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Politik: Deutschland

Michel Friedman vs. Jürgen W. Möllemann

Der Umgang mit Fehlern... – oder: Prototypen der eigenen Vergangenheitsbewältigung

Möllemann auf dem Parteitag
Möllemann auf dem Parteitag
Das deutsch-jüdische Verhältnis ist ein ganz spezielles. Nein, keine Sorge, es kommt jetzt nicht schon wieder der Hinweis auf Auschwitz. Auch ohne diese von den Deutschen so gern übersehene, vergessene oder verdrängte Hypothek ist das Verhältnis schwierig genug, war es auch bereits vor Auschwitz und nicht erst seit der bürgerlichen Gleichstellung der Juden durch Napoleon. Die Spezialität des deutsch-jüdischen Verhältnisses speist sich im wesentlichen aus einer Art Identitätskrise der Deutschen... – die Deutschen wissen nämlich nicht so ganz genau, wer und was sie eigentlich sind oder sein wollen. Und genau das halten viele (nichtjüdische) Deutsche besonders gern und oft, in jedem Fall aber vorwurfsvoll und aggressiv, den Juden, den Israelis, und vor allem den jüdischen Deutschen vor: deren ungebrochene Identität, die sogar – in aller Regel – eine sogenannte „hybride“ Identität ist. Man könnte übrigens durchaus Züge einer Obsession darin entdecken, daß (nichtjüdische) Deutsche ihr eigenes Defizit an Identität, ihren eigenen Mangel an Leitkultur, ihre eigenen Fragen an sich selbst und ihre eigenen Probleme mit sich selbst an anderen abarbeiten... – wofür sich Juden natürlich traditionell hervorragend eignen.

  • Der Begriff „hybride Identität“ beschreibt Menschen, die sich zu mehr als einer Kultur zugehörig fühlen...

Das deutsche Defizit an Identität hat übrigens – obwohl das viele Deutsche immer wieder weinerlich als angeblichen Grund benennen – kaum etwas zu tun mit der nationalsozialistischen Vergangenheit. Es reicht viel weiter zurück, bis 1848 oder noch früher, bis 1806, dem Ende des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation. Die Deutschen wissen nicht, ob sie eine Ethnie, ein Volk oder eine Nation sind, sie wissen in aller Regel nicht einmal den Unterschied zwischen diesen Möglichkeiten. Die Deutschen leiden – ebenso „idealistisch“ wie weinerlich – bevorzugt an sich selbst: sie werfen den USA, welche sie doch in einer Allianz mit anderen Staaten von der Diktatur des braunen Faschismus befreit haben, eine „Umerziehung“ vor; eine Umerziehung, die die Deutschen nach Kaiserreich und Hitler-Diktatur eigentlich ja auch bitter nötig hatten. Die Deutschen wehklagen, sie dürften nicht stolz darauf sein, deutsch zu sein; die Deutschen jammern lustvoll darüber, daß sie angeblich bereits beim geringsten Anzeichen von Nationalstolz – sie verwechseln dabei Nationalstolz stets mit Nationalismus! – immer wieder an 1933 erinnert werden, sind dann aber andererseits nicht in der Lage, bei einer Fußball-Weltmeisterschaft im Jahr 2010 von ihren türkischen, arabischen oder „volksdeutschen“ polnischen Spielern der deutschen Nationalmannschaft – die man zufällig oder unsinnigerweise, je nach politischem Standpunkt, zu „Deutschen“ erklärt hat – verbindlich das Singen der Nationalhymne einzufordern und damit stolz auf ihr Land, ihre Heimat, ihre Nation und die damit verbundene Kultur zu sein.

Wie kommt's? Warum diese unlogischen Brüche im deutschen Selbstverständnis? Ist es wirklich nur die verbissene Wut der (nichtjüdischen) Deutschen, die „den Juden“ niemals Auschwitz verzeihen werden, wie der israelische Psychoanalytiker Zvi Rex so böse und treffend formuliert hat? Oder steckt mehr dahinter? Eventuell der Neid auf ein Volk, das das älteste lebende Volk unserer Tage ist? Der Neid auf ein identitätsbewußtes Volk, das man jedoch ständig versucht, zu delegitimieren, sei es dadurch, daß man es kurzerhand zu einem angeblichen Turkvolk – Stichwort: Khasaren – umdeutet und verleumdet, sei es damit, daß man ihm ständig Assimilation abverlangt, wo man bei Türken nicht einmal weniger einfordert, nämlich deren Integration.

