Medien: Musik

Die GEMA erneut in den Schlagzeilen: Kitas sollen blechen…

Was einst edel gedacht war erweist sich inzwischen als „Totengräber der Musik“
27.12.2010 19:18:24 eingesandt von Alex Mais für OnlineZeitung 24.de

Grafik: Axel Ertelt
Grafik: Axel Ertelt
Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte – dafür steht die Bezeichnung GEMA. Die Anfänge einer Verwertungsgesellschaft für Musik in Deutschland reichen fast hundert Jahre zurück. Ursprünglich sollte sie die Musiker unterstützen. Doch daraus wurde inzwischen ein gewaltiger Verwaltungsapparat, der Unsummen an Geld verschlingt. Kein Wunder, dass die GEMA immer mehr in Verruf gerät und selbst viele Musiker sich schlicht weigern dieser Verwertungsgesellschaft beizutreten.

Im Geschäftsjahr 2009 lagen die Gesamterträge der GEMA bei 841,1 Millionen Euro. Davon wurden 713,051 Millionen Euro an die Rechteinhaber ausgeschüttet. Der Rest (128,049 Millionen Euro oder gut 15,22 %) ging wohl für die Verwaltungskosten drauf. Bei einem solch kostenintensiven Verein ist der Einnahmebedarf extrem hoch. Das treibt die GEMA zu immer neuen Forderungen und Gebührenerhebungen. So berichtete beispielsweise Welt-online im April vergangenen Jahres, dass die GEMA die Konzertabgabe mal eben um satte 600 % erhöhte. Im November wurde dann berichtet, dass diese Abgabe noch mal fast verdoppelt wurde. Das alles schlägt sich natürlich auf die Geldbörse der Besucher nieder. So manch einer wird es sich in Zukunft überlegen, ob er sich da noch ein Konzert leisten will und kann.

Man erinnere sich auch an den Disput zwischen der GEMA und YouTube. Da verlangte die GEMA von der Google-Tochter eine Mindestgebühr pro Musikvideo-Abruf. Das Ende war, dass YouTube unzählige Musikvideos für die deutschen Internetnutzer sperrte. Das Fazit: Kein Geld für die GEMA, keine Musik für die deutschen Fans. Die GEMA als „Totengräber der Musik“? Jedenfalls in ihrer derzeitigen Form sei sie dies meinte Welt-online bereits in einem Artikel vom April vergangenen Jahres.

Seit einiger Zeit werden auch die deutschen Bestattungsunternehmer zur Kasse gebeten, denn die GEMA kam auf den Trichter, dass ja auch bei den Trauerfeiern Lieder gesungen und gespielt werden. Pauschal soll/muss hier pro Trauerfeier bezahlt werden. Auch dann, wenn die Bestattungsinstitute eigentlich damit gar nichts zu tun haben – nämlich dann, wenn es sich um kirchliche Friedhöfe handelt, wo die Musik und die Lieder Sache der Kirche sind und die GEMA dafür bereits von den Kirchen kassiert. Eine doppelte Bezahlung für eine Sache also. Das erscheint mir eigentlich schon verfassungswidrig. Doch der Staat sieht offenbar tatenlos zu. Wäre doch mal ein Fall für die EU-Kommission – oder?

Der neueste Geniestreich der GEMA: Jetzt sollen die Kindergärten und Kindertagesstätten zur Kasse gebeten werden. Immer dann, wenn Liedtexte für die Kleinen kopiert werden oder diese bei einer Veranstaltung singen. Das macht dann den Kita-Platz für die Kleinen wieder teurer. Würde mich nicht wundern, wenn Deutschland demnächst ganz auf die Musik verzichten würde. Angebracht wäre es wohl bald. – Armes Deutschland…

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