise belasten darf. Beleidigungen sind sicher auszuschließen, niemandem wird es erlaubt, sein Kind durch den Namen der Lächerlichkeit und dem Spott auszusetzen.
  • Zweiter Grundsatz: Namen, die das Geschlecht nicht eindeutig erkennen lassen, werden nur dann eingetragen, wenn ein zweiter Vorname eine einwandfreie und eindeutige Geschlechtszuordnung ermöglicht.
  • Dritter Grundsatz: Ein Vorname muß als solcher erkennbar sein, er darf also nicht gleichlautend wie der Familienname sein. Der Sohn von Anton und Martha Fritz kann also nicht den Vornamen Fritz bekommen, wohl aber kann der Sohn von Marten und Anna Friedrichsen den Vornamen Friedrich erhalten.

Ausgefallene Namen – nicht immer gut fürs Kind

Lias Hand im Sand ©disegno/pixelio.de
Lias Hand im Sand ©disegno/pixelio.de
Was geht nun im Einzelfall und was geht nicht? Letztlich entscheidet das der jeweilige Standesbeamte ganz nach eigenem Ermessen innerhalb der gesetzlichen Spielräume, doch es hat schon Fälle gegeben, in denen Gerichte bemüht wurden. Einige recht außergewöhnliche Namen, die aber offiziell erlaubt wurden, sind zum Beispiel: Pepsi-Carola, Bavaria, Jesus, Birkenfeld, Rasputin, Decembres Noelle, Cheyenne, Sunshine, Napoleon, Sonne oder Rapunzel. – Keine Chance vor deutschen Gerichten hatten jedoch die folgenden ausgefallenen Namen: Schnuck, Champagna, Porsche, Agfa, Ogino, Atomfried, Pfefferminze, Bierstübl, Lenin, Pillula, Seerose, Störenfried, Crazy Horse, Omo, Moon, Hemingway, Tiger, Navajo, Sputnik, Jaguar, Grammophon, Möhre, Millenium, Schanett, Woodstock, Traktora, Beauregard und Karl der Große junior. – (Quelle)

  • GESUND: Der richtige Name
  • LUSTIG: Namen aus deutschen Telefonbüchern

  • Bildnachweis:

uploaded

Der Inhalt des vorstehenden Artikels gibt nicht die Meinung der Redaktion von Onlinezeitung24 wieder. Für den Inhalt ist allein der Autor des Beitrages verantwortlich!
Lesen Sie dazu auch:
Drucken Empfehlen
Schlüsselwörter: Namensgebung | Vornamen | Namen | Bedeutung von Namen | deutsches Namensrecht
Sie wollen selber einen Artikel schreiben. Kein Problem, einfach registrieren!

Kommentare

kommt123
am 02.02.2011 09:54:49 (92.224.145.xxx) Link Kommentar melden
“Gib dem Kind einen Namen und lass es geschehen”

Bei der Vielzahl der Namen, eine nicht gerade leichte Entscheidung.

In vielen Fällen müssen ja sogar ein männlicher, sowie ein weiblicher Vorname in Betracht gezogen werden - wenn der Arzt, bei der Ultraschalluntersuchung - es nicht 100% mitteilen kann.

Doch wenn man das Glück hat, dann kann man sich entscheiden.

Und die Einkäufe, die man dann tätigt, die haben plötzlich auch, ist meine Meinung, eine ganz andere Bedeutung.
Denn man kauft nicht für xyz ein, sondern für ein Wesen, das man auch schon “gesehen” hat und einen Namen hat!

Ein sehr schöner Artikel...Wink
kommt123
am 02.02.2011 10:13:34 (92.224.145.xxx) Link Kommentar melden
Man soll es natürlich positiv sehen, keine Frage.
Und das mit der Liste- eine wirklich gute Idee.

Wie das Kind im Mutterleib reift, so reifen auch die Entscheidungen für einen Namen.
Es ist so eine Art “zusätzliches Glücksgefühl”
300
am 02.02.2011 14:48:26 (178.33.255.xxx) Link Kommentar melden
Zweiter Grundsatz: Namen, die das Geschlecht nicht eindeutig erkennen lassen, werden nur dann eingetragen, wenn ein zweiter Vorname eine einwandfreie und eindeutige Geschlechtszuordnung ermöglicht.
Das bedeutet also, dass bei den ausgefallenen Namen wie
... Birkenfeld ... Decembres Noelle, Cheyenne, Sunshine ....
dann ein zweiter Vorname dazu muss?

Also "Birkenfeld Marcel Hinterhuber" oder "Richard Sunshine Moeller", richtig? Smile
Gata Linda
am 02.02.2011 15:47:28 (90.169.49.xxx) Link
Dieser Kommentar wurde auf Grund eines Verstoßes gegen die Kommentarregeln von einem Moderator gelöscht.
  • Gelöscht von OZ24 am 02.02.2011 20:17:41.
300
am 02.02.2011 16:13:10 (178.33.255.xxx) Link Kommentar melden
Einer der schönsten ausgefallenen Namen, die ich kenne, hat Theodor W. Adorno, das "W" steht für "Wiesengrund".

Gefällt mir. Klingt besser als "Sonnenschein".
266
am 02.02.2011 23:11:02 (204.93.160.xxx) Link Kommentar melden
Familiäre Wünsche bzw. Erinnerung an nicht mehr lebende Vorfahren haben wir berücksichtigt

Keins der Kinder hat sich bisher beschwert über unsere Wahl.

Sehr gut, Traditionen solcher Art sollte man pflegen.
286
am 03.02.2011 10:54:23 (141.76.45.xxx) Link Kommentar melden
Ich finde es immer sehr spannend mitzuerleben, wie Menschen die Namen ihrer Kinder aussuchen. Dabei lernt man eine Menge über diese Menschen.
349
am 03.02.2011 11:27:49 (212.227.103.xxx) Link Kommentar melden
Also, bei uns war das ganz einfach mit den Namen Smile

Auch Namen wie Kevin, Marvin, Patrick oder Marcel gelten – zumindest unter Pädagogen – aus rein empirischen Gründen nahezu als eine Garantie für Verhaltensauffälligkeiten und pädagogische Problemfälle.
Davon hört und liest man leider öfter.
Gata Linda
am 03.02.2011 21:52:38 (90.169.116.xxx) Link
Dieser Kommentar wurde auf Grund eines Verstoßes gegen die Kommentarregeln von einem Moderator gelöscht.
  • Gelöscht von OZ24 am 04.02.2011 11:05:21.
Gata Linda
am 03.02.2011 22:40:33 (90.169.116.xxx) Link
Dieser Kommentar wurde auf Grund eines Verstoßes gegen die Kommentarregeln von einem Moderator gelöscht.
  • Gelöscht von OZ24 am 04.02.2011 11:05:47.
Seite 1 von 2: 1 2

Einen Kommentar schreiben







Kommentare von Nichtmitgliedern der Seite Onlinezeitung24.de müssen durch einen Bestätigungslink per E-Mail freigeschaltet werden, für Mitglieder entfällt diese Bestätigung. Diese Maßnahme dient der Diskussionskultur und soll die Kommentarfunktion vor Spam schützen. Wir bitten um Ihr Verständis für diese Maßnahme.

Seitenaufbau: 0.11 Sekunden
34,046,455 eindeutige Besuche