Drogendealer Christoph Daum (2005)
Drogendealer Christoph Daum (2005)
Doch lassen wir die Sache mit der Integration oder der Assimilation und kommen wir statt dessen zu Kokain und Prostitution. Denn an diesen beiden Stichwörtern kann man deutlich zeigen, wie die sogenannte „Öffentliche Meinung“ – also die Manipulatoren der gleichgeschalteten rot-grün-schwulen Medien – hier unterschiedliche Maßstäbe zur moralischen Be- und vor allem Verurteilung anlegen: während Christoph Daum, ebenfalls ursprünglich wegen des Konsums von Kokain angeklagt, im Zusammenhang mit illegalen Drogen kaum noch erwähnt wird, findet sich in Bezug auf Michel Friedman diese Stigmatisierung dauerhaft fortgesetzt. Christoph Daums Prozeß vor dem Landgericht Koblenz wegen des Erwerbs von und wegen Anstiftung zum Handel mit Kokain wurde gegen Zahlung einer geradezu lächerlichen Geldbuße von 10.000 Euro eingestellt (also keine Vorstrafe!), Michel Friedman dagegen bekam am 8. Juli 2003 einen Strafbefehl wegen Kokainbesitzes über 150 Tagessätze in einer Gesamthöhe von 17.400 Euro, den er widerspruchslos akzeptierte (aufgrund der Höhe des Strafbefehls wurde dies als Vorstrafe im Bundeszentralregister eingetragen). – Wir lernen daraus also, daß die bundesdeutsche Justitia den Juden Friedman einfach höher schätzt als den Drogendealer Daum, nämlich um genau 74 Prozent. Man fühlt sich als deutscher Jude doch gleich richtig aufgewertet dadurch!

Dr. iur. Dr. phil. Michel Friedman (2010)
Dr. iur. Dr. phil. Michel Friedman (2010)
Oder nehmen wir die Sache mit der Prostitution. Mindestens jeder zweite Mann war schon einmal bei einer Prostituierten – da es der Verfasser nicht war, ist es also der geneigte Leser, statistisch betrachtet – und mindestens jeder vierte Mann bedient sich zu seinem körperlichen Wohlbefinden regelmäßig der käuflichen „Liebesdienerinnen“... – es ist also im Wortsinn „normal“, das zu tun. Die Damen zahlen immerhin Steuern und Abgaben, sind also aktiv für den Fiskus unseres Staates im Einsatz, besser als sich als Hartz-VI-Genießer zu langweilen. Doch seltsamerweise wirft man Friedman, der das ausschließlich mit seiner Partnerin Bärbel Schäfer zu bereinigen hatte und ersichtlich auch bereinigt hat, das heute immer noch vor. Eine schlimme Doppelmoral der deutschen Nichtjuden...!

  • RP online: Bärbel Schäfer und Michel Friedman im Kinderglück

Michel Friedman bei „Hart aber fair“ (12/2009)
Michel Friedman bei „Hart aber fair“ (12/2009)
Nun aber – beim Thema Doppelmoral – kommt der bekennende und praktizierende Antisemit Jürgen W. Möllemann ins Spiel. Und zwar nicht wegen seiner politischen und wirtschaftlichen Verfilzung mit arabischen Gewaltherrschern und mohammedanischen Despoten, sondern wegen seiner ganz persönlichen und individuellen Form der Problemlösung, als es um seine eigenen Fehler ging. Bekanntlich war ihm wegen einiger unsauberer Geschäfte die Steuerfahndung auf den Fersen, weswegen der Deutsche Bundestag dann auch seine strafrechtliche Immunität als Abgeordneter aufhob.

