Rund um OZ24

Suchen

Unterstütze OZ24

Medien: Musik

Die GEMA erneut in den Schlagzeilen: Kitas sollen blechen…

Was einst edel gedacht war erweist sich inzwischen als „Totengräber der Musik“

Grafik: Axel Ertelt
Grafik: Axel Ertelt
Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte – dafür steht die Bezeichnung GEMA. Die Anfänge einer Verwertungsgesellschaft für Musik in Deutschland reichen fast hundert Jahre zurück. Ursprünglich sollte sie die Musiker unterstützen. Doch daraus wurde inzwischen ein gewaltiger Verwaltungsapparat, der Unsummen an Geld verschlingt. Kein Wunder, dass die GEMA immer mehr in Verruf gerät und selbst viele Musiker sich schlicht weigern dieser Verwertungsgesellschaft beizutreten.

Im Geschäftsjahr 2009 lagen die Gesamterträge der GEMA bei 841,1 Millionen Euro. Davon wurden 713,051 Millionen Euro an die Rechteinhaber ausgeschüttet. Der Rest (128,049 Millionen Euro oder gut 15,22 %) ging wohl für die Verwaltungskosten drauf. Bei einem solch kostenintensiven Verein ist der Einnahmebedarf extrem hoch. Das treibt die GEMA zu immer neuen Forderungen und Gebührenerhebungen. So berichtete beispielsweise Welt-online im April vergangenen Jahres, dass die GEMA die Konzertabgabe mal eben um satte 600 % erhöhte. Im November wurde dann berichtet, dass diese Abgabe noch mal fast verdoppelt wurde. Das alles schlägt sich natürlich auf die Geldbörse der Besucher nieder. So manch einer wird es sich in Zukunft überlegen, ob er sich da noch ein Konzert leisten will und kann.

Man erinnere sich auch an den Disput zwischen der GEMA und YouTube. Da verlangte die GEMA von der Google-Tochter eine Mindestgebühr pro Musikvideo-Abruf. Das Ende war, dass YouTube unzählige Musikvideos für die deutschen Internetnutzer sperrte. Das Fazit: Kein Geld für die GEMA, keine Musik für die deutschen Fans. Die GEMA als „Totengräber der Musik“? Jedenfalls in ihrer derzeitigen Form sei sie dies meinte Welt-online bereits in einem Artikel vom April vergangenen Jahres.

Seit einiger Zeit werden auch die deutschen Bestattungsunternehmer zur Kasse gebeten, denn die GEMA kam auf den Trichter, dass ja auch bei den Trauerfeiern Lieder gesungen und gespielt werden. Pauschal soll/muss hier pro Trauerfeier bezahlt werden. Auch dann, wenn die Bestattungsinstitute eigentlich damit gar nichts zu tun haben – nämlich dann, wenn es sich um kirchliche Friedhöfe handelt, wo die Musik und die Lieder Sache der Kirche sind und die GEMA dafür bereits von den Kirchen kassiert. Eine doppelte Bezahlung für eine Sache also. Das erscheint mir eigentlich schon verfassungswidrig. Doch der Staat sieht offenbar tatenlos zu. Wäre doch mal ein Fall für die EU-Kommission – oder?

Der neueste Geniestreich der GEMA: Jetzt sollen die Kindergärten und Kindertagesstätten zur Kasse gebeten werden. Immer dann, wenn Liedtexte für die Kleinen kopiert werden oder diese bei einer Veranstaltung singen. Das macht dann den Kita-Platz für die Kleinen wieder teurer. Würde mich nicht wundern, wenn Deutschland demnächst ganz auf die Musik verzichten würde. Angebracht wäre es wohl bald. – Armes Deutschland…

uploaded

Der Inhalt des vorstehenden Artikels gibt nicht die Meinung der Redaktion von Onlinezeitung24 wieder. Für den Inhalt ist allein der Autor des Beitrages verantwortlich!
Lesen Sie dazu auch:
Drucken Empfehlen
Schlüsselwörter: GEMA | Musik | Verwertungsgesellschaft | Verwaltungsaufwand
Sie wollen selber einen Artikel schreiben. Kein Problem, einfach registrieren!

Kommentare

317
am 28.12.2010 19:41:35 (80.237.225.xxx) Link Kommentar melden
Interessant, und sehr schön beschrieben, danke für die Anregung und Information.
kommt123
am 28.12.2010 23:35:32 (92.230.251.xxx) Link Kommentar melden
Musik ist doch auch Bildung.
Und das nehmen sie jetzt den Kindern auch noch!

Traurig!
266
am 29.12.2010 08:27:05 (204.93.160.xxx) Link Kommentar melden
@kommt123 "Musik ist doch auch Bildung."

So generell würde ich das nicht sagen, siehe Florian Silbereisen.
kommt123
am 29.12.2010 08:38:27 (92.224.151.xxx) Link Kommentar melden
So generell würde ich das nicht sagen, siehe Florian Silbereisen.


Die Menschen auf der Welt, sie haben einen unterschiedlichen Bildungsbedarf.

Einige präferieren eben die etwas verstaubten Exemplare aus dem weitläufigen Bildungsareal.

Ich persönlich orientiere mich am täglichen Geschehen der Neuzeit, musikalisch und auch sonst...Grin
357
am 30.12.2010 14:00:31 (84.19.169.xxx) Link Kommentar melden
128,049 Millionen Euro oder gut 15,22 %
Das ist eindeutig zu viel, zumal für die GEMA ja kaum Arbeit anfällt, das läuft ja alles per System und wird wie die Quellensteuer automatisch abgeführt. Ein richtiger Abzockverein!

Einen Kommentar schreiben







Kommentare von Nichtmitgliedern der Seite Onlinezeitung24.de müssen durch einen Bestätigungslink per E-Mail freigeschaltet werden, für Mitglieder entfällt diese Bestätigung. Diese Maßnahme dient der Diskussionskultur und soll die Kommentarfunktion vor Spam schützen. Wir bitten um Ihr Verständis für diese Maßnahme.

Seitenaufbau: 0.08 Sekunden
38,490,168 eindeutige Besuche