Jürgen W. Möllemann (2002)
Jürgen W. Möllemann (2002)
Statt das alles nun wie ein Mann durchzustehen und eine Geld-, eine Bewährungs- oder gar eine Haftstrafe auszuhalten und dennoch öffentlich zu bleiben, wählte Möllemann den billigen Weg des Feiglings: er stürzte sich in den Tod. Obwohl doch ein anderer großer Mann seiner Partei, Otto Graf Lambsdorff, es vorgemacht hatte, wie es geht: in der Flick-Affäre wurde er am 16. Februar 1987 wurde er, „gemeinsam mit dem Flick-Manager Eberhard von Brauchitsch („Pflege der politischen Landschaft“) sowie dem vormaligen Bundeswirtschaftsminister Hans Friderichs wegen Steuerhinterziehung rechtskräftig verurteilt. Lambsdorff erhielt eine Geldstrafe in Höhe von 180.000 D-Mark. Vom Vorwurf der Bestechung bzw. Bestechlichkeit sprach das Gericht die Angeklagten mangels Beweisen frei“ (Quelle). Ein vorbestrafter Graf... – ihm hat das nicht geschadet, und seiner Partei ebensowenig, jedenfalls weniger als der Spaßvogel Guido.

Michel Friedman (2007)
Michel Friedman (2007)
Dies alles wirft jedoch eine interessante Frage auf: welche Strategie wählen Menschen, welchen Weg nehmen sie, wenn es um ihre eigenen persönlichen Verfehlungen, um ihre Schuld geht? Man könnte das Bild zeichnen, daß sich hier, in den beiden Personen Jürgen W. Möllemann und Michel Friedman, zwei antagonistische Prinzipien prototypisch verkörpern: der eine flieht, vertuscht, lügt bis zum Ende und gibt sich – wegen einer lächerlichen Steuerhinterziehung! – selbst auf, seine „Schande“ scheint ihm größer als seine „Ehre“, obwohl er doch gerade durch die feige Flucht in den Tod dauerhaft, unheilbar und unrettbar seine Ehre verliert... – der andere bekennt seine Schuld, bereut sie, nimmt die juristische Strafe auf sich, bittet die, die er verletzt hat, um Verzeihung, und geht nach einer angemessenen Zeit der Zurückhaltung weiter auf seinem Lebensweg, stärker als zuvor. Allein dies macht Friedman jedem normal denkenden und moralisch fühlenden Menschen sympathischer als Möllemann: wir mögen Menschen, die auch mal Schwäche zeigen, die zu ihren Fehlern stehen, ohne sie ständig zu wiederholen.

Die Tatsache übrigens, daß man in Sachen „Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetz“ an Friedman härtere Maßstäbe anlegt als an Christoph Daum, ist nicht wirklich verwunderlich. Juden müssen – in den Augen der Nichtjuden – immer besser sein als andere; und selbst wenn sie wirklich besser sind... – das wirft man ihnen dann auch wieder vor. Es gibt nichts Neues unter der Sonne, das wußte bekanntlich schon Salomo.

YouTube Video

  • Anmerkung:
Dieser Artikel wurde notwendig aufgrund der Reaktionen auf den bei OZ24 veröffentlichten Text »Versöhnung ist ein absolut sinnloser Begriff« und insbesondere wegen einiger – in den Kommentaren dokumentierten – problematischen bis fragwürdigen Denkweisen.

  • Bildnachweis:
  • Original historic description: Ausschnitt von: Außerordentlicher Bundesparteitag der FDP in Freiburg. Date: 6 June 1980. Source: Deutsches Bundesarchiv (German Federal Archive), B 145 Bild-F058375-0025. Author: Wienke, Ulrich. Permission Commons:Bundesarchiv. This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Germany license.
  • German Soccer-Coach Christoph Daum. Created 26. Nov. 2005. Source: own Photo. Author: Magnus Gertkemper. This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 2.0 Germany license.
  • Michel Friedman, Mitglied der CDU, 2010 in Ffm. Date: October 2010. Author: Dontworry, via Wikipedia. This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Germany license.
  • ARD-Mitschnitt Youtube-Video Nein, sie halten jetzt einfach mal den Mund!, screenshot 0:34, by metawirt.
  • MdB Jürgen W. Möllemann auf dem Landesparteitag der FDP in Hagen. Datum: 13. April 2002. Quelle: Ingo Kramer, Nikon F3. Urheber: Ingo Kramer, info@volmefoto.de, via Wikipedia. Creative Commons-Lizenz Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Unported.
  • Youtube-Video Durch die Nacht mit Schlingensief und Friedman, screenshot 3:31, by TinTin743.

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Schlüsselwörter: Friedman | Möllemann | Antisemitismus | hybride Identität | Leitkultur | Integration
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Kommentare

Amschel
am 04.02.2011 12:59:05 (46.115.40.xxx) Link Kommentar melden
Chaim
am 03.02.2011 21:47:18 (93.207.24.xxx) Link Kommentar melden
Da du explizit den einzigen herausgegriffen hast, der falsch geschrieben war, scheint dieser Begriff schon eine besondere Anziehungskraft gehabt zu haben. Formuliere bitte deine Frage einfach neu, ohne den Schreibfehler zu betonen, dann gibt es keine Mißverständnisse.

Nein, es war der einzige Begriff, zu dem ich weder eine Volksgruppe noch Landsmannschaft noch Region in der Bundesrepublik finden konnte. Wo liegt Preusen/Preußen?


Es gibt Leute südlich der Main-Linie, die diese als Grenze zu Preußen bezeichnen. Pfft Andere nennen den Fluss auch Weißwurst Äquator ! Frown



Chaim
am 03.02.2011 22:02:26 (93.207.24.xxx) Link Kommentar melden
...da gab es ja wie Chaim selbst feststellte eine fremd gesteuerte Umerziehung, an der übrigens in nicht unwesentlichem Umfang Menschen mit jüdisch/hybrider Identität als "Lehrer" beteiligt waren...


Ist es wirklich so schwer, richtig aus einem Artikel zu zitieren?

Ich schrieb wörtlich:
Die Deutschen leiden – ebenso „idealistisch“ wie weinerlich – bevorzugt an sich selbst: sie werfen den USA, welche sie doch in einer Allianz mit anderen Staaten von der Diktatur des braunen Faschismus befreit haben, eine „Umerziehung“ vor; eine Umerziehung, die die Deutschen nach Kaiserreich und Hitler-Diktatur eigentlich ja auch bitter nötig hatten. Die Deutschen wehklagen, sie dürften nicht stolz darauf sein, deutsch zu sein; die Deutschen jammern lustvoll darüber, daß sie angeblich bereits beim geringsten Anzeichen von Nationalstolz – sie verwechseln dabei Nationalstolz stets mit Nationalismus! – immer wieder an 1933 erinnert werden, sind dann aber andererseits nicht in der Lage, bei einer Fußball-Weltmeisterschaft im Jahr 2010 von ihren türkischen, arabischen oder „volksdeutschen“ polnischen Spielern der deutschen Nationalmannschaft – die man zufällig oder unsinnigerweise, je nach politischem Standpunkt, zu „Deutschen“ erklärt hat – verbindlich das Singen der Nationalhymne einzufordern und damit stolz auf ihr Land, ihre Heimat, ihre Nation und die damit verbundene Kultur zu sein.

Ich habe nicht behauptet, es hätte eine Umerziehung gegeben, da steht lediglich, daß sie m.E. notwendig gewesen wäre.

Meinst Du, der Unterschied ist eingängig?


...sie werfen den USA, ... ... eine „Umerziehung“ vor; ...

"sie" die Deutschen, werfen den USA also eine Umerziehung vor die wie Chaim uns nun weißmachen will, gar nicht stattgefunden hat !


...eine Umerziehung, die die Deutschen nach Kaiserreich und Hitler-Diktatur eigentlich ja auch bitter nötig hatten. ...


Dummer Weise bekennt Chaim sich danach zur Notwendigkeit der Umerziehung : "...eine Umerziehung, die die Deutschen... ...eigentlich ja auch bitter nötig hatten."
"hatten", nicht "gehabt hätten", hieß es beim Chaim. Er versucht abermals alle hier, mit verlaub gesagt "zu verarschen", denn als Sprachwissenschaftler kennt Chaim die Bedeutung seiner Wort in obigem Artikel ganz genau.
Erneut der Unlauterkeit überführt! Chaim, Chaim, zappenduster wird es für Deine Reputation !


Auf Deinen Seitenhieb gegen Juden - die Du ja namentlich aufzählst - gehe ich vielleicht ein andermal ein.

Ja, mach das !

Denn es gibt heute kein Preußen, also auch keinen Deutschen, der eine preußische Identität haben könnte.

Ich hielt Dich für intelligent ! Aber bitte mach so weiter, demontiere Dich vollends selbst! Die Polen bewiesen ihre Identität, laut Dir und Dorota in dem diese ihr Volkstum, ihre Eigenheiten, ihre Traditionen, u.v.a.m. bewahrten, ohne Staat und fremdbeherrscht. Die Juden, des Gleichen wie lange, sagtest Du?


Dorota:
Natürlich gibt es schon lange kein Preußen mehr, Amschel, und das weißt Du auch. Das ist übrigens auch gut so!

Wie schön wenn man vorgegebene Phrasen hat, die man nur dreschen muss.
(Wowereit Halbsatz)
Gata Linda hat schon alles gepostet. Es gibt darüber hinaus unzählige Deutsche für die Preußen unvergessen ist. Auch halten viele preußisches Erbe und Tugenden hoch.


Wenn Du das Preußische für einen Teil der deutschen Identität hältst, dann kann ich nur sagen: Gute Nacht, Deutschland!


Nein, guten Morgen Deuschland !
266
am 04.02.2011 14:22:32 (204.93.160.xxx) Link Kommentar melden
"sie" die Deutschen, werfen den USA also eine Umerziehung vor die wie Chaim uns nun weißmachen will, gar nicht stattgefunden hat !
So steht es im Artikel, worauf wollen Sie hinaus?


Dummer Weise bekennt Chaim sich danach zur Notwendigkeit der Umerziehung
Sehen Sie das anders? Immerhin hat die Demokratie in Deutschland keine besonders lange Tradition. 1848 mißglückt. Die Weimarer Republik mit Konstriuktionsfehlern und viel zu schwach, von den Nazis dann zerfetzt. Und die Bundesrepublik, 1948 dann? Warten wir's ab!
Amschel
am 08.02.2011 13:36:17 (92.117.249.xxx) Link Kommentar melden
Halten wir fest es gab eine von der amerikanischen Regierung initiierte Umerziehung (Reeducation). Aber auch die anderen Besatzer veranstalteten ähnliches.
Nach Maßnahmen, die direkt und kurzfristig auf die erwachsene Bevölkerung gerichtet waren, folgten auch solche das Bildungssystem und die Medien betreffend.
Die führenden Köpfe der "Frankfurter Schule" hatten zum Großteil jüdische Wurzeln. Ohne diese schon zuvor erwähnten Herrn wäre die "68er Bewegung" undenkbar. Es entstand und erstarkte eine extreme Linke in Westdeutschland, deren Ideologie direkt gegen althergebrachte Traditionen und Werte der Deutschen gerichtet war. (Zusammenhalt der Familie, Fleiß, Zuverlässigkeit, Wertkonserativität, u.v.a.m.)
Die heutige politische Landschaft wäre eine ganz andere, ohne die 68er. Viele den Bestand der BRD gefährdende Probleme, wie Massenarmut durch Leistungsverweigerung und die Unfähigkeit im sich gegenseitig unterstützenden Familienverband zusammen zu leben, wären ohne die Zersetzungsarbeit der Frankfurter Schule nicht vorhanden. Auch die Migration von niedrig oder gar nicht gebildeten, sowie Asylmissbrauch von Nichtverfolgten, hätte es in diesem Umfang ohne die künstlich geschaffene bzw. aufgeblähte 68er-Linke in Deutschland nie gegeben.

In den 1960er Jahren war die Entnazifizierung längst erfolgreich abgeschlossen. Das reichte den Köpfen der Frankfurter Schule aber nicht, in kruden Theorien versuchten sie faschistischen Charakter zu definieren:

Adorno kam Ende 1949 nach Europa; Horkheimer weilte seit 1950 wieder in Deutschland. Gefördert vom American Jewish Committee hatten die beiden mehrere Studien über Vorurteile ausgearbeitet. Ihre ersten Bände waren 1950 bereits erschienen. In der Untersuchung zur Authoritarian Personality ging es ihnen um die Entwicklung verschiedener Skalen zur Beurteilung des faschistischen Charakters. Im einzelnen um eine

* Ethnozentrismus-Skala zur Feststellung antisemitischer Tendenzen,
* Polit-ökonomische Konservativismus-Skala zur Einkreisung der bürgerlichen Verhältnisse im Kapitalismus,
* Faschismus-Skala zur Ermittlung persönlich-psychologischer Merkmale.

Wie Wiggershaus in seiner Untersuchung zur Frankfurter Schule hervorhebt, arbeiteten Horkheimer, Adorno folgende Merkmale des faschistischen Charakters heraus: Eine starre Bindung an herrschende Werte, in erster Linie konventionelle Mittelschichten-Werte wie äußerlich korrektes und unauffälliges Benehmen und Aussehen, Tüchtigkeit, Sauberkeit, Erfolg bei gleichzeitiger menschenverachtender pessimistischer Anthropologie, der Bereitschaft, an wüste und gefährliche Vorgänge in der Welt zu glauben und überall sexuelle Ausschweifungen zu wittern; ein ausgeprägt hierarchisches Denken und Empfinden mit Unterwerfung unter idealisierte Autoritäten der Eigengruppe und Verachtung für Außengruppen und alles Abweichende, Diskriminierte, Schwache; Abwehr von Selbstreflexion, Sensibilität und Phantasie, bei gleichzeitiger Neigung zu Aberglauben und stereotyper Fehl-Wahrnehmung der Realität. Es liegt auf der Hand, daß in Verbindung mit wirtschaftlichen Mißständen und unter dem Einfluß faschistischer Propaganda autoritätshörige Persönlichkeiten einen faschistischen Charakter ausbilden. Im Rahmen ihrer aufklärungskritischen Gesellschaftstheorie deuteten Horkheimer, Adorno Faschismus und Antisemitismus auch als Kehrseite der unvollendeten Zivilisation; als Ohnmachtserfahrung der Individuen angesichts der modernen kollektivistischen Gesellschaft. Das Entscheidende waren letztlich Einstellungen und Verhaltensweisen, denen jegliche Ehrfurcht für lebendige Wesen, für Menschen, für Opfer von Diskriminierungen fehlte. Die Versachlichung des Menschen durch Technik war das Grundübel! Die Dominanz von Methoden und Formen über Sinngehalte. http://www.tu-har...node6.html


Letztlich wurden Kinder gegen ihre Eltern aufgewiegelt, Frauen gegen Männer und Arbeiter gegen ihre Arbeitgeber. Der Keim für gesellschaftlichen Dauerzwist wurde unter dem Vorwand der Faschismusbekämpfung gelegt.
349
am 08.02.2011 15:37:04 (212.227.103.xxx) Link Kommentar melden
Die 68er in ihren Wortführern haben sich gegen Adorno u.d.a. Denker der "Frankfurter Schule" gewandt, weil diese aus Sicht der Studenten zu "reaktionär" waren. Ab 1969 wurden die Vorlesungen systematisch gestört, berühmt ist das sogenannte "Busen-Attentat" von Hannah Weitemeier...

Im Prinzip haben diese Studenten den frühen (Herz-)Tod Adornos mitverschuldet.

http://www.tagess...71728.html
http://de.wikiped...80.9369.29
Amschel
am 09.02.2011 13:58:30 (2.211.112.xxx) Link Kommentar melden
Vater von Gandalf und Galahad:
Die 68er in ihren Wortführern haben sich gegen Adorno u.d.a. Denker der "Frankfurter Schule" gewandt, weil diese aus Sicht der Studenten zu "reaktionär" waren. Ab 1969 wurden die Vorlesungen systematisch gestört, berühmt ist das sogenannte "Busen-Attentat" von Hannah Weitemeier...

Im Prinzip haben diese Studenten den frühen (Herz-)Tod Adornos mitverschuldet.

http://www.tagess...71728.html
http://de.wikiped...80.9369.29

Chaim:
....die Zersetzungsarbeit der Frankfurter Schule....

Smile Welche Werke welcher Autoren hast Du denn aus dieser "Frankfurter Schule" eigentlich gelesen?

Ablenkungsmanöver! Festzuhalten bleibt: Es gab eine von außen gesteuerte Umerziehung der Deutschen. Diese war äußerst erfolgreich in Bezug auf die Entnazifizierung. Hatte aber auch den Effekt wichtige positive Eigenschaften und Tugenden der Deutschen weitgehend zu eliminieren. Der "lange Marsch durch die Institutionen" brachte die 68er an die Macht. Aber schon in den 70ern begann die Saat der Frankfurter Schule aufzugehen. Leistungsverweigerung, gammeln, krank feiern, sozial schmarotzen, wurden zum Volkssport. Dass Migranten diese sportliche Disziplin schnell beherrschten und perfektionierten kann man ihnen gar nicht sonderlich vorwerfen. Schuld ist immer der der den Missbrauch ermöglicht, also die Regierung. Ein falsches Menschenbild, Dogmatismus und Realitätsverweigerung, über Jahrzehnte, ließen den gigantischen Schuldenberg entstehen.
Eingeleitet wurde das ganze aber vorne weg durch Leute wie, Max Horkheimer, Theodor W. Adorno, und Herbert Marcuse ! Die führenden Köpfe der Frankfurter Schule in den 1960er Jahren.
Die Frankfurter Schule, war aber keinesfalls isoliert tätig, in engem Kontakt zum Institut Tavistock, und finanziert u.a. von Rockefeller, war auch Amerika Ziel der Tätigkeit:

(...)„Theo Adorno kommt ins Spiel“, so lautet eine der ersten Überschriften. „Die Verantwortung, eine soziale Theorie des Rock and Roll auszuarbeiten, fiel auf den deutschen Soziologen, Musikwissenschaftler und Komponisten Theodor Adorno, ‘einer der wichtigsten Philosophen der Frankfurter Schule, d.h. des Instituts für Sozialforschung… ’ Adorno wurde 1939 in die Vereinigten Staaten geschickt, um das Rundfunkforschungsprojekt von Princeton zu leiten, eine gemeinsame Unternehmung des Instituts Tavistock und der Frankfurter Schule mit dem Ziel, die Massen zu kontrollieren, welche von der Rockefeller-Stiftung finanziert und von Hadley Cantril, einem engen Vertrauten von David Rockefeller, gegründet wurde…“

„De facto hatten die Nazis schon intensiv die Rundfunkpropaganda als Instrument zur Gehirnwäsche genutzt und sie in einen integralen Bestandteil des faschistischen Staates verwandelt. Diese Tatsache wurde vom Tavistock-Netzwerk beobachtet und untersucht und extensiv bei dessen eigenen Experimenten verwendet. Die Zielstellung dieses Projekts bestand darin, wie es in der Einführung in die Soziologie der Musik von Adorno selbst zum Ausdruck gebracht wird, «eine Massen‘musik’kultur zu programmieren, und zwar als Art und Weise der massiven sozialen Kontrolle…“ (...) http://www.granma...erung.html
286
am 10.02.2011 10:33:24 (141.76.45.xxx) Link Kommentar melden
Smile
Das Weltjudentum ist schuld an den deutschen Schulden. Die Juden haben ja - wie man weiß - von Natur aus ein völlig falsches Weltbild...

Das "wusste" man ja schon im Altertum und im Mittelalter...

Die einzigen, die das "richtige" Weltbild haben, sind doch die Christen, glauben sie jedenfalls.
Amschel
am 10.02.2011 20:23:12 (2.210.77.xxx) Link Kommentar melden
Du schreibst unten "Ironie aus". Du willst uns also weismachen das folgende sei Ironie.
In Wahrheit sind es schlicht abgefälschte Aussagen:
Ja, klar, die Juden haben die deutsche Umerziehung nach 1945 mithilfe der drei von Dir genannten Juden Adorno, Horkheimer und Marcuse organisiert.

Keiner sagt "die Juden" hätten die deutsche Umerziehung organisiert. Fakt ist aber, daß David Rockefeller das Tavistock Institut und das Instituts für Sozialforschung, besser bekannt als "Frankfurter Schule" zum großen Teil über seine Stiftungen finanzierte. Fakt ist auch, daß Adorno, Horkheimer und Marcuse Juden waren, auch Marx war Jude ebenso wie Freud.

Das Weltjudentum ist schuld an den deutschen Schulden.
Sagt Chaim in Ironie verpackt! Sonst sagte das keiner!
Schuld zuzuweisen ist immer problematisch. Sicher, jemand muß Schuld sein an dem aktuellen deutschen Schuldenberg. Ich mache es mir einfach und sage Schuld sind in erster Linie die, welche die Schulden machten. Also die deutschen Regierungen seit Ende der 60er Jahre.

upload.wikimedia.org/wikipedia/de/thumb/1/18/Staatsverschuldung5.png/550px-Staatsverschuldung5.png

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http://de.wikiped...0326010729

Die Juden haben ja - wie man weiß - von Natur aus ein völlig falsches Weltbild,

Falsch/Richtig? Sagen wir manche Juden (Chaim, I Maier) und deren Freunde (kommt123, Dorota) haben eine etwas seltsame (verzerrte, egozentrische) Wahrnehmung und leiten daraus ein völlig falsches Weltbild ab; - das aber auf "die Juden" auszudehnen halte ich für übertrieben.

und das haben sie per 68er den Deutschen eingepflanzt. *Ironie aus*

Es geht nicht um ein Weltbild es geht um Tugenden, um gute Eigenschaften, die großenteils durch positive Erziehung vermittelt wurden. Und dann per "antiautoritärer Erziehung" vernichtet bzw. erst gar nicht gelehrt wurden.


Irgendwoher kenne ich dieses Denken...
... aus Deinem Kopf, da geht es scheinbar wüst zu !
266
am 11.02.2011 16:09:06 (204.93.160.xxx) Link Kommentar melden
@Amschel
Chaim ironisch: "Die Juden haben ja - wie man weiß - von Natur aus ein völlig falsches Weltbild..."

Amschel: Falsch/Richtig? Sagen wir manche Juden (Chaim, I Maier) und deren Freunde (kommt123, Dorota) haben eine etwas seltsame (verzerrte, egozentrische) Wahrnehmung und leiten daraus ein völlig falsches Weltbild ab

Woher wollen Sie eigentlich Ausagen über meine Herkunft ableiten? Daß ich nicht religiös bin, sollten sie bereits mitbekommen haben. - Und woher wissen Sie eigentlich, ob kommt123 oder Dorota Juden oder keine sind?

Woher kommen die Sortierkriterien für Ihre Schubladen?

Adorno war im religiösen Sinn kein Jude, wenn seine Mutter katholische Christin war, er hatte lediglich einen jüdischen Vater. Horkheimer und ebenso Marcuse waren nach Abstammung und nach dem Religionsgesetz Juden, aber praktizierten sie die Religion? Marxens Vater war konvertiert, der Großvater Rabbiner, Marx selbst Atheist.

Mit Ihrer Theorie der vermeintlichen Unterwanderung und jüdisch-zionistischen Umerziehung haben Sie sich etwas vergaloppiert, würde ich mal sagen.
Amschel
am 12.02.2011 14:38:17 (188.46.177.xxx) Link Kommentar melden
ob kommt123 oder Dorota Juden oder keine sind?

...ich schrieb Freunde ! Geh mal zum Optiker! Dass Du, I Mayer, Jude seist wurde auf OZ24 erwähnt, irgendwo. Ich fragte Dich auch schon direkt, bekam aber keine Antwort, vergessen?
266
am 12.02.2011 18:50:06 (204.93.160.xxx) Link Kommentar melden
Dass Du, I Mayer, Jude seist wurde auf OZ24 erwähnt, irgendwo.
Ja, es gibt viele Menschen, die viel reden... Bestimmte Dinge kommentiere ich grundsätzlich nie, schon gar nicht im Internet.

Ich fragte Dich auch schon direkt, bekam aber keine Antwort...
...das wird seinen Grund haben, aber welchen?

Ich fragte Dich auch schon direkt...
Und ich fragte Sie, woher Sie die Sicherheit nähmen, daß Dorota und kommt123 KEINE Jüdinnen seien. Wörtlich lautete die Frage: "woher wissen Sie eigentlich, ob kommt123 oder Dorota Juden oder keine sind? "
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